Die Behauptung

In Beiträgen in sozialen Netzwerken und Videos wird behauptet, dass Vögel in der Nähe polnischer Bahnstrecken verendet seien, nachdem sie angeblich giftiges und mit Pestiziden belastetes ukrainisches Getreide gefressen hätten. Diese Vorfälle werden als Warnsignal für mögliche Risiken für die menschliche Gesundheit und die Landwirtschaft interpretiert.

Unser Fazit

Die These, dass ukrainisches Getreide für das Vogelsterben verantwortlich ist, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Experten betonen die Notwendigkeit toxikologischer Untersuchungen, um die genaue Todesursache zu klären. Bisher gibt es keine Beweise, die die Behauptungen stützen.

In sozialen Medien kursieren alarmierende Nachrichten und Videos, die tote Krähen entlang der Bahngleise in Zamość, Polen, zeigen. Die Beiträge legen nahe, dass die Vögel nach dem Verzehr von ukrainischem Getreide, das von den Zügen gefallen ist, gestorben sind.

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Diese Vorfälle werden als alarmierendes Zeichen für die Gefahren interpretiert, die dieses Getreide für Tiere und Menschen darstellen könnte. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesen Behauptungen?

Worum geht es?

Im Zentrum der Diskussion steht die Annahme, dass sogenanntes „technisches“ Getreide aus der Ukraine, das entlang von Bahnstrecken gefunden wurde, giftig sei und zum Tod von Vögeln geführt habe. Es enthalte angeblich hohe Mengen von Pestiziden wie „Sarin“ und „Agent Orange“, was für Tiere und auch Menschen lebensgefährlich sein solle. Zudem wird behauptet, dass dieses Getreide auch in die menschliche Nahrungskette gelangen und gesundheitsschädliche Auswirkungen haben könnte.

Unsere Bewertung zu den toten Vögeln in Polen

Nach Analyse des aktuellen Kenntnisstandes und unter Berücksichtigung von Expertenmeinungen ist die Schlussfolgerung eindeutig: Es gibt keine direkten Beweise für die Behauptung, dass ukrainisches Getreide für den Tod der Krähen verantwortlich ist. Die Ursachen für das Vogelsterben können vielfältig sein und reichen von natürlichen Krankheiten wie der Vogelgrippe bis hin zu Zusammenstößen mit Zügen oder Stromleitungen und (un)absichtlichen Vergiftungen durch andere Quellen.

Fakten über Getreide

  • Technisches Getreide: Im Video fällt der Begriff „technisches Getreide“. Dieser Begriff bezieht sich auf Getreide, das nicht für den menschlichen Verzehr oder als Tierfutter geeignet ist. Es wird hauptsächlich in industriellen Prozessen verwendet, zum Beispiel zur Herstellung von Bioethanol. Der Vorwurf, solches Getreide enthalte schädliche Pestizide wie „Sarin“ oder „Agent Orange“, entbehrt jeder Grundlage, da solche Substanzen in der Landwirtschaft nicht zugelassen sind.
  • Tierärztliche und toxikologische Untersuchungen: Die Behauptungen über das vergiftete Getreide wurden nicht durch wissenschaftliche Tests belegt. Experten wie der Ornithologe Adam Zbyryt betonen gegenüber Demagog, dass ohne entsprechende Untersuchungen keine verlässlichen Aussagen über die Todesursache der Vögel gemacht werden können.
  • Sicherheitskontrollen bei Getreidelieferungen: Getreide, das in die EU eingeführt wird, unterliegt strengen Kontrollen. Transporte von Getreide aus der Ukraine zu Nahrungs-, Futter- oder Aussaatzwecken müssen einer Grenzkontrolle unterzogen werden und gleichzeitig bestimmte Gesundheitsanforderungen erfüllen, um sicherzustellen, dass es den Gesundheitsstandards entspricht.

Fragen und Antworten

Frage 1: Ist technisches Getreide aus der Ukraine giftig?
Antwort 1: Es gibt keine Beweise dafür, dass technisches Getreide aus der Ukraine giftig ist. Die Behauptungen über die Toxizität sind wissenschaftlich nicht bewiesen.

Frage 2: Kann ukrainisches Getreide die menschliche Gesundheit gefährden?
Antwort 2: Getreide, das für den menschlichen Verzehr oder als Futtermittel in die EU eingeführt wird, unterliegt strengen Kontrollen. Ohne konkrete Beweise gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass ukrainisches Getreide eine Gefahr darstellt. Handelt es sich um technisches Getreide, ist es nicht für den Verzehr gedacht und wird somit nicht auf den Tellern der Polen oder Deutschen landen.

Frage 3: Warum sterben Vögel in der Nähe von Zugstrecken?
Antwort 3: Die Todesursache der Vögel ist ohne spezielle toxikologische Untersuchungen unklar. Es gibt viele mögliche Ursachen, darunter natürliche Krankheiten, Vergiftungen oder auch Unfälle.

Frage 4: Enthält ukrainisches Getreide „Sarin“ und „Agent Orange“?
Antwort 4: Nein, diese Chemikalien sind in der Landwirtschaft nicht zugelassen und es gibt keine Beweise dafür, dass sie in ukrainischem Getreide enthalten sind. Sie sind nicht im offiziellen Register der in der Ukraine zur Verwendung zugelassenen Pestizide und Agrochemikalien aufgeführt. Dies bedeutet, dass diese Stoffe in der ukrainischen Agrarindustrie nicht verwendet werden.

Frage 5: Wie werden Getreidelieferungen kontrolliert?
Antwort 5: Getreidelieferungen, die in die EU eingeführt werden, müssen Veterinär- und Hygienekontrollen durchlaufen, um sicherzustellen, dass sie den gesetzlichen Gesundheitsstandards entsprechen.

Fazit

Die Panikmache um das ukrainische Getreide und das damit verbundene Vogelsterben beruht auf haltlosen Behauptungen und Spekulationen. Wissenschaftliche Untersuchungen und Expertenmeinungen weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ursachen für das Vogelsterben vielschichtiger sind und nicht in direktem Zusammenhang mit Getreide stehen.

Es ist wichtig, solchen Gerüchten nicht blind zu folgen, sondern auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu vertrauen.

Quellen: Demagog, NCZAS Info, Tygodnik Zamojski, bund-rvso.de

Dieser Artikel wurde durch die vereinte Kraft unserer Community-Power im Mimikama-Forum realisiert! Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Mimikamas. Wie wir zu diesen Erkenntnissen gelangt sind, können Sie hier nachvollziehen: Vergiftetes Getreide aus der Ukraine tötet Vögel

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)