Wichtiger Bestandteil der Weihnachtsvorbereitungen ist die adventliche Deko: Für viele Menschen gehören weihnachtliche Zimmerpflanzen unbedingt auf den Einkaufzettel. Weihnachtssterne oder Amaryllis schmücken die Wohnzimmer. Aber wie kommen diese, aber auch alle anderen Pflanzen, die eigentlich tropische Temperaturen gewohnt sind, heil nach Hause? Und überleben dort gesund und munter?

Tipps und Tricks beim Zimmerpflanzenkauf

Mit einigen wenigen Tipps lässt sich der winterliche Kauf von Zimmerpflanzen sicher bewerkstelligen, damit die neuen Mitbewohner gut und geschützt an ihrem neuen Stammplatz ankommen.

Millionen von Weihnachtssternen wandern im Advent aus den Gewächshäusern in die heimischen Wohnzimmer. Bild: Pexels
Millionen von Weihnachtssternen wandern im Advent aus den Gewächshäusern in die heimischen Wohnzimmer. Bild: Pexels

Keine Pflanzen aus dem Eingangsbereich

Los geht es bereits bei der Auswahl der Pflanzen. Tropische Pflanzen, die in Supermarkt oder Baumarkt in der Nähe des Eingangs stehen, sind bereits einem massiven Stresstest ausgesetzt, wenn sie wechselweise bei geschlossenen Türen die warme Innenluft und dann immer wieder schwallweise die eiskalte Luft von außen aushalten müssen, wenn die Türen aufgehen. Das kann funktionieren, muss es aber nicht. Und meist machen sich Schäden durch diesen zugigen Standort erst zu Hause bemerkbar, wenn es zu spät ist. In Gärtnereien sollten solche ungünstigen Verkaufsstandorte eher nicht passieren. Falls doch, sollte dies Kunden zum Nachdenken anregen.

Keine schlappen Pflanzen kaufen

Oftmals werden hängende Blätter oder schlappe Blüten fehlendem Wasser zugerechnet. Aber mit schlichtem Gießen ist es nicht unbedingt getan. Der schlappe Eindruck einer Pflanze kann auch bereits ersten Frostschäden zugerechnet werden. Das wird dann auch nicht besser, wenn die Pflanze dennoch in bester Absicht gekauft wird. Um sicher zu sein, eine gesunde Pflanze nach Hause zu tragen, sollte diese im Geschäft auch gesund aussehen, ihre Blüten und Blätter nicht hängen lassen bzw. verlieren. Finden sich dunkle verfärbte Blätter oder weiße Stellen, dann hat die Pflanze höchstwahrscheinlich bereits einen Frostschaden.

Pflanzen in der Kälte nicht ungeschützt transportieren

Ganz wichtig ist es, Zimmerpflanzen bei Frost nicht ungeschützt zu transportieren. Pflanzen bestehen zu einem sehr großen Anteil aus Wasser. Und Wasser gefriert bei Temperaturen unter Null sehr schnell. Das Gefrieren ist die schlimmste Form des Kälteschadens für eine Pflanze. Da sich gefrorenes Wasser ausdehnt, zerstören die Eiskristalle die Zellen, sodass die Pflanze keine Chance mehr hat, ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Ihre Blätter werden dann welk oder sogar matschig und färben sich dunkel. Dabei sind nicht nur Blätter und Blüten betroffen, sondern Schäden können auch bei Wurzeln und Trieben entstehen. Daher ist es wichtig, die ganze Pflanze vor eisiger Kälte zu bewahren.

Wenn die Pflanzen nicht bereits beim Verkauf für den Transport gut geschützt werden durch geeignete Verpackungsmaterialien, sollten die Kunden das unbedingt selbst übernehmen. Altes Zeitungspapier oder gebrauchte Luftpolsterfolie sind geeignete Materialien. Im Auto gehören solche tropischen Pflanzen nicht in den kalten Kofferraum, sondern in den wärmeren Innenraum.

Fehlende Eingewöhnungszeit

Der Temperaturschock funktioniert auch andersherum. Wenn Pflanzen, die sehr lange in sehr kühlen Temperaturen verbraucht haben, sollten sie nicht sofort an ihren neuen Platz auf der Fensterbank über der Wohnzimmerheizung gestellt werden, sondern die Chance bekommen, sich langsam an die neuen, warmen Temperaturen zu gewöhnen. Ein paar Stunden oder Tage im kühleren (Haus-)Flur oder einem weniger hoch aufgeheizten Zimmer wirken da Wunder. Zu dunkel sollten sie dabei aber nicht stehen. Pflanzen brauchen Licht.

Wie schnell entsteht ein Frostschaden?

Hier ist Vorsicht geboten, denn es reichen wenige Minuten, bis Wasser in Pflanzen gefriert. Das kann es reichen, wenn zu lange gelüftet wird oder eine Pflanze unmittelbar an einem Fenster steht, das häufig geöffnet wird. Bei tropischen und subtropischen Pflanzen kann das bereits bei +5°C der Fall sein. Es empfiehlt sich, die Temperatur vor dem Fenster im Blick zu halten.

Trotz aller Vorsicht doch ein Frostschaden?

Wenn sich herausstellt, dass der neue Mitbewohner trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu viel Kälte abbekommen hat, hilft nur Geduld und Zuversicht. Viele Pflanzen erholen sich wieder trotz dieses Temperaturstress, das kann aber etwas dauern. Sichtbare Schäden wie abgefrorene Blätter sollten erst dann beseitigt werden, wenn die Pflanze neu ausgetrieben hat. Sind Blätter nur teilweise betroffen, kann der erfrorene Teil abgeschnitten werden. Am besten so, dass nicht in den noch gesunden Teil hineingeschnitten wird, um die strapazierte Pflanze nicht noch mehr zu strapazieren.

Quelle:

Ökotest, Grünes Medienhaus, Botanicly
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