Die digitale Arena hat sich als entscheidendes Schlachtfeld in der heutigen Zeit erwiesen. Neue Daten zeigen, dass insbesondere die Europäische Union, Israel und die Ukraine im Visier staatlich unterstützter Cyberkrimineller stehen. Hierbei handelt es sich nicht um gewöhnliche Angriffe, sondern um koordinierte und hochkomplexe Operationen.

Cyberangriffe: Der Fokus liegt auf EU, Israel und Ukraine

ESET, ein führender europäischer IT-Sicherheitshersteller, hat kürzlich seinen APT Activity Report veröffentlicht, der zwischen April und September 2023 gesammelte Daten analysiert. Dieser Bericht ist auf WeLiveSecurity.de kostenlos einsehbar. Jan-Ian Boutin, Direktor von ESET Threat Research, warnt vor dem steigenden Maß an Sophistikation und Häufigkeit dieser Angriffe. Der Cyberraum ist längst nicht mehr nur ein Raum der Informationsfreiheit, sondern auch ein Austragungsort von nationalen und internationalen Konflikten.

Russland: Alte Taktiken, neue Werkzeuge

Die Ukraine bleibt das Hauptziel russischer Cyberangriffe, mehr als anderthalb Jahre nach Kriegsbeginn. Die Sandworm-Gruppe, bekannt für ihre Zugehörigkeit zum russischen Militärgeheimdienst GRU, hat sowohl bekannte als auch neue Malware-Varianten in ihre Angriffe integriert. Ihr Ziel bleibt unverändert: Zerstörung und Datenlöschung. Von staatlichen Einrichtungen bis hin zu Medienhäusern sind viele Ziele ins Visier genommen worden.

Andere Gruppen wie Gamaredon haben ihre Strategie angepasst und setzen nun auf Cyberspionage, um Informationen über das ukrainische Militär zu sammeln.

Das Augenmerk auf Israel

Irans Hackeraktivitäten und die anderer nahöstlicher Länder haben in letzter Zeit zugenommen, wobei Israel häufig das Hauptziel darstellt. MuddyWater, eine mit dem Iran verbündete Gruppe, hat sogar Ziele in Saudi-Arabien ins Visier genommen. Ihre Methoden deuten darauf hin, dass sie als Vorreiter für andere, fortgeschrittenere Gruppen fungieren könnten.

Lesen Sie auch >   Vogelgrippe: Droht uns die nächste Pandemie?

Chinas Cyberagenda in Europa

Interessanterweise hat der ESET-Bericht drei neu identifizierte Hackergruppen aus China aufgedeckt, die gezielt europäische Regierungsorganisationen und Unternehmen weltweit angreifen. Diese Gruppen nutzen verschiedene Techniken, von kompromittierten Servern bis hin zu fortgeschrittenen Mittelsmann-Angriffen, um an wertvolle Daten zu gelangen.

Fazit

Die wachsende Zahl und Intensität der Cyberangriffe auf die EU, Israel und die Ukraine unterstreicht die Notwendigkeit, die Cybersicherheit auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken. Es ist nicht mehr nur ein technisches Problem, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Geopolitik.

Es bleibt abzuwarten, wie diese Länder und ihre Verbündeten reagieren werden, aber es ist klar, dass der digitale Raum in den kommenden Jahren im Mittelpunkt der globalen Auseinandersetzungen stehen wird. Es liegt an uns allen, informiert und wachsam zu bleiben.

Möchten Sie stets aktuell informiert sein und sich weiterbilden? Dann melden Sie sich jetzt für den Mimikama-Newsletter an und profitieren Sie von unserem Angebot zur Medienbildung bei Mimikama.

Quelle:

Der Bericht fasst Untersuchungsergebnisse zu Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppen von April bis September 2023 zusammen. Der ESET APT Activity Report ist auf dem Security-Blog WeLiveSecurity.de kostenlos verfügbar.

Das könnte Sie auch interessieren:
Israel-Konflikt: Wie das Netz die Sicht beeinflusst
Wie Betrüger einen Facebook-Bug ausnutzen
Hakenkreuz-Foto: Wahre Geschichte hinter virulenten Bild

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)