Facebook und CO sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind Informationsquelle, Kommunikationskanal und Unterhaltungsplattform. Doch hinter der Fassade von viralen Videos, lustigen Memes und rührenden Geschichten lauert eine weniger offensichtliche Gefahr: das Like-Farming auf Facebook.

Was ist Like-Farming?

Like-Farming ist eine verbreitete Praxis auf Facebook, bei der die Ersteller solche Statusbeiträge und Facebook-Seiten / Gruppen mit emotionalen Beiträgen Likes und Shares sammeln. Der Trick: Sobald eine gewünschte Anzahl von Interaktionen (Likes und Kommentare) erreicht ist, werden die Beiträge bearbeitet und enthalten oft Links zu schädlichen Websites oder Phishing-Seiten.

Die dunkle Seite von Likes und Shares

Die Ersteller gehen oft raffiniert vor. Die Beiträge wirken harmlos und appellieren an das Mitgefühl der Nutzer. Bilder von kranken Kindern, Geschichten von Tieren in Not oder tragische Schicksale sind beliebte Themen, um Interaktionen zu generieren.

Beispiele solcher Statusbeiträge

Doch sobald die nötige Reichweite erreicht ist, offenbart sich die wahre Absicht der Ersteller solche Beiträge: Sie nutzen die erschlichenen Likes und Shares, um Spam-Produkte zu bewerben, Malware zu verbreiten oder durch Phishing persönliche Daten zu stehlen.

Hier ist ein Beispiel für Produktwerbung! Diese Seite hatte während der Corona-Pandemie mehr als 230.000 Fans gesammelt, weil sie ihre Nutzer damals mit Corona-Informationen versorgte. Inzwischen ist davon auf der Seite nichts mehr zu lesen. Stattdessen werden ständig Produkte bei Amazon gepostet! Hinter einem Kurlink verbirgt sich ein Amazon-Link. Bestellt man über diesen Link etwas, kassiert der Ersteller dafür eine Provision!

Wie Like-Farming Facebook-Nutzer manipuliert

Wie kann man Like-Farming erkennen?

Das Erkennen von Like-Farming kann manchmal schwierig sein, insbesondere wenn der ursprüngliche Beitrag harmlos oder emotional ansprechend gestaltet ist. Hier sind einige Tipps, wie Sie Like-Farming auf Facebook erkennen können:

  1. Hoch emotionale oder sensationelle Inhalte: Like-Farming-Beiträge nutzen oft emotionale oder sensationelle Inhalte, um eine emotionale Reaktion hervorzurufen und Nutzer dazu zu bringen, zu interagieren. Dies könnte ein Bild eines kranken Kindes oder Tieres sein, das Unterstützung benötigt, oder eine Geschichte über eine Person, die gegen alle Widrigkeiten kämpft.
  2. Aufforderungen zur Interaktion: Die Ersteller fordern die Nutzer oft auf, den Beitrag zu liken, zu teilen oder zu kommentieren. Sie könnten dazu ermutigen, „Amen“ zu schreiben oder jemandem Glückwünsche zu senden.
  3. Übermäßiger Gebrauch von Ausrufezeichen und Großbuchstaben: In vielen Fällen verwenden Like-Farming-Beiträge übermäßig Ausrufezeichen und Großbuchstaben, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu erregen.
  4. Links zu unbekannten Websites: Oft werden Links zu unbekannten oder unsicheren Websites hinzugefügt. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie auf solche Links klicken, da sie oft zu Websites führen, die Malware enthalten oder darauf abzielen, Ihre persönlichen Daten zu stehlen.
  5. Angebote, die zu gut sind, um wahr zu sein: Gewinnspiele, unglaubliche Rabatte oder Versprechen von kostenlosen Produkten sind oft ein Zeichen von Like-Farming. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.
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Wie schützt man sich vor Like-Farming?

Um sich vor Like-Farming zu schützen, können Nutzer die folgenden Schritte befolgen:

  1. Seien Sie kritisch: Bevor Sie einen Beitrag liken, teilen oder kommentieren, sollten Sie sich fragen, ob der Inhalt glaubwürdig ist. Viele Like-Farming-Beiträge versuchen, emotionale Reaktionen hervorzurufen oder unglaubliche Geschichten zu erzählen, um Interaktionen anzukurbeln.
  2. Prüfen Sie die Quelle: Wer hat den Beitrag ursprünglich gepostet? Ist es eine vertrauenswürdige Seite oder eine bekannte Person? Bei verdächtigen oder unbekannten Quellen ist es besser, vorsichtig zu sein.
  3. Seien Sie vorsichtig mit Links: Klicken Sie nicht auf Links in Beiträgen, die Ihnen verdächtig vorkommen. Diese könnten Sie auf unsichere Websites führen oder dazu dienen, persönliche Informationen abzugreifen.
  4. Geben Sie keine persönlichen Informationen preis: Like-Farming-Beiträge können dazu dienen, persönliche Informationen zu sammeln. Geben Sie daher niemals persönliche Informationen in Kommentaren oder Formularen preis, es sei denn, Sie sind sich sicher, dass es sich um eine legitime Anfrage handelt.
  5. Melden Sie verdächtige Beiträge: Wenn Sie einen Beitrag als verdächtig erachten, melden Sie diesen. Facebook und andere soziale Medien haben Mechanismen, um betrügerische Beiträge zu identifizieren und zu entfernen.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)