Millionen von Menschen suchen heutzutage Zuflucht in der Meditation, um dem ständigen Lärm und den endlosen To-do-Listen zeitweise zu entgehen. Diese uralte Praxis, die ursprünglich aus der buddhistischen Tradition stammt, hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, das inneren Frieden und Achtsamkeit verspricht. Fast ein Viertel der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland nutzt Meditations-Apps, was die breite Akzeptanz und Beliebtheit dieser Praxis unterstreicht. Der Achtsamkeitsmarkt boomt und Meditation wird häufig als Allheilmittel gegen Stress und psychische Probleme angepriesen. Doch hinter der glänzenden Fassade dieser boomenden Industrie verbirgt sich eine weniger bekannte und oft übersehene Realität: Meditation kann auch schwerwiegende psychische Nebenwirkungen haben.

Die Kehrseite der Medaille

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen, darunter eine zehnjährige Langzeitstudie der Psychologin Willoughby Britton an der Brown University, kommen zu alarmierenden Ergebnissen. Etwa jeder zehnte Meditierende leidet unter Nebenwirkungen, die ihn im Alltag stark einschränken können. Angstzustände, traumatische Flashbacks und eine erhöhte Sensibilität sind nur einige der möglichen negativen Auswirkungen der Meditation. Eine Studie der Berliner Charité bestätigt diese Ergebnisse: 22 Prozent der Meditierenden erlebten unerwünschte Wirkungen.

Die Ruhe nach dem Sturm

Während die Forschung in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem die positiven Aspekte der Meditation, wie die Reduktion von Stress und Depressionen, hervorgehoben hat, wurden die Schattenseiten oft ignoriert oder heruntergespielt. Die Folge: Ein überwiegend positives Bild von Meditation, das es Betroffenen erschwert, sich bei Nebenwirkungen Gehör zu verschaffen. In Deutschland bietet das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg als erste Anlaufstelle Hilfe für Opfer von Meditationsnebenwirkungen an. Doch Fälle von Panikattacken, Klinikaufenthalten und sogar Suizid nach intensiven Meditationsretreats zeigen, dass das Problem weiter reicht.

Verantwortung und Aufklärung

Die Verantwortung für diese Nebenwirkungen wird häufig bei den Meditierenden selbst gesehen. Die gängige Reaktion ist die Schuldzuweisung: Entweder habe die Person schon vorher Probleme gehabt oder sie habe „falsch“ meditiert. Diese Haltung offenbart nicht nur eine tiefe Unkenntnis der möglichen Risiken, sondern auch eine bedenkliche Praxis der Verantwortungsabwehr seitens der Anbieter. Die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung und verantwortungsvollen Begleitung liegt auf der Hand, doch eine verpflichtende Ausbildung für Meditationslehrer und Kontrollen fehlen in Deutschland.

Fragen und Antworten zum Thema Meditation:

Frage 1: Sind Meditation und Achtsamkeit für alle Menschen geeignet?
Antwort 1: Nein, wie die Forschung zeigt, können Meditation und Achtsamkeit bei manchen Menschen schwere psychische Nebenwirkungen hervorrufen.

Frage 2: Wie häufig sind negative Nebenwirkungen?
Antwort 2: Studien zeigen, dass etwa jeder zehnte Meditierende ernsthafte Nebenwirkungen entwickelt.

Frage 3: Welches sind die häufigsten Nebenwirkungen?
Antwort 3: Die häufigsten Nebenwirkungen sind Angstzustände, traumatische Flashbacks und eine erhöhte Sensibilität.

Frage 4: Gibt es Anlaufstellen für Betroffene in Deutschland?
Antwort 4: Ja, das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg bietet als erste Anlaufstelle Unterstützung an.

Frage 5: Worauf sollte man bei der Auswahl eines Angebotes achten?
Antwort 5: Es ist wichtig, auf die Qualifikation des Anbieters zu achten und vorab zu klären, ob über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt wird.

Fazit

Die Diskussion um Meditation und ihre möglichen Nebenwirkungen wirft ein kritisches Licht auf die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung. Während die positiven Aspekte nicht in Abrede gestellt werden sollen, ist es von größter Wichtigkeit, dass sowohl Anbieter als auch Praktizierende die möglichen Risiken ernst nehmen. Eine offene Diskussion, eine sorgfältige Vorbereitung auf mögliche Nebenwirkungen und eine verantwortungsvolle Begleitung durch qualifizierte Lehrkräfte sind unerlässlich, um die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten zu gewährleisten.

Die Forderung nach transparenter Information und verpflichtender Ausbildung für Meditationslehrer ist ein wichtiger Schritt, um den individuellen Bedürfnissen und der psychischen Gesundheit der Praktizierenden gerecht zu werden. Ein bewussterer Umgang mit der Praxis kann dazu beitragen, Meditation als das zu erhalten, was sie sein kann: eine Quelle des Friedens und der Kraft, nicht des Leidens.

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Quelle: tagesschau.de

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