Die Behauptung

In einem Video wird die Behauptung verbreitet, Elektroautos würden krebserregende Strahlung emittieren, was zu ernsthaften Strahlenerkrankungen und genetischen Schäden führe.

Unser Fazit

Nach Erkenntnissen führender Gesundheitsbehörden und Wissenschaftsinstitutionen besteht kein Zusammenhang zwischen EMF in Elektroautos und Krebserkrankungen.

Neue Technologien machen heutzutage rasche Fortschritte, was häufig zu Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit führt. Insbesondere Elektroautos stehen im Mittelpunkt der Diskussionen über elektromagnetische Felder (EMF) und ihre möglichen Gesundheitsrisiken.

Verbreitung von Fehlinformationen in sozialen Medien

Im Internet verbreitet sich ein Video, das sich mit den angeblichen Auswirkungen von Elektrofahrzeugen auf den Menschen auseinandersetzt. Ein Mann macht darin die Behauptung, Elektroautos würden krebserregende Strahlung freisetzen.

Screenshot des Videos aus den sozialen Medien
Screenshot des Videos aus den sozialen Medien

Er erwähnt des Weiteren das Vorhandensein einer „regelrechten Strahlenerkrankung“ und spricht von möglichen Schädigungen am Erbgut. Diese Aussagen werfen die Frage auf, ob Elektroautos tatsächlich eine krebsauslösende Strahlung emittieren.

Seine Verwendung des Begriffs „Strahlenerkrankung“ bezieht sich auf elektromagnetische Felder. Normalerweise werden damit allerdings Gesundheitsschäden durch radioaktive Strahlung verbunden, was daher als irreführend eingeordnet werden kann.

Elektromagnetische Felder (EMF) verstehen

Elektromagnetische Felder sind eine Form von Strahlung, die von elektrischen Geräten, einschließlich Elektroautos, erzeugt wird. Es ist wichtig zu verstehen, dass EMF zur Kategorie der nichtionisierenden Strahlung gehören, im Gegensatz zu ionisierender Strahlung wie Röntgen- und Gammastrahlen.

Nichtionisierende Strahlung hat nicht genügend Energie, um chemische Bindungen in Molekülen zu verändern, und wird daher im Allgemeinen als weniger schädlich für menschliches Gewebe angesehen.

Elektrofahrzeuge und elektromagnetische Felder

Elektroautos erzeugen EMF durch verschiedene Komponenten wie den Elektromotor, die Batterie und die dazugehörige Verkabelung. Untersuchungen, z.B. des Bundesamtes für Strahlenschutz, haben gezeigt, dass die von Elektroautos erzeugten Felder überwiegend im Nieder- und Mittelfrequenzbereich liegen.

Die stärksten Magnetfelder wurden häufig im Fußraum vor den Vordersitzen gemessen, während sie in anderen Bereichen wie Kopf oder Rumpf deutlich geringer waren.

Wissenschaftliche Erkenntnisse über EMF und Krebsrisiko

Führende Gesundheitsbehörden und Forschungsinstitute, darunter das Bundesamt für Strahlenschutz und das Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit, haben bestätigt, dass es derzeit keine Hinweise auf eine krebserregende Wirkung von EMF in Elektroautos gibt.

Zu diesen Einschätzungen gelangen auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sowie die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG).

Es ist wichtig zu betonen, dass die Energie der EMF von Elektroautos nicht ausreicht, um DNA-Schäden zu verursachen, die eine direkte Ursache für Krebs sein könnten.

Langzeiteffekte und weitere Forschung

Obwohl die aktuellen Daten keinen Zusammenhang zwischen EMF von Elektroautos und Krebs zeigen, ist die Forschung zu den Langzeitwirkungen von EMF noch begrenzt. Experten arbeiten kontinuierlich daran, die Auswirkungen von EMF, insbesondere im Zwischenfrequenzbereich, besser zu verstehen und zu erforschen.

Fazit

Der derzeitige wissenschaftliche Kenntnisstand stützt nicht die Behauptung, dass EMF von Elektroautos krebserregend sind. Während die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranschreitet, bestätigen aktuelle Studien und die Meinung von Experten, dass von Elektroautos keine derartigen Risiken für die Gesundheit ausgehen.

Quelle: dpa

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)