In einigen Fällen führt eine Bestellung günstiger Markenprodukte zum Erhalt eines gefälschten Produkts, manchmal erhält man gar nichts und insbesondere bei Medikamenten kann das Produkt sogar gefährlich sein.

Worauf man in Online-Shops und auf Plattformen wie Amazon achten kann, um sich zu schützen und sich nicht selbst strafbar zu machen, hat unser Kooperationspartner Watchlist Internet hier zusammengefasst!

Wenn wir von Markenfälschungen im Online-Handel sprechen, so müssen wir zwei Kategorien unterscheiden: Bei Kategorie 1 werden tatsächlich Imitate echter Markenprodukte auf betrügerischen Websites, oft aber auch auf seriösen Marktplätzen wie dem Amazon Marketplace angeboten und verschickt. Bei Kategorie 2 hingegen, werden Markenprodukte lediglich zu unrealistisch günstigen Preisen auf Fake-Shops angeboten, verschickt wird aber entweder gar nichts, oder ein Produkt, welches nichts mit dem bestellten zu tun hat.

Kategorie 1: Tatsächliche Markenfälschungen

Besonders betroffen von Markenfälschungen sind beispielsweise die Produktkategorien Mode, Schmuck, Uhren, Ersatzteile und Medikamente. Auf der Suche nach Produkten aus diesen Bereichen landen Sie womöglich auf Websites, welche ein echtes Produkt darstellen oder ein Imitat, welches dem echten Produkt zum Verwechseln ähnlich sieht. Im Falle einer Bestellung wird hier eine gefälschte Version des bestellten Produkts verschickt. In vielen Fällen wird diese Markenfälschung bei der Einfuhr in die EU vom Zoll aufgegriffen und vernichtet. Oft schafft es das Produkt aber auch bis zu Ihnen.

Was kann ich tun, wenn ich ein gefälschtes Produkt erhalten habe?

Wenn Sie eine Markenfälschung erhalten haben, so haben Sie in aller Regel kaum Möglichkeiten, wieder an Ihr Geld zu gelangen. Da derartige Online-Shops von Kriminellen betrieben werden, ist es aussichtlos, sich auf Gewährleistungsrechte zu berufen oder vom Widerrufsrecht Gebrauch zu machen. Wurde das Produkt aber beispielsweise über eine Plattform wie den Amazon-Marketplace bestellt, so kann es zielführend sein, sich an die jeweilige Plattform zu wenden und dort die Bestellung zu reklamieren oder zumindest das jeweilige Angebot zu melden.

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Welche Gefahren bergen Markenfälschungen?

Während dies auf den ersten Blick häufig nicht erkennbar ist, kann die Nutzung einer Markenfälschung durchaus Gefahren mit sich bringen. Insbesondere bei Medikamenten muss dringend von einer Nutzung abgeraten werden. Im besten Fall ist das Präparat wirkungslos. Im schlimmsten Fall jedoch, kann es schwere Nebenwirkungen auslösen, die sogar lebensgefährlich sein können. Besonders gefährlich können auch gefälschte Ersatzteile beispielsweise für Autos, Fahrräder oder E-Scooter sein. Versagt ein solches gefälschtes Ersatzteil im falschen Moment kann das schwerwiegende Folgen haben. Während die Gefahren beispielsweise bei Mode oder Uhren nicht ganz so groß sind, kann es auch hier zu unangenehmen Folgen durch das Tragen kommen. So können billige Materialien oder bei der Produktion eingesetzte Chemikalien schwere Hautreizungen verursachen.

Mache ich mich durch den Kauf von Markenfälschungen strafbar?

Eine klare Antwort gibt es hier nicht, doch wenn Sie unwissentlich eine Markenfälschung gekauft haben, obwohl Sie davon ausgegangen sind, ein echtes Produkt zu bestellen, besteht meist kein Grund zur Sorge. Wenn Sie jedoch absichtlich ein gefälschtes Produkt einkaufen, kann bereits eine Strafbarkeit vorliegen und entsprechende Schadensersatzforderungen des betroffenen Unternehmens wären nicht auszuschließen.

Mit Sicherheit strafbar machen Sie sich allerdings, wenn Sie Markenfälschungen beispielsweise über Kleinanzeigenplattformen weiterverkaufen. Davon ist dringend abzusehen.

