Auf Facebook wird – vermehrt in Gruppen – derzeit ein Beitrag geteilt, der von einem furchtbaren tödlichen Unfall berichtet. Es sollen dabei mehrere Kinder bei einem Achterbahnunfall im Phantasialand verstorben sein. Derartige Beiträge häufen sich in letzter Zeit. Sie alle führen in eine Phishing-Falle. Als „Aufhänger“ werden immer extrem dramatische Unfälle vorgeschoben und am Ende können Facebook-Nutzer Ihr Konto auf Facebook verlieren.

Viele von uns werden skeptisch, wenn sie von derart tragischen Unfällen hören. Zumindest sollte man in den Nachrichten – online oder auch im Fernsehen oder Radio – Berichte dazu sehen oder hören können. Bleibt es hier allerdings stumm und gibt es diese dramatischen Berichte nur auf Facebook, ist dies schon Grund genug, skeptisch zu sein.

Um das Ganze glaubhafter zu machen, setzen die Betrüger auf immer wieder den jeweiligen Ort ein, wie in diesem Falle „Stuttgart“

Screenshot: "Tödlicher Unfall im Phantasialand" auf Facebook. (FAKE)
Screenshot: „Tödlicher Unfall im Phantasialand“ auf Facebook. (FAKE)

oder aber auch „Dresden“

Screenshot: "Tödlicher Unfall im Phantasialand" auf Facebook. (FAKE)
Screenshot: „Tödlicher Unfall im Phantasialand“ auf Facebook. (FAKE)

Von den Beiträgen „Screenshot: „Tödlicher Unfall im Phantasialand“ gibt es im Moment unzählige!

Der Link bzw. das [VIDEO], der in dem Beitrag angeführt wird, führt auch nicht – wie man vermuten sollte – zu einem Video, sondern zu einer gefälschten Facebook Seite.

Es macht hier den Anschein, als würde „DW“ (Deutsche Welle: Die Deutsche Welle ist der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland) über diesen schrecklichen Vorfall berichten, doch auch dies ist ein FAKE! DW hat darüber nicht berichtet. Die Betrüger bringen dies nur zum Einsatz, um die Meldung glaubhafter zu gestalten.

Auch die URL, in diesem Falle „verbosingleses.com“ hat nichts mit Facebook zu tun, auch wenn die Optik hier etwas anderes sagt. Die gesamte Seite ist eine Fälschung, auch die Kommentare am Ende der Seite!

MIMIKAMA

Tippt man auf dieser Seite auf den blauen Button „Anmelden“, dann öffnet sich eine falsche LOGIN-Seite von Facebook. Für den Nutzer soll damit der Anschein erweckt werden, dass er sich nochmals mit seinen Nutzerdaten seines Facebook-Accounts anmelden müssen.

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Doch Achtung, es handelt sich hierbei um eine Phishing-Falle!

MIMIKAMA

Spätestens jetzt könnte man denken: „Moment, ich kam doch von Facebook, warum sollte ich auf einmal ausgeloggt sein?“ Denkt man das jedoch nicht und gibt hier brav seine Daten wie Mailadresse oder Telefonnummer sowie sein Passwort ein, dann spielt man diese direkt in die Hände der Betrüger, die diese Falschmeldung in Umlauf gebracht haben.

Hinweis: Nutzer, die das Video anklickten und ihre echten Login-Daten dort eingaben, sollten SOFORT ihr Facebook-Passwort ändern!

Tipps:

Bei sensationsheischenden Meldungen immer bestimmte Schlagworte (z.B. Achterbahn, Katastrophe, Phantasialand, Europa-Park) in eine Suchmaschine (z.B. Google) eingeben, um zu schauen, ob andere Medien auch davon berichten – denn wenn dem nicht der Fall ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um einen Fake handelt.

Bei Login-Eingaben, egal ob Facebook oder beispielsweise einer Bank, die euch verdächtig vorkommen, immer Fantasie-Logindaten verwenden (zum Beispiel Login: [email protected], Passwort: estgrdtdrtzh) – Wenn das Login erstaunlicherweise funktioniert (manchmal 2x probieren), könnt ihr sicher sein, dass ihr nicht auf der echten Login-Seite seid.

Und ganz wichtig: Immer auch auf die URL schauen, ob ihr euch auf der Originalseite befindet!

Fazit

Je spektakulärer die Geschichte, desto eher solltest du dich informieren, ob es wirklich zu einem solchen Vorfall kam. Die Betrüger spielen hier mit den Emotionen der Menschen, um an ihre persönlichen Daten zu gelangen. Prüfe gut, ob eine vermeintliche Schlagzeile dieses Risiko wert ist! Auch in diesem Fall ist der Verkehrsunfall einfach nur erfunden.

  • Es gab keinen tödlichen Unfall im Phantasialand.
  • Der Artikel über die verunglückten Kinder ist ein reines Lockmittel, um an die Logindaten der Nutzer zu kommen.
  • Sobald man den Artikel über Facebook aufruft, erscheint automatisch das tagesaktuelle Datum, damit das Ganze „aktuell“ wirkt.
  • Die jeweiligen Städte wie, Stuttgart, Darmstadt, Hamburg usw. werden automatisch so angepasst, dass sie zu dem jeweiligen Nutzer passen, der dies postet. Damit signalisiert man, dass dieses Unglück in seiner Umgebung stattgefunden hat.
  • Der Nutzer selbst, der diesen Beitrag veröffentlicht, macht dies nicht bewusst. Dies geschieht ebenfalls automatisiert, da der Nutzer selbst in die Falle getappt ist und sein Konto geknackt wurde.
  • Nutzer, die das Video anklickten und ihre echten Login-Daten dort eingaben, sollten schnellstmöglich ihr Facebook-Passwort ändern!
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)