Besondere Vorsicht gilt für Ältere, Immungeschwächte und Schwangere. Wer sich über aktuelle Warnungen informiert und auf die richtige Küchenhygiene achtet, kann sich schützen.
Wie sich vor Listerien schützen? Ein Überblick
Das online-Portal Lebensmittelwarnung veröffentlicht regelmäßig Produktrückrufe. Mit Listerien verunreinigte Produktchargen sind ein häufiger Grund. Allein in diesem Jahr gab es Warnungen vor verschiedenen Käsen, Salami oder Fertigprodukten aufgrund von Listerien. Unternehmen entdecken den Fehler meist bei eigenen Qualitätskontrollen. Mithilfe der Lebensmittelüberwachung leiten sie einen Rückruf in die Wege und veröffentlichen wichtige Eckdaten wie Mindesthaltbarkeitsdatum oder Chargennummer. Verbraucher können das betroffene Produkt in der Regel ohne Kassenbon im Handel zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet. Über ihren Twitter- und Facebook-Kanal kommuniziert auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) die wichtigsten Rückrufe.
Rohe Lebensmittel: Küchenhygiene zählt
Listerien sind Bakterien, die vordergründig über Lebensmittel aufgenommen werden und zu Erkrankungen führen. Neben tierischen können auch pflanzliche Produkte betroffen sein, da die Bakterien in der Erde vorkommen und so auf Pflanzen gelangen. Bei -0,4 bis +45 Grad Celsius herrschen optimale Wachstumsbedingungen für Listerien. Auf Salaten können sie deshalb auch im Kühlschrank gut überleben. „Um sich vor Listerien zu schützen, sind rohe pflanzliche Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Das gilt auch für Bioware“, erklärt Saskia Vetter von der VZSH. Bei tierischen Lebensmitteln ist die richtige Küchenhygiene entscheidend. Rohe Fleischwaren sollten auf einem separaten Schneidebrett zubereitet und vor dem Verzehr erhitzt werden, mindestens auf 70 Grad Kerntemperatur.
Listerien: Gefahr für Schwangere und ältere Menschen
Die Listeriose-Erkrankung hat viele Gesichter: Fieber, Durchfall oder grippeähnliche Symptome. Besonders gefährlich ist sie für immungeschwächte ältere Menschen oder Schwangere. Denn Listerien-Infektionen können in der Schwangerschaft zu Fehlgeburten führen. Bei älteren Menschen treten in schlimmen Fällen Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen auf. Daher sollten sensible Verbrauchergruppen auf Rohmilchkäse, Teewurst, Mett oder vorgeschnittene Salate lieber verzichten.
Listeriose ist eine meldepflichtige Erkrankung, etwa 600 Meldungen gehen in Deutschland jährlich beim Robert-Koch-Institut ein.
Quelle: Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein
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