Sport- und Energydrinks im Faktencheck

„Hypotone“ oder „isotone“ Getränke gibt’s ohne Ende auf dem Markt. Billig sind die meistens nicht gerade

Autor: Tom Wannenmacher

Gibt es vielleicht auch Alternativen, um sich nach dem Joggen wieder fit zu fühlen? Oh ja! Durst nach dem Sport? Schlapp? Und nun? Erstmal ein Super-Hypo-Iso-Getränk oder so? Kann man machen, schadet in Maßen normalerweise nicht: Im Fachchinesisch wären das dann „hypotone“ oder „isotone“ Getränke.

Der Witz dabei ist nur: Einfaches Mineral- oder Leitungswasser oder solches, in das ihr noch etwas Apfelsaft reinkippt (die berühmte Schorle), tut’s genauso!

Die Flüssigkeit als solche ist nämlich das Wichtigste – mit Mineralien (Mineralwasser) und Traubenzucker (Obstsaft) dabei geht’s noch besser. In den „Sportdrinks“ oder „Isodrinks“ ist in der Regel auch nichts Besseres drin – oder andersherum: Solange das Mischungsverhältnis stimmt, ist eine Apfelsaftschorle genauso „isoton“, es steht halt nur nicht drauf. Ideal: 1 Teil Saft, 3 Teile Mineralwasser. Reiner Saft hat zwar Mineralien und Vitamine (was auch viel wert ist), funktioniert zum Flüssigkeitsausgleich aber nicht so gut: Der ist nämlich „hyperton“, genauso wie Energydrinks (gezuckerte, mit Kalorien).

Na super, gleich drei so Begriffe, die kein Mensch auseinanderhalten kann. Also:

Im Blut findet man jede Menge Teilchen (Mineralien, Traubenzucker) in gelöster Form. Bei Getränken im Prinzip das Gleiche: Je nach Getränk sind unterschiedlich viele solcher gelösten Teilchen drin, bei reinem Fruchtsaft oder Energydrinks z.B. eine ganze Menge. Der Körper kann Flüssigkeit dann gut aufnehmen, wenn ein Getränk weniger oder höchstens gleich viele dieser gelösten Teilchen als das Blut enthält – sind mehr im Getränk als im Blut, muss der Körper nämlich zusätzliche Flüssigkeit „organisieren“, um das Ganze zu verdünnen und schließlich verarbeiten zu können – die fehlt ihm dann, und das macht überhaupt nicht fit…

Okay? Salopp gesagt: Je dichter die Brühe ist, die ihr trinkt, desto eher müsst ihr hinterher selber Flüssigkeit reinstecken.

Das bedeutet für die Getränkebar:

Hypotone Getränke: (z.B. Mineralwasser oder Leitungswasser): Hier hat das Getränk weniger Teilchen als das Blut. Die Flüssigkeitsaufnahme geht da ab wie ein Zäpfchen: Kein Problem, kein Durst mehr.

Isotone Getränke: (z.B. Saftschorle): Unentschieden – die Konzentration ist gleich. Das klappt auch ganz gut, der Körper zieht sich die Flüssigkeit immer noch problemlos rein.

Hypertone Getränke: (z.B. reiner Fruchtsaft oder Energydrinks): Das Getränk hat mehr Teilchen als das Blut – und jetzt braucht der Körper zum Verarbeiten eigene Flüssigkeit. Man wird deswegen vielleicht nicht noch durstiger, aber so ein richtiger Löscher ist was anderes.

Naja, jene Trendgetränke wollen natürlich vermitteln, dass es ohne sie nicht geht, nur gibt es dazu gar keine wissenschaftlichen Argumente. Für schlichtes Wasser oder eben Schorle spricht ein handfestes Argument: Sie kosten deutlich weniger.

Und was das Wachbleiben angeht: Bei „Energydrinks“ und ähnlichen Vertretern geht es gar nicht um den Flüssigkeitshaushalt oder um Fitness, sondern nur ums Aufputschen. Dabei ist der „Leistungs- und Konzentrationssteigerer“ meistens nur schlichtes Koffein – andere exotisch klingende Zutaten sind u.a. schon mal Taurin, Inositol oder L-Carnitin.

Koffein, Taurin, Inositol oder L-Carnitin

Koffein ist ein bekannter Inhaltsstoff von Kaffee, Tee oder Cola. Wirkt anregend. Koffein verbirgt sich auch hinter Begriffen wie Guarana, Mate, Kolanuss oder Kakao. Nicht per se schlecht, aber kann bei zu hohen Mengen zu unerwünschten Wirkungen wie z.B. Nervosität, Herzrasen oder Schlaflosigkeit führen. Eine große Dose Energydrink enthält bereits ziemlich viel Koffein auf einen Schlag.

Taurin ist ein Eiweißbaustein, der im Körper selbst gebildet wird und somit auch ausreichend vorhanden ist. Es gibt keinen Beweis dafür, dass es die Leistungsfähigkeit beeinflusst. Inositol, auch Muskelzucker genannt, ist ein süßlich schmeckender Zuckeralkohol. Im Körper (Muskeln) ausreichend vorhanden. Vom Körper wird selbst viel mehr produziert, als mit der Nahrung aufgenommen wird. Im Gehirn dient er als Botenstoff, weshalb er gerne in Energydrinks eingesetzt wird. Auch L-Carnitin wird vom Körper gebildet und ist zudem in vielen alltäglichen Lebensmitteln. Ist daher selbst bei Ausdauersport nicht zusätzlich nötig.

Energydrinks enthalten oft zugesetzte Vitamine. Diese zusätzliche Zufuhr über die normale Ernährung hinaus ist nicht notwendig. Meist werden Vitamine zugesetzt, die wir in ausreichenden Mengen über Lebensmittel aufnehmen.

Quelle und vielen Dank an Check4you für diese Information

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