Auch andere Beweggründe, wie Allergien oder Umweltbewusstsein, lassen Verbraucherinnen und Verbraucher zu veganen Joghurtalternativen greifen. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern schaute bei zwei Stichproben mit den Ersatzzutaten Hafer und Kokos, was hinter den Versprechungen auf den Verpackungen steckt.

Das Wichtigste zu veganen Joghurtalternativen in Kürze

  • Dass vegane Joghurtalternativen in Konsistenz und Vielfalt Joghurtprodukten ähneln, wird durch den Prozess des Fermentierens, durch mehr Zutaten und evtl. durch die Beimengung von Zusatzstoffen erreicht.
  • Da der Begriff Joghurt nicht für vegane Produkte verwendet werden darf, müssen Hersteller umschreibende Produktnamen und Bezeichnungen verwenden. Diese sind nicht immer eindeutig. Auch die verwendete Ersatzzutat ist nicht in allen Fällen zweifelsfrei erkennbar.
  • Hinsichtlich Kaloriengehalt und Nährstoffen zeigen die pflanzlichen Joghurtalternativen keine Vorzüge gegenüber Joghurt, außer bei spezifischen Bedarfen wie Laktoseintoleranz.
  • Preislich variieren die Produkte sehr stark und können bislang nicht mit Joghurt aus Kuhmilch mithalten.

Wie wurde getestet?

Untersucht wurden 34 Produkte auf Basis von Kokos und Hafer in den Varianten Natur und Frucht von verschiedenen Herstellern. Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich um eine pflanzliche Joghurtalternative handelt. Da der Begriff „Joghurt“ nicht für vegane Produkte verwendet werden darf, nutzen die Hersteller Umschreibungen als Hinweis, wie „…jogu“, „O`gurt“ usw. Auch die Ersatzzutat ist nicht immer sicher auf der Vorderseite identifizierbar. Klarheit gibt die Produktbezeichnung, meist oberhalb der Zutatenliste, mit Begriffen wie „Fermentiertes Hafererzeugnis“ oder „Fermentierte Kokoszubereitung“.

Viel mehr Inhaltsstoffe

Damit die pflanzlichen Alternativen im Geschmack und in der Konsistenz dem Joghurt aus Kuhmilch ähneln, müssen die Verbraucher:innen bis zu 17 Zutaten akzeptieren. Neben der Ersatzzutat fanden wir in der Zutatenliste Wasser, Stärke, Zucker, verschiedene Kulturen und Salz. Fast alle Produkte enthielten Zusatzstoffe, wie z.B. Johanniskernbrotmehl, Guarkernmehl oder Pektine als Verdickungsmittel oder als Stabilisatoren. Nur fünf von 34 Produkten kamen ohne Zusatzstoffe aus.

Deutlich mehr Kalorien

Die Kaloriengehalte der Hafer- und Kokosjoghurtalternativen sind im Vergleich zu den Joghurtprodukten deutlich höher.

Während die Naturvarianten durchschnittlich weniger Zucker als Naturjoghurt enthalten, bringen es die Fruchtvarianten teilweise auf die dreifache Menge an Zucker (inkl. Fruchtzucker) gegenüber den Naturvarianten. Einige Hersteller benutzten für ihre Produkte verschiedene Werbeaussagen „ohne Zuckerzusatz“ oder „ohne Zucker“ oder „Zuckerarm“. Diese Aussagen sind nährwertbezogene Angaben. Hier sollten die Verbraucher:innen genauer hinsehen und mit anderen Produkten vergleichen.

Die höchsten Fettgehalte weisen die veganen Erzeugnisse auf Kokosbasis auf. So fanden wir in einem Produkt den Fettgehalt von 12,2g Fett/100g.

Und wie sieht es bei Vitaminen und Mineralstoffen aus?

Vitamine und Mineralstoffe sind in den Produkten kaum zugesetzt worden. Calcium enthielten vier von 34 Produkten. Diese Firmen warben mit dieser Anreicherung. Weiterhin waren zwei Produkte mit Vitamin B12 angereichert. Sie enthalten jeweils 0,38 µg Vitamin B12 pro 100g. Für Menschen, die auf tierische Produkte verzichten wollen, ist dies eine wichtige Information.

Nur bei drei Erzeugnissen fand sich ein Hinweis über die Herkunft der Ersatzzutat. Da wünscht die Verbraucherzentrale MV mehr Transparenz.

Preisvergleich

Die von uns untersuchten veganen Joghurtalternativen sind teurer als die tierischen Produkte. Das günstigste vegane Produkt lag bei 3,63 €/kg, das teuerste kostete 9,93 €/kg. Hier hilft ein Blick auf die Grundpreisangabe zum Vergleich.

Fazit

Für Menschen, die auf tierische Produkte verzichten, und für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten können die veganen Joghurtalternativen ein guter Ersatz für das tierische Produkt sein. Darüber hinaus zeigen die Erzeugnisse kaum Vorzüge gegenüber der tierischen Variante.

Quelle:

Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern
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