Warnung vor einem hinterhältigen Trick am Zigarettenautomaten: Es ist noch gar nicht lange her, da ging ich durch die Gassen in Wien. Vor einem Zigarettenautomaten standen zwei Herren, die dem ersten Augenschein nach Zigaretten ziehen wollten. Moderne Zigarettenautomaten (zumindest in Österreich) müssen mit einer Bankkarte entsperrt werden. Das ist eine Art Altersverifikation, mit dem gesichert werden soll, dass die Personen am Automaten auch über 18 Jahre alt sind. Bei dieser Altersüberprüfung wird grundsätzlich kein Geld eingezogen.

Die beiden Herren, die sichtbar 18 Jahre oder älter waren, sprachen mehrere Menschen an, meist Frauen oder Einzelpersonen. Sie baten die Vorbeigehenden darum, den Zigarettenautomat freizuschalten, sodass sie sich Zigaretten kaufen könnten. Ihre eigene Bankkarte würde angeblich nicht akzeptiert werden.

Der Trick am Zigarettenautomat

Die gesamte Situation kam mir komisch vor, da die beiden Herren sehr zielstrebig Passanten angesprochen haben. Mein erster Verdacht war, sie wollen die Bankkarten rauben. Doch das taten sie nicht. Nicht ansatzweise. Im Gegenteil, ich konnte beobachten, wie eine Passantin ihre Karte an den Zigarettenautomaten hielt und dann direkt weiterging. Die beiden Herren indes blieben stehen und befragten kurz danach erneut zielgerichtet Passanten. Was zum Teufel haben sie da getan? Es war nicht ganz einfach für mich, die kleine Betrügerei durchzublicken.

Grundsätzlich bin ich immer skeptisch und zucke nicht direkt meine Bankkarte. Ich habe mich vorsichtig genähert, als sie einen weiteren (Anmerkung: angetrunkenen) Passanten ansprachen. Ich habe versucht, zu verstehen, was dort geschieht.

Zunächst haben die beiden versucht, den Zigarettenautomaten ein wenig abzuschirmen. Mit ein wenig Glück habe ich es im Vorbeigehen geschafft, einen Blick auf das Display des Automaten werfen zu können. Skeptisch hat mich dabei gemacht, dass bereits am Display der Betrag von 20 € eingeblendet war. Wie kann das sein? Wenn der Passant doch nur den Automaten freischalten sollte?

Der (angetrunkene) Passant war ein wenig überfordert mit der Situation, die beiden Herren indes versuchten, ein wenig Druck aufzubauen. Der Passant löste sich darauf aus der Situation und auch ich gelangte immer mehr außer Sichtweite. Dennoch ließ mich nicht los, was hier versucht werden sollte. Des Rätsels Lösung sollte ich an einem anderen Zigarettenautomaten vorfinden.

Betrug mit Guthabenkarten!

Ich suchte also einen anderen, gleichartigen Automaten auf. Ich wollte schauen, was es mit diesen 20 € auf sich hatte, die im Display bereits zu lesen waren. Und wieso konnten diese angezeigt werden, ohne dass eine Altersverifikation vorgenommen werden musste? Der Trick ist ganz einfach: Die beiden Herren haben versucht, die Ahnungslosigkeit der Passanten auszunutzen! Viele Menschen wissen nicht, dass es in einem Zigarettenautomaten auch Produkte geben kann, für die eine Altersverifikation nicht notwendig ist! Und auf diesem fatalen Unwissen basiert diese bisher nicht weit bekannte Betrugsform.

Viele Zigarettenautomaten bieten auch andere Waren an, für die gar keine Altersverifikation notwendig ist, so z. B. Guthabenkarten für Amazon oder Google. Und hier lauert die Falle!

Die beiden Herren haben darauf spekuliert, dass die vorbeigehenden Menschen ahnungslos ihre Karte zücken und damit vermeintlich lediglich den Automaten freischalten. Das ist jedoch nicht der Fall. Die beiden Herren haben, bevor Passanten sie erreichen, ein Produkt angewählt, und zwar eine Gutscheinkarte. Für diese ist keine Verifikation notwendig und das Berühren der Karte via NFC (kontaktlos) am Zigarettenautomaten löst direkt den Bezahlvorgang aus.

Die ahnungslosen Passanten wiederum haben im Vorbeigehen lediglich ihre Bankkarte an den Automaten gehalten und nicht bemerkt, dass sie damit direkt ein Produkt gekauft haben, anstatt den Automaten freizuschalten. Dazu kommt natürlich auch, dass die Opfer gezielt ausgesucht werden. Es müssen Personen sein, auf die sie Druck ausüben können, bzw. die sich ihnen unterlegen fühlen können. Aber auch euphorische Passanten (beispielsweise betrunkene Menschen).

Was bleibt …

  • Zückt niemals einfach eure Bankkarten! (oberstes und einfachstes Gebot)

Folgende Punkte sind keine Empfehlung, sondern der Notfallplan, falls es doch passieren sollte, dass ihr davon ausgeht, jemandem „helfen“ zu wollen:

  • Lasst euch nicht ablenken
  • Verschafft euch Abstand
  • Verschafft euch freies Sichtfeld und prüft, WAS ihr da gerade macht.
  • Im Zweifel drückt vor der Nutzung der Karte den Abbruchknopf (meist mit R gekennzeichnet)
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