„Alles macht Krebs“ – Was Verschwörungsanhänger glauben

Eine wissenschaftliche Studie zeigt auf, dass insbesondere Impfgegner und Verschwörungsanhänger an mythische Ursachen für Krebs glauben. Wir zeigen die Zahlen und schauen uns an, welche Krebsmythen und obskure Heilmethoden unter Verschwörungsanhängern populär sind.

Autor: Ralf Nowotny

Viele Krankheiten können relativ eindeutig einer Ursache und einer Behandlung zugeordnet werden. Bei Krebs ist dies jedoch nicht der Fall, denn es gibt nicht das eindeutige Krebs, es gibt stattdessen sehr viele Variationen, die sich nicht einheitlich behandeln lassen, es gibt leider keine Universalmedizin. Da die Thematik aber so komplex ist, machen es sich Verschwörungsanhänger einfach: Alles macht Krebs, und die Heilung ist simpel.

Was für Krebsarten gibt es?

Krebs kann überall im Körper entstehen und wird nach dem Körperteil benannt, in dem er seinen Ursprung hat. So wird beispielsweise Brustkrebs, der in der Brust beginnt, auch dann noch als Brustkrebs bezeichnet, wenn er sich auf andere Körperteile ausbreitet.

Es gibt zwei Hauptkategorien von Krebs:

  • Hämatologische (Blut-)Krebsarten sind Krebserkrankungen der Blutzellen, darunter Leukämie, Lymphome und das Multiple Myelom
  • Solide Tumore, dabei handelt es sich um Krebserkrankungen der Körperorgane oder Gewebe. Die häufigsten soliden Tumore sind Brust-, Prostata-, Lungen- und kolorektaler Krebs

Diese Krebsarten ähneln sich zwar, können sich aber auch in vielen Punkten, wie z. B. dem Wachstum, der Ausbreitung und dem Ansprechen auf diverse Behandlungsmethoden stark unterscheiden. So lassen sich manche Krebsarten durch eine Operation behandeln, andere Arten benötigen spezielle Medikamente, eine Chemotherapie oder Kombinationen. Eine einheitliche Behandlungsmethode gibt es leider nicht.

Was löst Krebs aus?

Im Allgemeinen gelten Rauchen, Alkoholkonsum, wenig Bewegung, Sonnenbrände als Kind, eine familiäre Vorbelastung, eine HPV-Infektion sowie Übergewicht als Ursachen. In vielen Fällen gibt es jedoch keine offensichtliche Ursache, so erkranken auch Menschen an Krebs, die ihr Leben lang nie rauchten, nie Alkohol tranken und sehr oft Sport trieben.

Exakt in diese Unsicherheitslücke drängeln sich geschäftstüchtige Verschwörungsgläubige, die alle möglichen Ursachen für Krebs nennen, beispielsweise das Essen von Lebensmitteln mit künstlichen Süßstoffen oder Zusätzen und gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, das Nutzen der Mikrowelle, Aerosoldosen, Handys und Reinigungsmittel sowie das Leben in der Nähe von Hochspannungsleitungen.

Dabei wird gerne die Beweislastumkehr genutzt: Es wird beispielsweise argumentiert, dass Mikrowellen-Nahrung Krebs auslöst, doch wenn man nach einem Beweis fragt, soll man erst einmal beweisen, dass es nicht so ist. So funktioniert Wissenschaft aber nicht. Wer behauptet, muss beweisen!

Verschwörungsgläubige glauben öfter an Krebsmythen

Vor wenigen Tagen wurde eine Studie veröffentlicht (siehe HIER), in der untersucht wurde, wie sehr Fehlinformationen über die Ursachen von Krebs, die dazu führen, dass Menschen sich weigern, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, unter Impfskeptikern und Verschwörungsgläubigen verbreitet sind, da es hierzu bisher keinerlei Daten gab.

Um dies zu untersuchen, befragten die Forscher von Januar bis März 2022 Nutzer mehrerer beliebter Online-Diskussionsplattformen zu ihren Überzeugungen über Krebs. Sie baten die Teilnehmer, Angaben zu ihrem Alter, Geschlecht, Geburtsland, Wohnsitzland, Bildungsniveau und zu ihrem Beruf im medizinischen Bereich zu machen.

Nach dem Ausschluss unvollständiger Fragebögen wurden 1494 Personen in die Analyse einbezogen, die geantwortet hatten. Davon waren 209 nicht gegen Covid-19 geimpft, 112 bevorzugten alternative statt konventionelle Medizin, und 62 gaben an, an die flache Erde oder Reptilienwesen zu glauben.

