Die Behauptung

Wolodymyr Selenskyj kaufte über Stellvertreter zwei Luxusyachten namens „Lucky Me“ und „My Legacy“ für über 75 Millionen US-Dollar.

Unser Fazit

Diese Behauptung ist falsch. Untersuchungen und Aussagen der Yachtverkäufer bestätigen, dass beide Yachten noch zum Verkauf stehen und nicht an Selenskyj oder seine Stellvertreter verkauft wurden.

Hat Selenskyj die Yachten „My Legacy“ und „Lucky Me“ gekauft?

Diese Behauptung wurde durch einen Beitrag auf X, ehemals Twitter, verstärkt, der mehr als 4 Millionen Mal angesehen und über 8.000 Mal geteilt wurde. Der Nutzer drückte seinen Unmut über die angebliche Verschwendung amerikanischer Steuergelder aus und bezog sich dabei auf einen Bericht der Website „The Islander“.

Screenshot auf X (vormals Twitter)
Screenshot auf X (vormals Twitter)

„US-Steuergelder bei der Arbeit. Wie „The Islander“ berichtet, soll Selenskyj über einen Bevollmächtigten zwei Yachten im Wert von über 75 Millionen Dollar gekauft haben. Die Namen der Yachten sind eine Beleidigung für alle Ukrainer: ‚Lucky me‘ und ‚My Legacy‘.“

Als Beweis waren im Artikel des „Islander“ auch Verkaufsdokumente zu sehen, die belegen sollen, dass die Shefir-Brüder als Käufer für die Yachten eingetreten waren.

Untersuchung und Widerlegung der Behauptung

Trotz der Verbreitung dieser Geschichte in den sozialen Medien und auf verschiedenen Nachrichtenplattformen widerlegen einige Fakten die Behauptung.

Sowohl Burgess, das Unternehmen, das „My Legacy“ verkauft, als auch BehneMar, das Unternehmen hinter „Lucky Me“, bestätigten gegenüber The Associated Press, dass beide Yachten noch auf dem Markt sind und nicht verkauft wurden, wie auch aus deren Webseiten hervorgeht.

Aber die Verkaufsunterlagen … ?

Die verwendeten Verkaufsdokumente in dem „Enthüllungs-Video“, auf das sich auch der „Islander”-Artikel beruft, sind veraltet und entsprechen nicht den aktuellen Standards der MYBA The Worldwide Yachting Association.

Screenshot YouTube-Video
Screenshot aus dem Video / Quelle: YouTube

Blanko-Versionen dieser Unterlagen „Memorandum of Agreement“ sind übrigens im Netz frei verfügbar. – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

In diesen sowie in den angeblichen Verkaufsunterlagen ist zu lesen: „Memorandum of Agreement Approved by The Mediterranean Yacht Brokers Association“. Dies ist allerdings ein veralteter Name der Gruppe, die jetzt „MYBA The Worldwide Yachting Association“ heißt. Im Jahr 2008 wurde der Name geändert. Das Unternehmen verwendet nun außerdem ein anderes Logo als jenes, das in den Dokumenten enthalten ist.

Fazit

Die Behauptung, Selenskyj habe über Mittelsmänner zwei Luxusyachten gekauft, ist nachweislich falsch. Die Yachten stehen nach wie vor zum Verkauf und es gibt keine stichhaltigen Beweise, die Selenskyj mit dem Kauf in Verbindung bringen.

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Quelle: AP News, Burgess, BehneMar

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