Erst kürzlich erregte wieder ein YouTube-Video Aufmerksamkeit, in dem lebendige Welpen mit einem Stock in einen Fluss gestoßen und damit einem Krokodil zum Fraß vorgeworfen wurden. Es steht außer Frage, dass es sich dabei um tierquälerische Inhalte handelt, dennoch blieb das Video über fünf Monate online, erhielt über 250.000 Views und 1.200 Likes.

Eine Studie der SMACC (Social Media Animal Cruelty Coalition) 2021 spricht gar von einer Summe von 5.480 tierquälerische Videos in denen 77,5% der Tiere offensichtlich und sogar beabsichtigt zu Schaden kamen.

Profit durch inszenierte Videos

Vermeintliche Tierrettungsvideos, bei denen Tiere vor laufender Kamera entdeckt und aus misslichen Situationen befreit werden, zählen zu den besonders beliebten Inhalten in den Sozialen Medien. Affen, die aus unerfindlichen Gründen umschlungen von einer Schlange vorgefunden werden, oder ein ganzer Wurf Welpen, der unter Schutt und vollkommen mit Teer verklebt gefunden wird – die Liste ist endlos.

„Dass die überwiegende Mehrzahl dieser Videos inszeniert ist und Tiere geplant qualvollen Dingen ausgesetzt werden, nur um Unsummen an Umsatz zu generieren, ist vielen nicht bewusst“, bedauert MMag. Dr. Madeleine Petrovic Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (Tierschutz Austria).

YouTube bekommt gut 45% der Einnahmen jedes Videos. Dabei wird geschätzt, dass bei 2.000 analysierten Videos, die YouTuberInnen selbst circa 15 Millionen Dollar und YouTube etwa 12 Millionen Dollar Profit machten. Auch wenn YouTube auf seine strengen Community Richtlinien verweist, die auch Tierquälerei verbieten und routinemäßig gemeldete Videos löscht, braucht es nur wenige Klicks und Suchbegriffe, um hunderte solcher Videos auf der Plattform zu finden.

„Wir fordern, dass betreffende Unternehmen endlich auch für Tierwohl in die Pflicht genommen werden. Bereits geltende Gesetze und Richtlinien müssen stärker auf ihre Einhaltung hin kontrolliert werden und bei Verletzung müsse schärfer sanktioniert werden.“

MMag. Dr. Madeleine Petrovic

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und auf das Problem aufmerksam zu machen, starte Tierschutz Austria nun eine Petition.

Nötige Maßnahmen in sozialen Medien

„Doch auch UserInnen von Online-Plattformen wie YouTube, Facebook und Co. haben selbst die Möglichkeit, Videos, Kommentare und Beiträge zu melden und somit gezielt auf Tierquälerei hinzuweisen, wenn sie ihnen auffallen.“

MMag. Dr. Madeleine Petrovic

Bereits im Juni des Vorjahres kündigte YouTube ein Verbot inszenierter Tierrettungsvideos an. – Wir berichteten HIER.

Quelle: APA OTS


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