Mit 64 Prozent war die Kenntnis von den tatsächlichen Krankheitsursachen größer als bei den mythischen Ursachen mit 42 Prozent. Bei den tatsächlichen Krebsursachen wurde am meisten dem Rauchen und Passivrauchen, einer Familiengeschichte mit Krebsfällen und dem Übergewicht zugestimmt. Zu den häufigsten angenommenen mythischen Ursachen gehörte das Essen von Lebensmitteln mit Zusätzen oder Süßstoffen, das Gefühl von Stress und das Essen von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln.

Viele Befragte glauben an falsche Ursachen

Viele Befragte identifizierten fälschlicherweise einige Lebensstilfaktoren als Krebsursachen, darunter der Verzehr von Lebensmitteln, die Zusatzstoffe (63,9 %) oder Süßstoffe (50,7 %) enthalten, Stress (59,7 %) und der Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel (38,4 %).

Das Bewusstsein für tatsächliche und mythische Krebsursachen war bei Befragten, die Alternativmedizin bevorzugten, nicht gegen COVID-19 geimpft waren oder an eine flache Erde oder Reptilienverschwörungstheorien glaubten, geringer. 

Die ungeimpfte Gruppe und die Gruppe der Verschwörungsgläubigen identifizierten im Median jeweils 54,5 % der tatsächlichen Krebsursachen richtig. Im Gegensatz dazu identifizierten die geimpfte Gruppe und die Gruppe der Verschwörungsgläubigen jeweils einen Median von 63,6 % der tatsächlichen Krebsursachen richtig (P =.13 bzw. P =.003).

Die ungeimpfte Gruppe identifizierte im Median 25,0 % der mythischen Krebsursachen richtig, und die Verschwörungsgläubigen identifizierten im Median 16,7 % richtig. Die geimpfte Gruppe und die Verschwörungsgläubigen identifizierten jeweils einen Median von 41,7 % der mythischen Krebsursachen richtig (P <.001 für beide Vergleiche). 

Die Befragten, die alternative Medizin bevorzugten, identifizierten im Median 54,5 % der tatsächlichen Krebsursachen, und die Befragten, die konventionelle Medizin bevorzugten, identifizierten im Median 63,6 % (P =.04). Für mythische Krebsursachen betrugen diese Prozentsätze 16,7 % bzw. 41,7 % (P <.001).

Von allen Befragten stimmten 45,0 % der Aussage „Es scheint, dass alles Krebs verursacht“ zu oder stimmten ihr stark zu. Ein ähnlicher Anteil der Befragten stimmte dieser Aussage zu, unabhängig von den Ansichten über Alternativmedizin, Impfstatus oder Verschwörungsglauben. 

Wichtig aber zu beachten: Bei diesen Forschungsergebnissen handelt es sich lediglich um Beobachtungsbefunde, wie die Wissenschaftler einschränken. Die Forscher räumen daher ein, dass diese Ergebnisse durch Trolle oder falsche Antworten beeinflusst worden sein könnten.

Die drei beliebtesten Heilmethoden unter Verschwörungsgläubigen

Die Welt wird sich von Verschwörungsgläubigen, wie oben bereits erwähnt, sehr einfach gemacht: Es gibt nur den Krebs, also gibt es auch einfache Heilmethoden, alles andere ist Geldmacherei von „Big Pharma“. Folgende Methoden werden besonders häufig angepriesen:

  • Cannabis-Öl

Das auch als Marihuana- oder Hanföl bezeichnete Öl wird aus Marihuanapflanzen extrahiert, oft mit einem höheren Anteil einer als CBD (Cannabidiol) bekannten Verbindung, die eine geringere psychoaktive Wirkung hat als das bekanntere THC (Tetrahydrocannabinol), das Marihuana-Konsumenten high macht.

Angeblich eignet sich Cannabis-Öl als Mittel zur Zerstörung oder Verkleinerung von Krebstumoren sowie als Heilmittel für Diabetes, Geschwüre, Arthritis, Migräne, Schlaflosigkeit, Infektionen und viele andere Krankheiten.

Zwar sind handelsübliche Cannabispräparate von der FDA zugelassen, um krebsbedingte Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen zu lindern und den Appetit zu verbessern, doch haben keine klinischen Studien gezeigt, dass Cannabisprodukte Krebs heilen können.

