Stellenausschreibung als Weihnachtshilfskraft führt zu Identitätsdiebstahl

Eine Information unseres Kooperationspartner Watchlist-Internet: In österreichischen Tageszeitungen und auf Kleinanzeigenplattformen inserieren Kriminelle, getarnt als „Jobcenter Austria“, eine gut bezahlte Stelle für den „Verkauf von Christbaumschmuck und Weihnachtsaccessoires“. Für eine 20 Stunden Woche stellt das Inserat Bewerber/innen einen Verdienst von 950,- Euro in Aussicht. Interessent/innen sollen im Rahmen ihrer Bewerbung eine Reisepasskopie an das Jobcenter Austria übermitteln. Die Betrüger/innen nützen diese, um auf perfide Art und Weise Geld von ihren Opfern zu erpressen. Gehen Sie nicht auf die Forderung ein und erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei.
Das Stellenangebot wirkt auf den ersten Blick unverdächtig und findet sich – wie hier abgebildet – z.B. im Kleinanzeigenteil von Tageszeitungen:
MIMIKAMA

Das Stellenangebot ist eine Falle

Die in Aussicht gestellte Position als Verkäufer/in gibt es in Wahrheit nicht. Interessent/innen, die sich beim „Jobcenter Austria“ melden und die gewünschten Unterlagen übermitteln, müssen erfahren, dass sie an Kriminelle geraten sind. Denn als Rückmeldung erhalten Sie das nachfolgende Schreiben:

Von: „Josef Ivanovic“ <[email protected]>
Betreff: AW: Bewerbungsschreiben
Herzlichen Dank für Ihre Bewerbung
Um es kurz zu machen es gibt keine freie Stelle zu vergeben. Diese Arbeitsstelle hat es auch nie gegeben. Jedoch vielen Dank für Ihre persönlichen Daten und Dokumente.
Diese Dokumente werde ich jetzt im Dark Web Online stellen und somit am Schwarzmarkt an den Höchstbietenden verkaufen.
Mit diesen Dokumenten kann man viel Scheiße bauen, ich sag nur Identitätsdiebstahl!!!
Dank Ihrer Persönlichen Unterlagen und Daten ist das nun ganz leicht machbar. Und dann haben Sie  Probleme am Hals mit Inkasso Service, Anwälten, Kredithaien, Polizei usw.
Wenn Sie jetzt der Meinung sind Sie müssen zur Polizei laufen weil die Ihnen helfen kann, FEHLANZEIGE!!!
Die können Ihnen definitiv nicht helfen da ich einen Server im Ausland benutze der nicht logt, das Internet via Wertkarte beziehe und meine Identität welche Sie vermuten zu Wissen von Anfang an Falsch war.
Finden werden die mich definitiv nicht!!!
Also bezahlen Sie lieber den von mir genannten Betrag in Höhe von 300 € und folgen meiner Anweisung genauestens, danach werde ich sämtliche Dateien und Dokumente von Ihnen löschen und
Sie hören nie mehr wieder etwas von mir.
Wenn Sie mir das Geld übermittelt habe  gebe ich Ihnen wieder Ihre Ruhe zurück!!!
1. Gehen Sie in eine/n Trafik, Tankstelle, Libro, Post, Spar, Merkur, Billa etc.
2. Kaufen Sie für 300 € Amazon Gutscheinkarten.
3. Sie bekommen dann sechs Bons zu à 50.
4. Danach machen Sie ein Bild von den Codes und leiten es mir via Email weiter.
5. Nachdem ich die Bons geprüft habe werde ich es Ihnen mitteilen dass Sie die Amazon Karten wegwerfen können.
6. Von diesem Moment an sind Ihre Dokumente gelöscht und Sie haben wieder Ihre Ruhe.
Eines sollten Sie noch Wissen, das ist nichts Persönliches gegen Sie.
Mir geht es nicht darum Ihnen zu Schaden oder das Sie Probleme bekommen, alles was ich will ist nur etwas Geld und fertig.
Falls Sie mir die oben genannten 300€ nicht bis zum 27 November 2017 bezahlt haben ( Montag um 23:59 Uhr ) werde ich Ihre Daten unverzüglich an den Höchstbietenden verkaufen, ich hoffe auf eine Vernünftige und Baldige Lösung von Ihrer Seite.

Sie wurden Opfer?

Sollten Sie sich beim „Jobcenter Austria“ beworben und die gewünschten Unterlagen an die Verbrecher/innen übermittelt haben, empfehlen wir Ihnen, dass Sie jeden Kontakt mit den Betrüger/innen abbrechen und nicht auf die Forderungen der Erpresser/innen eingehen. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei und besprechen Sie mit ihr das weitere Vorgehen, das notwendig ist, damit Sie keinen Schaden erleiden. Ebenso wichtig ist es, dass Sie Ihre Bank über den Identitätsdiebstahl informieren und sich von ihr über das weitere Vorgehen beraten lassen. Behalten Sie Ihre Kontoauszüge im Auge. Entdecken Sie nicht autorisierte Abbuchungen, teilen Sie das Ihrer Bank mit und ersuchen Sie diese um eine Rückbuchung derselben.
Geben Sie bei Kreditauskunfteien eine Betrugswarnung aus. Dadurch können Kreditgeber nicht ohne Weiteres Kredite an Verbrecher/innen, die unter Ihrem Namen auftreten, ausstellen. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob es im Internet Einträge zu Ihrer Person gibt. Schreiben Sie gegebenenfalls die Websitenbetreiber/innen an und fordern Sie eine Löschung der unerwünschten Inhalte. Lassen Sie Ihren alten Reisepass für ungültig erklären und beantragen Sie einen neuen.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Übermitteln Sie niemals eine Reisepasskopie an mögliche Arbeitgeber/inenn über das Internet, denn die Gefahr ist groß, dass Sie an Kriminelle geraten können. Erst wenn Sie ein Bewerbungsgespräch hatten und eine Jobzusage bekamen, sollten Sie notwendige Dokumente persönlich und zweckgebunden an die Arbeitgeber/in überreichen!
Quelle: Watchlist-Internet

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