Laut einer YouGov-Online-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hat die Nutzung von Social-Media-Plattformen Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung und das Körperbild von Jugendlichen. Befragt wurden rund 1.500 Personen im Alter von 14 bis 30 Jahren, die soziale Netzwerke nutzen. Darunter waren rund 160 Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren, die bei der Beantwortung der Fragen von ihren Eltern unterstützt wurden. Demnach verbringen fast zwei Drittel der Jugendlichen durchschnittlich bis zu drei Stunden täglich auf Social-Media-Plattformen. 40 Prozent verspüren den Druck, schöner, erfolgreicher und besser sein zu müssen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Medien dazu beitragen, das Selbstbild von Jugendlichen zu verzerren. Deshalb fordern wir, dass geschönte Bilder im Netz gekennzeichnet werden müssen“

AOK-Vorstandsvorsitzende Dr. Carola Reimann.

Medienkompetenz hänge eng mit Gesundheit zusammen. Deshalb startet der AOK-Bundesverband am 6. Juli eine Aufklärungskampagne in den sozialen Medien.

Auswirkungen auf das Selbstbild von Jugendlichen

Soziale Medien wie TikTok, Instagram und Snapchat dienen als Raum für Austausch und Kommunikation. Dadurch haben sich die Vergleichsmöglichkeiten für Heranwachsende vervielfacht. Eine Folge dieser Entwicklung, die sich aus den Ergebnissen der Befragung ableiten lässt: Viele Jugendliche stellen ihr Selbstbild infrage, weil sie sich mit idealisierten Wunschbildern vergleichen. Besonders deutlich zeigt sich dies laut Befragung bei den 14- bis 15-Jährigen. Sie lassen sich stark von Idealen beeinflussen, die ihnen in sozialen Medien vorgelebt werden.

In der Kontrollgruppe hielten sich 38 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe für attraktiv. In der Experimentalgruppe, die vor der Beantwortung der Fragen ein attraktives Modell sah, fanden sich nur 16 Prozent attraktiv. Insgesamt kommt mehr als die Hälfte der Befragten zu dem Schluss, dass es ihnen eigentlich guttäte, weniger Zeit auf Social-Media-Plattformen zu verbringen.

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Die Bearbeitung von Fotos und der Einsatz von Beauty-Filtern

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Fast jeder (97 Prozent) bearbeitet Fotos von sich selbst, fast jeder Dritte setzt dabei Beauty-Filter ein. Am häufigsten werden dabei der Teint und die Gesichtsform optimiert. Die geschönten Fotos und Videos im Netz führen dazu, dass sich andere als weniger schön und erfolgreich wahrnehmen. Fast die Hälfte der 18- bis 19-Jährigen gibt laut der Umfrage an, dass sie durch die Inhalte auf Social-Media-Plattformen neidisch auf andere werden. „Es braucht gesetzliche Regelungen, die eine Kennzeichnungspflicht für retuschierte Werbebilder und den Einsatz von Beauty-Filtern vorschreiben“, fordert Reimann.

Der Umgang mit sozialen Netzwerken und die Verbindung zur Realität

Die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Realität zeigt sich auch bei der Einschätzung des Körpergewichts. Mädchen schätzen ihr Gewicht tendenziell häufiger als zu hoch ein, als es tatsächlich ist. Und Jungen eher zu niedrig. Rund 38 Prozent der 18- bis 19-jährigen männlichen Befragten haben das Gefühl, untergewichtig im Sinne von weniger muskulös zu sein. Tatsächlich sind es – gemessen an den eigenen Angaben zu Alter, Größe und Körpergewicht (BMI) – nur 8 Prozent.

„Es geht nicht darum, soziale Netzwerke zu verteufeln, sondern darum, einen entsprechenden Umgang damit zu finden und die Verbindung zur Realität nicht zu verlieren. Jugendlichen muss klar sein, dass das, was sie auf Social Media sehen, nicht die Realität ist“, sagt Dr. Carola Reimann.

„Du bist mehr als dein Instagram-Profil“

Mit der Informationskampagne, die am 6. Juli startet, will die AOK Jugendliche und junge Erwachsene dabei unterstützen, ihr Nutzungsverhalten auf den Prüfstand zu stellen. In einem Live-Online-Vortrag „Du bist mehr als dein Instagram-Profil“ erhalten Interessierte hilfreiche Informationen und können im Live-Chat mit einem Experten ins Gespräch kommen. Weitere Inhalte der Kampagne sind Posts und Videos auf Instagram und TikTok, in TV-Mediatheken und Streamingdiensten, die Jugendliche sensibilisieren und aufklären sollen: Die Ideale der virtuellen Welt entsprechen nicht immer der Realität. So sollen Jugendliche ermutigt werden, sich nicht nur auf ihre Kontakte in den sozialen Medien zu beschränken.

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Mehr Informationen: www.aok.de/selbstliebe

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Quelle:

Presseportal

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