Behauptungen, die die Heilwirkung beweisen sollen, sind anekdotisch und weitgehend unhaltbar und beruhen auf spärlichen Forschungsergebnissen, die an Mäusen und in Laboren gemacht wurden. Zu den Nebenwirkungen können Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsverluste gehören.

Eher im Gegenteil können Cannabispräparate Enzyme hemmen, die Patienten benötigen, um andere Krebsmedikamente zu verstoffwechseln, wodurch deren Toxizität erhöht oder ihre Wirksamkeit verringert wird.

Diesbezüglich auch ein Artikel von uns: Im Faktencheck: „Cannabis schrumpft Tumore“

  • Laetril

Laetril, das vor mehr als einem Jahrhundert in Russland und den Vereinigten Staaten als Krebstherapie populär wurde, ist der Handelsname für eine gereinigte Form von Amygdalin, einem Extrakt aus Aprikosenkernen und einigen Nüssen und Pflanzen. Laetril wird von den Enzymen des Darms aufgespalten, wobei Zyanid entsteht, das, so die Befürworter, Krebszellen abtötet und normales Gewebe unversehrt lässt.

Das Zyanid greift allerdings nicht nur selektiv Krebszellen, sondern alle Zellen an und kann somit sogar tödlich sein. Klinische Studien, die in den 1970er und 1980er Jahren durchgeführt wurden, darunter auch solche, die von den National Institutes of Health gesponsert wurden, zeigten, dass Laetril die Größe oder das Wachstum bösartiger Tumore nicht verringerte, aber einige Patienten eine Zyanidvergiftung erlitten.

Besonders ein „Doktor Leonard Coldwell“, bürgerlicher Name Bernd Witchner, propagierte Laetril, welches er als Vitamin B17 bezeichnete – dieses Vitamin findet sich jedoch nur in der „Alternativmedizin“. Ausführlich berichteten wir darüber hier: Nein, es gibt kein krebsheilendes Vitamin B17!

  • Beeinflussung des pH-Wertes durch die Ernährung

Ausgehend von der wissenschaftlichen Beobachtung, dass Krebszellen in einem sauren Milieu – also bei niedrigem pH-Wert – gedeihen, behaupten einige, dass stark „saure“ Lebensmittel wie Fleisch, Käse und Getreideprodukte das Krebsrisiko erhöhen, weil sie den pH-Wert im Blut senken.

Sie behaupten, dass der Verzehr von „basischen“ Lebensmitteln wie Obst, grünem Gemüse und anderen pflanzlichen Produkten das Wachstum von Krebszellen hemmt, indem er den pH-Wert des Blutes anhebt, und preisen die Vorteile der basischen Ernährung (auch bekannt als alkalische Aschediät oder alkalische Säurediät) an.

Tatsächlich können Krebszellen in einem stark alkalischen Milieu nicht leben. Gesunde Zellen allerdings auch nicht! Der Körper ist bestrebt, den pH-Wert konstant zu halten, und eine Ernährungsumstellung wird den pH-Wert des Blutes nicht wesentlich verändern, der von den Nieren und der Lunge unabhängig von der aufgenommenen Nahrung streng reguliert wird.

Einzig den pH-Wert von Speichel und Urin kann man vorübergehend durch Nahrungsmitteln verändern. Dies hat allerdings absolut keinen Einfluss auf den pH-Wert des Blutes und damit auch nicht auf die Umgebung der Krebszellen im Körper. Im Gegenteil kann eine signifikante Abweichung des pH-Werts im Blut zu ernsthaften, sogar lebensbedrohlichen Zuständen führen, die als Azidose (niedriger pH-Wert) oder Alkalose (hoher pH-Wert) bekannt sind.

10 Gründe, warum es keine Krebsheilung-Verschwörung gibt

  • Nicht alle an der medizinischen Forschung beteiligten Organisationen sind gewinnorientiert

Universitäten in aller Welt betreiben regelmäßig Forschung, und Wohltätigkeitsorganisationen wie die American Cancer Society stellen regelmäßig Mittel zur Verfügung. Wichtige Durchbrüche in der Krebsbehandlung stammen aus solchen Quellen.

