Die Behauptung

In sozialen Netzwerken verbreitete Fotos behaupten, politische Botschaften für Palästina seien auf das Brandenburger Tor und das Reichstagsgebäude projiziert worden, doch Beweise für die Echtheit dieser Aktion fehlen.

Unser Fazit

Die Untersuchung zeigt, dass die angeblichen Projektionen politischer Botschaften in Berlin höchstwahrscheinlich das Ergebnis einer Bildmanipulation sind. Keine verlässlichen Quellen bestätigen das Ereignis, und die Details der Bilder widersprechen einer realen Projektion.

Die Bilder sollen Projektionen zeigen, die eine kühne politische Botschaft auf zwei der berühmtesten Wahrzeichen Deutschlands, dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude, übermitteln. Doch sind diese Bilder wirklich das, was sie zu sein scheinen, oder ist hier mehr im Spiel?

Screenshot aus sozialen Medien (Quelle unbekannt)
Screenshot aus sozialen Medien (Quelle unbekannt)

Keine Spur in der Realität

Die Fotos, die Schlagzeilen wie „Free Palestine from German guilt“ und „Genozid in Gaza sofort stoppen“ zusammen mit der palästinensischen Flagge zeigen, behaupten, das Ergebnis einer nächtlichen Aktion „unbekannter Aktivisten“ zu sein. Diese Behauptung verbreitete sich virulent in den sozialen Medien, gefüttert durch die Berichterstattung des deutschen Ablegers des türkischen Staatssenders TRT. Allerdings gibt es entscheidende Beweise, die diese Behauptungen in Frage stellen.

Weder Online-Recherchen noch Durchsichten sozialer Medien konnten weitere Zeugnisse oder Aufnahmen dieser angeblichen Projektionen erbringen. Noch beunruhigender ist, dass weder die Berliner Polizei noch die Bundestagsverwaltung Kenntnis von solchen Projektionen haben, und es gibt keine Aufzeichnungen über Notrufe oder Anzeigen bezüglich eines solchen Vorfalls.

Details der Projektionen, die nicht passen

Ein tieferer Blick auf die Bilder selbst enthüllt Anomalien, die die Wahrscheinlichkeit einer digitalen Fälschung erhöhen. Die Projektionen erscheinen ungewöhnlich gleichmäßig und glatt, trotz der architektonischen Komplexität der Gebäude, auf die sie angeblich projiziert wurden. Vergangene Lichtprojektionen auf ähnlichen Strukturen haben stets Verzerrungen aufgewiesen, insbesondere wenn sie nicht aus einer direkten, frontalen Perspektive aufgenommen wurden.

Kontroverse Botschaften und wiederkehrende Fälschungen

Die Botschaft „Free Palestine from German guilt“ hat bereits in der Vergangenheit Kontroversen ausgelöst, wobei Kritiker eine problematische Nähe zu rechtsextremen Konzepten anführten. Diese jüngsten Bilder scheinen in eine ähnliche Richtung zu zielen, vielleicht in der Hoffnung, politische Spannungen zu entfachen oder bestimmte Narrative zu fördern.

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Es ist nicht das erste Mal, dass manipulierte Bilder in politischen Diskursen verwendet werden. Fälle reichen von bearbeiteten Videos mit pro-russischen Botschaften bis hin zu gefälschten Bildern, die sowjetische Banner auf dem Reichstagsgebäude zeigen. Diese Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben und Informationen kritisch zu prüfen, besonders in Zeiten politischer Unruhen.

Fazit: Die Macht der verantwortungsvollen Informationsprüfung

In einer Ära, in der digitale Inhalte mit wenigen Klicks manipuliert und verbreitet werden können, erinnert uns dieser Vorfall eindringlich an die Bedeutung der Medienkompetenz und der Überprüfung von Quellen. Während die Bilder zweifellos provokativ waren, war ihre wahre Entlarvung, dass sie nicht das zeigten, was sie zu zeigen behaupteten. Sie erinnern uns daran, dass nicht alles, was online geteilt wird, der Wahrheit entspricht, und dass die Überprüfung von Fakten unerlässlich bleibt.

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Quelle: dpa-factchecking

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)