Es reicht nicht mehr, die Haustür abzuschließen und das Auto zu verriegeln. Einbrecher kommen heute nicht nur durch Fenster und Türen, sondern auch über unsere Bildschirme. Und auch wenn die Zahlen für das Jahr 2022 einen leichten Rückgang der Cyberkriminalität verzeichnen, so liegt doch nach wie vor ein dunkler Schatten über dem digitalen Deutschland.

Zahlen, die nicht lügen, aber nicht die ganze Geschichte erzählen

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat seine Statistik veröffentlicht: 139.000 Fälle von Internetkriminalität wurden im vergangenen Jahr registriert. Das klingt zunächst nach einer guten Nachricht, denn verglichen mit dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 6,5 Prozent. Doch bei genauerem Hinsehen wird klar: „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, so die Vizepräsidentin des BKA, Martina Link. Was ist, wenn 90 Prozent der tatsächlichen Fälle unsichtbar bleiben, weil sie von außerhalb Deutschlands begangen werden?

Enormer wirtschaftlicher Schaden

Man könnte meinen, dass digitale Einbrüche weniger Schaden anrichten als physische. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Im Jahr 2022 wurde durch Cyberangriffe ein Schaden von sage und schreibe 203 Milliarden Euro verursacht. Das ist mehr als doppelt so viel im Vergleich zu nur drei Jahren zuvor! Woher kommt dieser Anstieg? Sind die Angreifer schlauer geworden? Oder haben unsere Abwehrsysteme nachgelassen?

Die Unternehmen im Visier

Cyberangriffe betreffen nicht nur Privatpersonen, sondern vor allem auch Unternehmen. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom rechnen fast zwei Drittel der befragten Unternehmen damit, im kommenden Jahr Opfer eines Angriffs zu werden. Noch beunruhigender ist die Tatsache, dass fast die Hälfte der Unternehmen der Meinung ist, ein solcher Angriff könnte sie in den Ruin treiben. Die Frage, die sich stellt: Sind unsere Unternehmen auf diese Bedrohung vorbereitet?

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Abwehranstrengungen – Mehr als nur ein Passwort

Es ist klar, dass unsere Abwehrmaßnahmen verstärkt werden müssen. Dabei geht es nicht nur um technologische Maßnahmen, sondern auch um die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert mehr Abwehranstrengungen von Unternehmen und Behörden. Doch was heißt das genau? Brauchen wir stärkere Passwörter, bessere Firewall-Systeme oder ein Umdenken in der Unternehmenskultur?

Fazit: Das unsichtbare Netz der Cyberkriminalität

Die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe ist nicht zu übersehen. Auch wenn die offiziellen Zahlen einen Rückgang zeigen: Das tatsächliche Ausmaß des Problems ist weitaus größer als bisher angenommen. Die enorme wirtschaftliche Belastung und das wachsende Bewusstsein der Unternehmen für diese Bedrohung unterstreichen die Notwendigkeit des Handelns jetzt.

Sicherheit im digitalen Raum ist keine Option mehr. Sie ist eine absolute Notwendigkeit. Die Technologie ist zwar ein Teil der Lösung, aber die wahre Macht liegt in unserer Fähigkeit zur Aufklärung, zur Wachsamkeit und zur Zusammenarbeit im Kampf gegen diese unsichtbare Bedrohung.

Quelle:

BKA

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