  • Auch Medizinische Forscher und ihre Familien sind nicht immun gegen Krebs

Der „versteckte Heilmittel“ Verschwörungsglaube impliziert, dass Millionen Menschen, die in der Forschung und im Gesundheitswesen tätig sind, tadellos gehorsame Drohnen sind, die niemals der Versuchung nachgeben, jemandem zu helfen, der ihnen am Herzen liegt, oder die Welt zu verbessern. Es bedeutet, dass Ärzte und Wissenschaftler bereit sein müssen, stillschweigend zuzusehen, wie ihre Mütter, ihre Kinder und ihre Ehepartner leiden und mit einer Krankheit kämpfen, von der sie selbst wissen, dass sie heilbar ist.

  • Selbst die CEO von Unternehmen werden ihre Milliarden nicht nutzen können, wenn sie an etwas sterben, das ihre Unternehmen hätten heilen können

Wenn wir feststellen würden, dass die überwältigende Mehrheit der Unternehmenschefs und Regierungsbeamten von Krebs verschont geblieben ist, hätten wir vielleicht Grund zu der Vermutung, dass ein Heilmittel gefunden wurde und für einige wenige gerettet wird. Aber das ist nicht der Fall. Mit jedem Jahr, das vergeht, wird die Liste der reichen und mächtigen Menschen, die an Krebs sterben, länger. Sie umfasst Vorstandsvorsitzende von Unternehmen, Politiker, Regierungsvertreter, Mitarbeiter von „Big Pharma“ und Staatsoberhäupter aus aller Welt.

  • Die meisten Forscher schätzen Ruhm, Prestige und persönliche Erfolge mehr als Geld

Selbst wenn wir stillschweigend akzeptieren, dass es Wissenschaftlern und Ärzten nicht darum geht, die Welt zu verbessern oder kranken Menschen zu helfen, können wir nicht davon ausgehen, dass es ihnen nur ums Geld geht. Jeder Wissenschaftler, der ein bahnbrechendes Heilmittel findet oder sich daran beteiligt, wird unter Kollegen und Gleichgesinnten sofort berühmt sein.

Es bedeutet nicht nur einen Nobelpreis, sondern garantiert praktisch Statuen und ganze Gebäude, die ihnen zu Ehren errichtet werden, und eine Erwähnung in praktisch jedem medizinischen und wissenschaftlichen Lehrbuch. Es bedeutet die Bewunderung von Millionen von Opfern und Familienmitgliedern, die gerettet wurden. Die Entdeckung eines Krebsheilmittels würde einen Ruf bedeuten, der dem von Einstein gleichkommt, und ein Vermächtnis, das die Geschichte überdauern wird.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass viele Wissenschaftler dazu bereit wären, auf all dies zu verzichten und lieber von wem-auch-immer Schweigegeld kassieren, um nicht das ultimative Heilmittel veröffentlichen.

  • Alle Regierungen müssten daran beteiligt sein, aber nicht alle würden dabei Geld verdienen

Im Verschwörungsglauben arbeiten die Regierungen und die Pharmakonzerne zusammen, um ein Heilmittel zu unterdrücken. Daran würden Regierungen gut verdienen, in deren Ländern die Patienten alles selbst bezahlen müssen, jedoch Länder, in denen Medizin sozialisiert ist, würden dabei Geld verlieren.

Wie wahrscheinlich ist es also, dass diese Länder dadurch Geld verlieren und dabei zusehen, wie andere Länder reich werden? Würde nicht jedes Land die Gesundheitskosten gerne senken und das Geld stattdessen für Dinge wie Verteidigung und Energieentwicklung ausgeben?

  • Keine Versicherung würde da mitspielen

Warum sollten große Versicherungsgesellschaften weiterhin für teure, aber unwirksame Behandlungen zahlen, wenn es ein billiges und wirksames Heilmittel gibt? Sie hätten jeden erdenklichen Anreiz, die Unterdrückung besserer und billigerer Behandlungen aufzudecken und zu entlarven!

  • Unternehmen würden sogar sehr viel Geld mit einem Heilmittel verdienen

Wenn ein ultimatives Heilmittel patentiert werden könnte, würden die Erfinder für ihre Errungenschaften in die Geschichte eingehen, und das Unternehmen, für das sie gearbeitet haben, würde Milliarden verdienen. Wenn z. B. „Vitamin B 17“ (siehe oben) ein funktionierendes Heilmittel wäre, hätten schon sehr viele Unternehmen den Wirkstoff extrahiert und unter eigenem Markennamen und mit Gütesiegel vertrieben.

Stattdessen finden sich solche Mittel aber nur auf esoterisch angehauchten Seiten von „Wunderheilern“, die im Kleingedruckten nur darauf hinweisen, dass es nicht als Heilmittel anerkannt ist, um Klagen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Doch leider fallen zu viele Krebspatienten trotzdem darauf herein.

