Ein Hobbyentwickler aus der Steiermark hat eine ungewöhnliche Form von „Fake News“ ins Visier genommen: die sprachlichen Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland.

Engelbert Mauthner, ein Softwareenthusiast mit einem Sinn für sprachliche Nuancen, hat die Browsererweiterung „leck[:er:]setzer“ entwickelt. Diese kreative Lösung wandelt bundesdeutsche Begriffe in ihre österreichischen Entsprechungen um – und macht somit aus der Kartoffel einen Erdapfel und aus „Ösis“ hochverehrte Nachbarn.

Die Geburtsstunde einer Idee

Die Inspiration für Mauthners Projekt kam aus den alltäglichen Diskussionen in seinem Umfeld, wo der Gebrauch bundesdeutscher Ausdrücke oft zu erhitzten Gemütern führte. Während ihm persönlich die Unterschiede nicht als störend auffielen, erkannte er dennoch den Bedarf, die sprachlichen Differenzen auf humorvolle Weise zu überbrücken. Das Ergebnis seiner Bemühungen ist ein Tool, das nicht nur sprachliche Barrieren abbaut, sondern auch zu einem kulturellen Dialog anregt.

Wie der „leck[:er:]setzer“ funktioniert

Der „leck[:er:]setzer“ funktioniert denkbar einfach: Beim Surfen im Internet ersetzt die Erweiterung automatisch ausgewählte bundesdeutsche Begriffe durch ihre österreichischen Pendants. Das Tool ist dabei flexibel einstellbar und kann auf Wunsch für einzelne Websites deaktiviert werden. Mauthner betont, dass die Wörterliste, die der Erweiterung zugrunde liegt, stetig von ihm gepflegt und erweitert wird. Aktuell umfasst sie etwa 20 Begriffe, doch das ist erst der Anfang.

Ein Auszug der aktuellen Liste:

  • Voll lecker-Schmackhaft
  • Leckere-Sehr gute
  • Ösis-hochverehrte Nachbarn
  • Kloß-Knödel
  • Tüte-Sackerl
  • Sahne-Obers
  • Quarkstollen-Christstollen
  • Wagen-Auto
  • Frikadellen-Fleischlaberl
  • Buletten-Fleischlaberl
  • Pfannkuchen-Palatschinken
  • Magerquark-Topfen
  • Quark-Topfen
  • klauen-fladern
  • Kartoffel-Erdapfel
  • Pellkartoffel-gekochte Erdäpfel
  • Tomaten-Paradeiser
  • Hackfleisch-Faschiertes
  • Wiener Würstchen-Frankfurter
  • Panade-Panier
  • Schrank-Kasten
  • Stuhl-Sessel
  • Brötchen-Semmel
  • Eimer-Kübel
  • Stampf-Püree
  • Möhren-Karotten

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Zukunftspläne und regionale Anpassungen

Eines der interessantesten Features, das Mauthner für die Zukunft plant, sind die Bundesländervarianten. Angesichts der vielfältigen Dialekte in Österreich – man denke nur an die Flesserl-Striezerl-Kontroverse – möchte er sicherstellen, dass die Erweiterung auch den regionalen Sprachgebrauch berücksichtigt. So könnten Wiener bald ihre Websites in dem ihnen vertrauten Lokalkolorit erleben.

Ein Echo der Gemeinschaft

Die Resonanz auf den „leck[:er:]setzer“ ist bisher durchweg positiv. Nachdem Mauthner das Add-on bei Google, Mozilla und Microsoft eingereicht hatte, ist es mittlerweile für Chrome, Firefox und Edge verfügbar. Das Feedback der Nutzer zeugt von der breiten Zustimmung zu Mauthners Idee, sprachliche Vielfalt mit Technologie und Humor zu feiern.

Brücken bauen mit Technologie und Humor

Darüber hinaus ist Mauthner offen für die Entwicklung einer Funktion, die den Sprachtausch auch umkehrt – für Deutsche, die österreichische Begriffe auf bundesdeutschen Websites sehen möchten. Dieser interkulturelle Ansatz könnte dazu beitragen, die sprachliche Kluft zwischen den Nachbarn weiter zu schließen und gleichzeitig die Freude an den sprachlichen Besonderheiten zu fördern.

Fazit:

Mauthners „leck[:er:]setzer“ ist somit mehr als nur eine Browsererweiterung; es ist ein Zeichen gegen sprachliche „Fake News“, ein Plädoyer für Verständigung und ein Beweis dafür, dass Technologie und Humor mächtige Werkzeuge sein können, um kulturelle Brücken zu bauen. In einer Welt, die oft von Missverständnissen geprägt ist, bietet der „leck[:er:]setzer“ eine willkommene Erinnerung daran, dass die Unterschiede zwischen uns auch eine Quelle der Bereicherung und des Lachens sein können.

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