Kategorie 2: Fake-Shops mit Markenprodukten

Bei Kategorie 2 der Markenfälschungen im Internet handelt es sich um Fake-Shops, die auf ihren Websites zwar Markenware darstellen, aber entweder nichts oder etwas völlig anderes versenden. Beispielsweise stellen solche Websites einen (oft unrealistisch) stark verbilligten Nike-Schuh auf ihrer Website dar. Wenn Sie den Schuh bestellen, erhalten Sie aber kein Nike-Imitat, sondern eine gefälschte Markenbrille, ein paar billiger Schlapfen, ein gefälschtes Gucci Bandana oder rein gar nichts.

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Wie kann ich mich vor dem Kauf von Markenfälschungen schützen?

  • Unrealistische Preise: Die 8.000 Euro Rolex-Uhr kostet nur 500 Euro? Oder der neueste Adidas-Schuh ist um 80 % reduziert? Es handelt sich mit Sicherheit um ein betrügerisches Angebot!
  • Impressum überprüfen: Die meisten Fake-Shops, die Markenfälschungen anbieten, haben kein Impressum und keine funktionierende Kontaktmöglichkeit – ein eindeutiges Betrugsmerkmal und Grund, Abstand zu nehmen.
  • Ausverkaufte Produkte lieferbar: Fake-Shops verfügen oft über riesige Sortimente und sämtliche Waren sind lieferbar. Ein Vergleich mit seriösen Seiten zeigt, dass die Produkte längst ausverkauft sind.
  • Überprüfen Sie unsere Liste betrügerischer Online-Shops!
  • Installieren Sie unseren Fake-Shop Detector!
  • Erfahrungsberichte einholen: Suchen Sie über Ihre Suchmaschine nach Erfahrungsberichten. Beachten Sie dabei, dass auch fehlende Erfahrungswerte ein Anzeichen für Betrug sein können, da Fake-Shops häufig nur kurze Zeit online bleiben.
  • Achten Sie auf Zertifizierungen von Online-Shops!

So überprüfen Sie seriöse Gütezeichen und Zertifikate:

Damit echte Online-Shops seriöse Gütezeichen auf ihren Websites darstellen dürfen, müssen sie strenge Prüfverfahren durchlaufen und gewisse Kriterien erfüllen. Betrügerische Online-Shops versuchen daher häufig, über gefälschte oder erfundene Zertifikate und Gütezeichen Vertrauen zu stiften. Bei seriösen Gütezeichen wie dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen, Trusted Shops oder Trustmark Austria können Sie daher durch Klick auf das Gütezeichen Logo ganz einfach überprüfen, ob es sich um ein echtes Zertifikat handelt. Sollte kein Klick auf ein Gütezeichen möglich sein oder eine Verlinkung ins Leere führen, können Sie auf den Websites der Zertifikatsstellen nach den zertifizierten Shops suchen. Z.B. unter www.guetezeichen.at/zertifizierte-websites. Finden Sie auch dort keinen Hinweis auf die Echtheit eines Gütezeichens, so ist Vorsicht geboten. Achten Sie auch darauf, dass Sie tatsächlich auf der Seite der jeweiligen Zertifikatsstellen landen und nicht nur auf einer gefälschten Seite, die ebenso von den Kriminellen eingerichtet wurde.

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Klicken Sie auf das Logo des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und sehen Sie sich das Beispielzertifikat an:

MIMIKAMA

Was können Sie als Opfer tun?

Wenn Sie tatsächlich Markenfälschungen erhalten haben, raten wir von einer Nutzung ab, um die zuvor erwähnten Gefahren zu vermeiden. Bei einem Kauf über seriöse Plattformen oder Marktplätze raten wir Ihnen jedenfalls zur Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Plattform. So besteht die Möglichkeit auf Rückerstattung. Erfolgte der Kauf über einen Fake-Shop, können Sie lediglich versuchen, Kontakt zu Ihrem Zahlungsdienstleister oder Kreditkartenanbieter aufzunehmen. Womöglich kann so das Geld zurückgebucht werden. Auch polizeiliche Anzeige können Sie in Erwägung ziehen.

Beratung & Hilfe
Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die Watchlist Internet auf der Seite Beratung & Hilfe für Sie aufgelistet hat.

Quelle:

Watchlist Internet

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)