Hat Israel seine Barcodes wegen boykottierter Produkte geändert? (Faktencheck)

Faktencheck: Mimikama klärt auf, dass die Änderung israelischer Barcodes ein Missverständnis ist und nichts mit dem Boykott von Produkten zu tun hat

Die Behauptung

Beiträge in sozialen Medien besagen, dass Israel seine Barcode-Nummernpräfix aufgrund des Boykotts israelischer Produkte geändert hätte.

Wahr

Israel hat seine Barcode-Nummern nicht geändert. Außerdem zeigen die Präfixe der Barcodes lediglich, welche nationale GS1-Organisation die Nummer vergeben hat, nicht das Herstellungsland eines Produkts.

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Die Änderung sei angeblich erfolgt, weil israelische Produkte boykottiert würden, wie beispielsweise ein Nutzer auf X / Twitter zu wissen scheint:

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Screenshot X (vormals Twitter)

“Israel hat soeben seinen Strichcode von 729 auf 871 geändert. Der Barcode wurde aufgrund des Boykotts israelischer Produkte durch die Öffentlichkeit geändert.”

Ursprung von Barcode-Nummern: Ein Missverständnis

Die Aussagen über Barcodes sind irreführend und beruhen auf einem weit verbreiteten Missverständnis über die Codes und ihre Bedeutung.

Tatsächlich geben die ersten Ziffern eines Barcodes lediglich Auskunft über die nationale GS1 Organisation, die die Nummer vergeben hat. Sie sagen nichts über das Herstellungsland des Produktes oder des Unternehmens aus.

Eine Barcode-Nummer, die mit 729 beginnt, weist darauf hin, dass sie in Israel vergeben, das zugehörige Produkt aber nicht unbedingt dort hergestellt wurde.

Beispiele und Erläuterungen aus der Praxis

Full Fact hat ein Beispiel für ein Unternehmen in Israel gefunden, das Barcodes für Produkte verkauft, deren Barcodes mit 07 beginnen. Das Unternehmen sagt auf seiner Website ebenfalls: “Barcode-Nummern sagen nichts über das Herkunftsland des Produkts aus.”

Ein weiteres Unternehmen, das Barcodes verkaufen – Barcode1 UK – bestätigt, dass die ersten Ziffern eines Barcodes nicht das Herstellungsland des Produkts angeben.

Diese Fehlinformation über Barcodes ist weit verbreitet und führt häufig zu Missverständnissen bei den Verbrauchern.

Fazit – keine Änderung wegen Boykotts von Produkten

Die Behauptung, dass Israel seine Barcode-Nummern von 729 auf 871 geändert hätte, ist falsch. Da der Nummern-Präfix nichts darüber aussagt, wo ein Produkt hergestellt wurde, entbehrt eine solche Änderung wegen möglicher Boykotte auch jeglicher Logik.

Laut der Website von GS1 wurden die Barcode-Nummernpräfixe zwischen 870 und 879 von GS1 in den Niederlanden und nicht von Israel vergeben.

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Quelle: Full Fact, gs1.org

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