Die Behauptung

Ein aktuelles Foto zeigt angeblich sechs Regenbögen gleichzeitig am Himmel über Holland.

Unser Fazit

Das Foto ist eine digital manipulierte Fotografie. Echte Regenbögen in dieser Anzahl und Formation sind physikalisch unmöglich.

Im Mai 2024 begann ein Foto auf Facebook die Runde zu machen, das angeblich sechs Regenbögen gleichzeitig am Himmel über Holland zeigte. Viele Nutzer teilten das Bild begeistert und staunten über das seltene Naturphänomen. Doch die Wahrheit hinter dem Foto ist weniger spektakulär, als es scheint.

Es handelt sich um diesen Facebook-Statusbeitrag vom 16.05.2024 (hier archiviert)

Regenbögen im Faktencheck
Regenbögen im Faktencheck

Faktencheck und Bewertung der sechs Regenbögen

Eine erste Bewertung des Bildes lässt Zweifel aufkommen. Meteorologen und Bildexperten äußerten schnell ihre Bedenken hinsichtlich der Echtheit der Aufnahme. Die dargestellte Anzahl an Regenbögen widerspricht den bekannten physikalischen Gesetzen der Lichtbrechung und -reflexion in Wassertropfen.

Fakten

Bei der genauen Untersuchung des Fotos stellte sich heraus, dass es sich um eine digital manipulierte Aufnahme handelt. Das ursprüngliche Bild, das bereits 2014 auf Imgur hochgeladen wurde, zeigte zwar mehrere Regenbögen, in diesem Falle drei, aber keineswegs sechs gleichzeitig.

MIMIKAMA

Ein echtes Foto mit mehreren Regenbögen, das möglicherweise als Vorlage diente, wurde schon vor Jahren veröffentlicht und zeigte einen dreifachen Regenbogen. Paul Neiman, ein Forschungsmeteorologe bei der NOAA, erklärte 2015, dass vierfache Regenbögen unter sehr seltenen Bedingungen existieren können, wenn eine große, glatte Wasseroberfläche das Sonnenlicht reflektiert und somit eine zweite Lichtquelle erzeugt. Diese Bedingungen sind jedoch extrem selten und führen nicht zu sechs Regenbögen.

Weitere Informationen

Ein typischer Regenbogen entsteht durch die Brechung und interne Reflexion von Sonnenlicht in Regentropfen. Der primäre Regenbogen ist der bekannteste und entsteht durch eine einzelne Reflexion des Lichts. Ein sekundärer Regenbogen, der gelegentlich zu sehen ist, entsteht durch zwei interne Reflexionen und hat eine umgekehrte Farbsequenz im Vergleich zum primären Regenbogen.

Lesen Sie auch >   Bild von Sir Keir Starmer mit rosa Hijab ist nicht echt

Reflektierte Lichtregenbögen, die entstehen, wenn Sonnenlicht von einer glatten Wasseroberfläche reflektiert wird, sind sehr selten und führen zu zusätzlichen Regenbögen, die sich am Horizont mit den normalen Regenbögen treffen. Selbst unter diesen seltenen Bedingungen ist die Anzahl der Regenbögen begrenzt und überschreitet nicht vier. (Quelle)

Häufig gestellte Fragen:

Wie entstehen Regenbögen? Regenbögen entstehen durch die Brechung und Reflexion von Licht in Wassertropfen. Ein primärer Regenbogen entsteht durch eine einzige Reflexion des Sonnenlichts, während ein sekundärer Regenbogen durch zwei Reflexionen entsteht.

Was ist ein Antisolarpunkt? Der Antisolarpunkt ist der Punkt direkt gegenüber der Sonne. Wenn die Sonne beispielsweise 10 Grad über dem Horizont hinter dem Beobachter steht, liegt der Antisolarpunkt 10 Grad unter dem Horizont vor dem Beobachter.

Wie selten sind vierfache Regenbögen? Vierfache Regenbögen sind äußerst selten und treten nur unter besonderen Bedingungen auf, wenn es zwei verschiedene Lichtquellen gibt, wie die Sonne und eine große reflektierende Oberfläche wie ein See.

Warum sehen wir Regenbögen normalerweise nur über dem Horizont? Wir sehen Regenbögen normalerweise nur über dem Horizont, weil es nicht genügend Regentropfen zwischen dem Beobachter und dem Boden gibt, um den Regenbogen unterhalb des Horizonts zu sehen. Ausnahmen sind Vollkreisregenbögen, die von höher gelegenen Orten wie Flugzeugen und Berggipfeln aus gesehen werden können.

Was sind reflektierte Lichtregenbögen? Reflektierte Lichtregenbögen entstehen, wenn eine glatte Wasseroberfläche hinter dem Beobachter das Sonnenlicht reflektiert und eine zweite Lichtquelle erzeugt. Diese reflektierte Sonne erzeugt zusätzliche Regenbögen, die sich mit den normalen Regenbögen am Horizont treffen.

Mimikama-Tipp: Bleiben Sie skeptisch gegenüber viralen Bildern und prüfen Sie die Quellen, bevor Sie solche Inhalte teilen. Abonnieren Sie unseren Newsletter und melden Sie sich für unsere monatlichen Online-Vorträge und Workshops an, um mehr über die Erkennung von Falschinformationen zu erfahren.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)