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Was sind digitale Währungen und wie funktionieren sie?

Digitale Währungen, die sogenannten Kryptowährungen, haben sich bereits in der Finanzbranche einen guten Namen gemacht – größtenteils zumindest.

Tom Wannenmacher,

Was sind digitale Währungen und wie funktionieren sie? (Bild: pixabay)
Was sind digitale Währungen und wie funktionieren sie? (Bild: pixabay)

Vorsicht sollte man in jedem Fall walten lassen und sich bei Interesse gut informieren, denn es wird auch von Lock-Angeboten berichtet, die den Hype für betrügerische Absichten nutzen. Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung und immer neueren Technologien ist es dennoch nicht verwunderlich, dass auch das Finanzwesen früher oder später die Weiterentwicklung und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain nutzt. Was genau aber sind Kryptowährungen und können diese die regulären Währungen ersetzen? Schauen wir ein wenig genauer hin.

Was wird als digitale Währung bezeichnet?

Die erste digitale Münze ist der Bitcoin, der von Satoshi Nakamoto im Jahr 2007 entwickelt wurde und seit 2009 aktiv genutzt werden kann. Die Basis dieser neuen Münzen ist die Blockchain-Technologie, mit der anhand von Hash-Werten und Zeitstempeln Dokumente und Informationen in Datenblöcken gespeichert werden können.

Die Blockchain selbst ist nicht so neu, denn seine Entwickler Stuart Haber und W. Scott Stornetta brachten das System bereits 1991 in Gang. Mit dem Auftauchen der digitalen Münzen gewann dieses Konzept jedoch an Bedeutung.

Die Kryptowährungen stellen im Vergleich zu den regulären weltweiten FIAT-Währungen wie Euro, Dollar oder Yen ein alternatives, autarkes und dezentrales Zahlungssystem dar. Finanzinstitute und Regierungen haben erstmal keinen Einfluss auf Wertentwicklung und Handel. Alle Transaktionen werden unwiderruflich auf der Blockchain gespeichert. 

Wie kann man Kryptowährungen kaufen?

Der Erfolg des Bitcoins führte zur Aktivierung vieler anderer Kryptowährungen. Aktuell gibt es mehr als 10.000 digitale Münzen, wobei die erfolgreichsten Bitcoins, Litecoin, Ethereum und Ripple sind.

Um Bitcoins kaufen zu können, muss sich der Interessierte erst einmal ein digitales Wallet anlegen. Das ist normalerweise innerhalb weniger Minuten abgeschlossen, ähnlich wie bei anderen digitalen Finanzdienstleistern wie Paypal oder Neteller. Wichtig ist die vorangehende Recherche und es lohnt sich ein genauer Vergleich der Anbieter und auch das Lesen von Erfahrungsberichten kann von Vorteil sein. So kann man einen realistischen Eindruck der aktuellen Möglichkeiten bekommen und eine vernünftige Entscheidung treffen. Wie bei allen Angeboten – besonders online – gilt: Was zu gut klingt, um wahr zu sein ist es meist auch nicht.

Hat man sich entschieden ein Wallet zu eröffnen kann auf dieses Wallet, dass an eine Handelsbörse gekoppelt ist, dann reguläres Geld, wie Euro, Dollar oder eine andere FIAT-Währung eingezahlt werden, um mit dem Handel an einer der Krypto-Börsen zu starten. Einige Banken bieten bereits Girokonten an, die an ein digitales Wallet gekoppelt werden können, um Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu erstehen.

Ist erst einmal Geld auf dem Wallet, kann gekauft werden. Dazu benötigt man nur den Pin des eigenen Wallets und die passende E-Mail-Adresse. Persönliche Daten wie Name oder Bankverbindungen sind nicht notwendig.

Welche Kryptobörsen gibt es?

Mittlerweile handeln oder besitzen etwa 10 % der Deutschen Kryptowährungen. In Südafrika steigt dieser Prozentsatz sogar auf 22 %. Die top Krypto-Börsen sind Binance, Kraken, eToro oder auch Coinbase. Jede Börse bietet unterschiedliche Modalitäten an und legt seinen Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe. Während es beispielsweise bei eToro gerade Anfängern sehr leicht gemacht wird, können bei anderen Plattformen die professionellen Investoren und Börsenhändler voll zum Zuge kommen.

Es empfiehlt sich vor dem ersten Münzkauf genaue Informationen zu den einzelnen Handelsplattformen einzuholen.

Was sind die Vorteile der Kryptowährungen?

  • Option auf sehr hohe Renditen

Der Handel mit den digitalen Münzen ist durchaus an ein gewisses Risiko gebunden. Der Kurs kann innerhalb sehr kurzer Zeit enorm ansteigen, aber auch extrem abfallen. Bei hohem Investitionsrisiko besteht jedoch auch immer die Chance, sehr hohe Renditen zu erzielen. Seit seiner Aktivierung im Jahr 2009 hat der Bitcoin beispielsweise unaufhörlich an Wert gewonnen, obwohl der Kursverlauf mit vielen Schwankungen versehen war.

  • Sehr sichere Blockchain

Ein besonders wichtiger Faktor in der heutigen Zeit ist die Cyber-Sicherheit. Alle Transaktionen und Handelsaktionen werden unwiderruflich in einem Block gespeichert. Jeder Informationsblock baut auf dem vorangegangenen auf und gibt Erkennungsdaten an den folgenden weiter. Die Manipulation eines Blocks ist daher so gut wie unmöglich.

  • Absolute Transparenz

Alle Transaktionen können von jedem eingesehen werden. Das System ist dezentral. Es gibt folglich keine einzelne Stelle, die alle Daten überwacht. Die Daten sind auf Servern weltweit verteilt. Diese Dezentralisierung unterstützt ebenfalls den Punkt Sicherheit und Manipulationsfreiheit.

Weitere Vorteile sind der Handel 24/7. Die Börsen sind praktisch nie geschlossen. Außerdem können die digitalen Münzen auch dazu genutzt werden, der Inflation der FIAT-Währungen vorzubeugen.

Das Geld der Zukunft?

Die digitalen Münzen sind durchaus eine interessante Option für den Geldhandel der Zukunft. Länder- und währungsübergreifend kann blitzschnell gekauft und verkauft werden. Das System verspricht hohe Sicherheit. Die sehr volatilen Kurse könnten die vielen positiven Eigenschaften jedoch trüben, wenn geplant wird, die digitalen Münzen verstärkt in den Alltag zu integrieren.


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