  • Unternehmen entscheiden sich bereits für Heilung oder Prävention statt für Profit

Es gibt bereits Beispiele für preiswerte Produkte, die eine bestimmte Krankheit sehr wirksam ausrotten, obwohl es mehr Gewinn pro Patient bringen würde, die Menschen krank werden zu lassen und sie dann zu behandeln, dazu gehören die Impfungen gegen Polio, Masern und anderen Krankheiten.

Dies widerspricht der Behauptung, dass Unternehmen so rücksichtslos sind, dass sie lieber Menschen leiden lassen, damit sie etwas mehr Geld aus ihnen herausholen können, als ein Heilmittel zu vermarkten. Ansonsten hätten Impfstoffe und Antibiotika ebenfalls unterdrückt werden müssen.

  • Es gibt mehr als ein gewinnorientiertes Unternehmen auf dem Markt, das bedeutet Wettbewerb

Es scheint also für Verschwörungsgläubige schlüssig, dass ein Heilmittel die Gewinne schrumpfen würde? Dann geht dies aber Hand in Hand mit der Behauptung, dass ein Heilmittel die Möglichkeit wäre, alle Konkurrenten zu schlagen, denn es gibt schließlich mehr als nur ein einziges Unternehmen!

Wenn ein Unternehmen ein Heilmittel entwickelt, aber alle anderen Unternehmen nur Mittel gegen die Symptome verkauft, dann würde doch niemand mehr bei den anderen Unternehmen kaufen. Im Gegenteil ist jedes Unternehmen darauf bedacht, schneller und besser als die Konkurrenz zu sein, die Unternehmen stehen in einem ständigen Wettbewerb – und wenn es ein Heilmittel gäbe, wäre das der Heilige Gral für das Unternehmen.

Aber auch wenn ein Unternehmen ein Heilmittel herausbringt, sitzt es in einem Haifischbecken: Jedes andere Unternehmen wird versuchen, irgendwelche Fehler in den Studien oder unter den Tisch gekehrte Nebenwirkungen zu finden. Und wenn dies passiert, wird die Konkurrenz mit dem Unternehmen den Boden wischen!

  • Das Verstecken eines Heilmittels kostet viel mehr

Gehen wir aber mal davon aus, dass, wie Verschwörungsgläubige behaupten, alle Unternehmen unter einer Decke stecken. Jedes Unternehmen, das an der Verschwörung beteiligt ist, müsste die Wahrscheinlichkeit und die Folgen eines Betrugs durch seine Konkurrenten und durch jeden einzelnen Wissenschaftler, der derzeit oder früher auf seiner Gehaltsliste stand, gegen die vorhergesagten Vorteile abwägen.

Damit die Verschwörung funktioniert, müsste für jedes dieser Unternehmen ein Anreiz geschaffen werden, zu schweigen. Mit anderen Worten: Sie müssten mehr Geld erhalten, als sie verlieren würden. Das gilt für jedes Land mit einer sozialisierten Gesundheitsfürsorge und jede Versicherungsgesellschaft, die für Behandlungen aufkommt.

Dazu kommt aber auch noch jeder Arzt, jeder Forscher und jeder Wissenschaftler, der an irgendeinem Aspekt davon beteiligt ist. Sie müssten alle einen Betrag erhalten, der ausreicht, um der Versuchung zu widerstehen, etwas zu verraten. Dazu kommen noch sämtliche Beteiligten an den Studien zur Arzneimittelforschung, die ebenfalls schweigen müssen.

Zudem bräuchte es noch eine Armee von Handlangern, die sämtliche Leute beseitigen, die nicht kooperieren wollen, und auch die müssten bezahlt werden. Diese müssten auch sämtliche unabhängigen und rivalisierenden Forscher überwachen und beseitigen oder bestechen.

Die Kosten für das Verbergen eines Heilmittels gegen Krebs wären also unermesslich hoch, und ständig bestünde die Gefahr, dass die Verschwörung auffliegen würde, da zig Millionen Menschen daran beteiligt wären.

Da wäre es wirklich sehr viel günstiger und entspannender für alle Beteiligten, das vermeintliche Heilmittel einfach zu veröffentlichen.

Artikelbild: Pixabay

Quellen:

American Cancer Society, PT, Cancer Therapy Advisor, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, The Credible Hulk
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