Die Behauptung

Die UNO und die Internationale Juristenkommission (ICJ) haben einen Bericht veröffentlicht, der die Entkriminalisierung sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen fordert.

Unser Fazit

Diese Behauptung ist falsch. Sowohl die UNO als auch die ICJ haben bekräftigt, dass der Bericht den Schutz von Minderjährigen betont und in keiner Weise die Entkriminalisierung von Sex zwischen Erwachsenen und Kindern befürwortet.

Ein kürzlich veröffentlichter Leitfaden zur rechtlichen Handhabung von Sexualität, gemeinsam herausgegeben von der Internationalen Juristenkommission (ICJ) und den Vereinten Nationen (UNO), wurde Gegenstand wilder Spekulationen und Missinterpretationen. Im Zentrum der Kontroverse stand die falsche Behauptung, der Bericht würde die Entkriminalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen befürworten. Die UNO hat diese Darstellung energisch zurückgewiesen und betont, dass sie solche Positionen nicht vertritt.

Die Gerüchte verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken und wurden in verschiedenen Blogs wiederholt. Die Behauptungen, die auf längst widerlegten Verschwörungstheorien basieren, wurden bereits Ende April auf verschiedenen Plattformen wie Instagram und Twitter verbreitet.

Faktencheck: Nein, die UNO möchte nicht Sex zwischen Kindern und Erwachsenen legalisieren

Aufklärung: Was der Bericht wirklich sagt

Der von der ICJ, einer weltweit aktiven NGO bestehend aus 60 Juristen und Richtern, veröffentlichte Bericht konzentriert sich auf die Verteidigung der Menschenrechte. Es handelt sich um eine detaillierte Anleitung zur Anwendung von Strafgesetzen im Zusammenhang mit Sex und Gesundheit, einschließlich „einvernehmlicher sexueller Aktivitäten“.

Die UNO, insbesondere die Abteilung für HIV und Aids (UNAIDS) und das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR), waren zwar an der Erstellung des Berichts beteiligt, der Bericht selbst wurde jedoch von der ICJ verfasst.

Im Zentrum des Berichts steht keineswegs eine Förderung von sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen. Vielmehr betont die ICJ die Pflicht der Staaten, Kinder vor jeglicher Form von Missbrauch zu schützen und das Einwilligungsalter zu respektieren.

Faktencheck: Entlarvung der Fehlinformation

Die Auslegungen und Interpretationen in den sozialen Medien haben die tatsächliche Aussage des Berichts erheblich verzerrt. Ein zentraler Punkt des Dokuments ist, dass einvernehmliche sexuelle Aktivitäten niemals kriminalisiert werden sollten, unabhängig von der Art der sexuellen Aktivität oder der Identität der beteiligten Personen.

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In Bezug auf Minderjährige fordert der Bericht, dass die Strafverfolgung das Recht und die Fähigkeit von Minderjährigen, Entscheidungen über einvernehmliche sexuelle Handlungen zu treffen, widerspiegeln sollte. Dies hat jedoch nichts mit sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu tun.

Stellungnahme der UNO

In einer Pressekonferenz bezeichnete UN-Sprecher Stéphane Dujarric die aufkommenden Gerüchte als „bösartige Falschmeldungen“. Christine Stegling, Exekutivdirektorin des ICJ, betonte, dass der Bericht keinesfalls dazu aufrufe, sexuellen Missbrauch von Minderjährigen zu entkriminalisieren. „Die Einwilligung von Kindern und Jugendlichen in sexuelle Handlungen muss immer mit einem angemessenen Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung in Einklang gebracht werden“, betonte sie.


Faktencheck: UNO und ICJ-Bericht

Behauptung: Der Bericht wurde von der UNO und der ICJ veröffentlicht und fördert die Entkriminalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen.
Bewertung: Falsch
Fakten: Der Bericht wurde von der ICJ veröffentlicht und die UNO hat lediglich daran mitgewirkt. Der Bericht befasst sich mit der rechtlichen Handhabung von Sex und Gesundheit, einschließlich einvernehmlicher sexueller Aktivitäten. Er beinhaltet keinerlei Aussagen zur Förderung sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen. Im Gegenteil, er betont das Bedürfnis, Kinder vor Missbrauch zu schützen und das gesetzliche Mindestalter für sexuelle Beziehungen zu respektieren.

Behauptung: Der Bericht der ICJ und UNO legitimiert sexuellen Missbrauch an Minderjährigen.
Bewertung: Falsch
Fakten: Der Bericht spricht sich deutlich für den Schutz von Minderjährigen aus und fordert die Strafverfolgung bei Missbrauch. Die Fehlinformationen, die in den sozialen Medien verbreitet wurden, haben den Inhalt des Berichts erheblich verzerrt und missinterpretiert.

Behauptung: Die UNO hat den Bericht und seine Inhalte vollständig gebilligt.
Bewertung: Teils wahr, teils falsch
Fakten: UNAIDS und das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR haben an der Ausarbeitung des Berichts mitgewirkt. Jedoch ist es nicht korrekt zu behaupten, dass die UNO den Bericht vollständig gebilligt hat. Der Bericht wurde von der ICJ veröffentlicht, und die UNO hat lediglich daran mitgewirkt.

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Behauptung: Der Bericht befürwortet die Entkriminalisierung einvernehmlicher sexueller Aktivitäten.
Bewertung: Wahr
Fakten: Ein zentraler Punkt des Berichts bezieht sich darauf, dass einvernehmliche sexuelle Aktivitäten nie kriminalisiert werden sollten, unabhängig von der Art der sexuellen Aktivität oder der Identität der beteiligten Personen. Dies steht jedoch in keinem Zusammenhang mit sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen.

Behauptung: Die Behauptungen und Interpretationen in den sozialen Medien spiegeln die Inhalte des Berichts korrekt wider.
Bewertung: Falsch
Fakten: Die Auslegungen und Interpretationen in den sozialen Medien haben die tatsächliche Aussage des Berichts erheblich verzerrt. Der Bericht fordert Respekt für die Rechte von Jugendlichen und ihren Schutz vor Missbrauch, während er gleichzeitig die Entkriminalisierung einvernehmlicher sexueller Aktivitäten befürwortet. Dies hat nichts mit der Förderung sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu tun.


Fazit: Der ursprüngliche Bericht wurde stark fehlinterpretiert und verzerrt dargestellt. Während es wichtig ist, die Rechte von Jugendlichen zu respektieren und zu schützen, betont der Bericht klar, dass der Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung von Minderjährigen oberste Priorität hat. Die über soziale Netzwerke verbreiteten Fehlinformationen haben dazu geführt, dass eine wichtige Diskussion über die Rechte und den Schutz von Minderjährigen in den Hintergrund gerückt ist.

Quellen

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