Manchmal scheinen die Bilder und Meldungen auf Facebook ein schier unglaubliches Szenario in Deutschland darzustellen.

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Eines dieser Szenarien zeigt einen volksverhetzenden Reim, welcher öffentlich in einer Bäckerei in Leipzig in einem Displayständer zu sehen war. Hier muss man jedoch gepostetes Bild mit anschließender Stellungnahme gemeinsam betrachten.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Bei dem Foto handelt es sich in erster Linie um keinen Fake, dieser Displayständer mit dem Gedicht hat in in einer Bäckerei gestanden. Das Bild wurde mittlerweile in verschiedenen Gruppen geteilt und auch neu hochgeladen. Zu dieser (der ursprünglichen) Version gehört der Text:

Der absolute Hammer heute beim Bäcker […] am […]. Ich hab es mal abgetippt, weil es leider ein bisschen unscharf ist.
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Der Asylbetrüger in Deutschland!!!
So sieht es aus:
„ Herr Asylbetrüger, na wie geht’s? „

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Volksverhetzender Inhalt

Bei dem Inhalt des Reimes handelt es sich um “Werk”, welches bereits 1994 gerichtlich behandelt wurde und nach Berufung und Revision mit einem Schuldspruch endete.

Nach § 130 Nr. 3 StGB macht sich strafbar, wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde anderer, die einen Teil der Bevölkerung darstellen, dadurch angreift, daß er sie böswillig verächtlich macht.

Dies ist nachzulesen in den Urteilen des BayObLG 17.08.1994, Az.: 4 St RR 105/94 und des OLG Köln 30.08.1994 · Az. Ss 252/94 – 113. Aus diesem Grunde wird der Reim bei uns nicht in voller Länge dargestellt.

Achtung – unbedingt die Stellungnahme des Bäckers beachten!

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem Bild nicht um eine Fälschung, jedoch muss man an dieser Stelle dringend auch die Stellungnahme des Bäckers zu diesem Bild beachtet werden. In dieser wird ausgesagt, dass das Verkaufspersonal auf List einer fremden Person hereingefallen ist, welche unter falschem Vorwand Infomaterial in der Bäckerei auslegen wollte.

Liebe Kunden, liebe Freunde

wie den meisten wahrscheinlich schon aufgefallen ist, gab es einen Zwischenfall mit für uns weitreichenden Folgen unbestimmten Ausmaßes.
Einige Personen gehen aufgrund eines fremdenfeindlichen Zettels, den eine uns unbekannte Person in der Filiale […]aufgestellt hatte, davon aus, dass wir eine rechtsradikal eingestelltes Unternehmen seien.
Nun stelle ich mir ernsthaft die Frage wie man so schnell urteilen kann ohne die wahren Hintergründe zu kennen und davon ausgehen kann, dass ein kleiner Familienbetrieb der seit 83 Jahren existiert so etwas aufstellen würde!?
Menschen können unterschiedlicher Meinungen sein, aber Betriebe sollten sich eher um das wirtschaftliche kümmern und sich stets Neutral verhalten. Wir als Bäckerei […} haben eine hohe Verantwortung gegenüber unserer Mitarbeiter und können uns somit auf jegliche politische Äußerungen nicht einlassen.
Wir distanzieren uns von jeglichen fremdenfeindlichen Äußerungen die mit unserem Unternehmen in Zusammenhang gebracht werden.
Uns ist es eher wichtig, dass unsere Kunden zufrieden nach Hause gehen und sich an unseren handgefertigten Backwaren erfreuen, egal woher unsere Kunden stammen und welche Hautfarbe oder sozialen Status sie haben.
Gerade in der Filiale am […], haben wir sehr viele ausländische Kunden, mit denen wir ein offenes und freundliches Verhältnis pflegen.
Die fremde Person die diesen Zettel bei uns aufgestellt hat, benutzte ohne unsere Kollegen zu fragen, einen leeren Aufsteller, um diesen auf unserer Theke zu platziert. Nach der Frage ob er Werbung für Asylbewerber hinterlegen dürfte, wurde er angewiesen diese an ein Regal zu legen, Die beiden Verkäuferinnen, die zu diesem Zeitpunkt alle Hände voll zu tun hatten, wollten sich dann die Werbung ansehen und auf einen Tisch legen . Unser Verkaufspersonal wusste also bis zu diesem besagten Zeitraum noch nicht, um was es sich genau handelt, da sie den Zettel nicht selber gelesen hatte. Erst nachdem ein Foto gemacht wurde, bemerkten Sie, dass die Person den Zettel selber platziert hatte und was wirklich darauf stand. Durch das besagte Foto ist nun unser Betrieb auf die Zielscheibe geraten, wobei wir überhaupt nichts mit diesem Gedankengut zu tun haben. So etwas ist geschäftsschädigend und kränkend zugleich und bestraft nicht die richtige Person für ihre Taten, nämlich den Fremden der unseren Laden am Freitag den 11. September betreten hat. Daher bitten wir alle Menschen das Teilen dieses Bildes mit diesem Zettel zu unterlassen um nicht noch mehr Werbung dafür zu machen und zugleich unseren Betrieb in Ungnade zu stürzen. Einzig und allein die Unachtsamkeit unseres Verkaufspersonals ist hier ernsthaft zu bemängel, jedoch sollte das kein Grund für einen regelrechten Boykott unserer Bäckerei darstellen. Wir bitten unsere Kunden, Freunde und Bekannte hiermit um Entschuldigung und hoffen dass dieses Schreiben von vielen geteilt wird, damit dieses Geschehen zumindest für unseren Betrieb endlich vergessen sein kann.
Wir gehen derzeit davon aus, dass die Tat gezielt geplant war, da ähnliches in 3 Bäckereien in Dresden passiert ist und werden dies zur Anzeige bringen und uns weiter Schritte vorbehalten.

Vielen Dank Ihre Bäckerei […]

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)