Die Behauptung

Aktuell wird in sozialen Medien immer wieder vor dem Ölkäfer gewarnt, angeblich sei dieser für Menschen und Tiere giftig!

Unser Fazit

Ölkäfer können aufgrund ihres Cantharidingehalts sowohl für Menschen als auch für Tiere eine potenzielle Gefahr darstellen. Durch das Ergreifen angemessener Vorsichtsmaßnahmen und das Vermeiden direkter Berührungen können unangenehme Begegnungen jedoch vermieden werden.

Ölkäfer, Mitglieder der Gattung Meloe, sind Insekten, die in vielen Teilen der Welt verbreitet sind. Obwohl sie für ihre auffälligen Farben und markanten Formen bekannt sind, ist weniger bekannt, dass sie auch giftig sein können.

Ölkäfer sind leicht an ihrem gedrungenen Körper und den kurzen Flügeldecken zu erkennen, die die Hinterleibssegmente nicht vollständig bedecken. Diese Insekten ernähren sich von Pflanzen und sind meist auf Wiesen und Feldern zu finden. Eine bemerkenswerte Eigenschaft der Ölkäfer ist ihre Fähigkeit, einen chemischen Stoff namens Cantharidin abzusondern, wenn sie sich bedroht fühlen.

Giftigkeit von Cantharidin

Cantharidin ist ein potentes Gift, das bei Kontakt mit Haut, Schleimhäuten oder inneren Organen Reizungen und Entzündungen verursachen kann. Menschen und Tiere können versehentlich mit Cantharidin in Berührung kommen, indem sie einen Ölkäfer berühren oder zertreten. Die Folgen können von leichten Hautirritationen bis hin zu schweren Verätzungen und Blasenbildung reichen. Beim Verschlucken oder Inhalieren von Cantharidin können schwere Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und in extremen Fällen sogar Nierenversagen oder Tod auftreten.

Hinweis: Die Deutsche Wildtier Stiftung betont nachdrücklich die Gefahren, die mit dem Violetten oder Schwarzblauen Ölkäfer, auch als Maiwurm bekannt, verbunden sind. Der Grund dafür ist, dass dieser Ölkäfer das Gift Cantharidin enthält. Bei Bedrohung sondert er an seinen Beingelenken eine gelbliche Flüssigkeit ab, welche dieses Gift beinhaltet (daher der Name).

Vorsichtsmaßnahmen für Menschen

Obwohl Ölkäfer für den Menschen in der Regel keine unmittelbare Bedrohung darstellen, ist es ratsam, direkten Hautkontakt mit diesen Insekten zu vermeiden. Wenn Sie einen Ölkäfer entdecken, sollten Sie ihn nicht mit bloßen Händen berühren. Im Falle eines Kontakts mit Cantharidin ist es wichtig, die betroffene Stelle sofort gründlich mit Wasser und Seife zu waschen und bei anhaltenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen.

Risiken für Tiere

Tiere, insbesondere Weidetiere wie Pferde und Rinder, können durch den Verzehr von Ölkäfern oder kontaminiertem Futter Cantharidin-Vergiftungen erleiden. Es ist wichtig, dass Landwirte und Tierhalter ihre Weideflächen überwachen, um den Kontakt von Tieren mit Ölkäfern zu minimieren.

Faktencheck: Die Wahrheit über Ölkäfer und ihre Giftigkeit


Fakt 1: Cantharidin ist für Menschen und Tiere harmlos.
❌ Falsch: Cantharidin ist ein starkes Gift, das bei Kontakt mit Haut, Schleimhäuten oder inneren Organen Reizungen und Entzündungen verursachen kann. In schweren Fällen kann eine Cantharidin-Vergiftung zu Nierenversagen oder sogar zum Tod führen. Es ist dabei schwer zu sagen, ab wieviel Gramm Gift ein Risiko für den Menschen besteht, wenn es um den giftigen Ölkäfer geht. Dies hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. dem Alter, dem Gesundheitszustand, der Größe und dem Gewicht der betroffenen Person sowie der Art und Menge des Gifts, das aufgenommen wurde. Die LD50 für einen erwachsenen Menschen beträgt 0,05 mg pro kg Körpergewicht


Fakt 2: Ölkäfer sind für ihre auffälligen Farben und markanten Formen bekannt.
✅ Richtig: Ölkäfer sind leicht an ihrem gedrungenen Körper und den kurzen Flügeldecken zu erkennen, die ihre Hinterleibsegmente nicht vollständig bedecken.


Fakt 3: Ölkäfer scheiden Cantharidin aus, wenn sie sich bedroht fühlen.
✅ Richtig: Cantharidin ist eine potente chemische Substanz, die von Ölkäfern abgesondert wird, um Fressfeinde abzuwehren.


Fakt 4: Weidetiere können durch den Verzehr von Ölkäfern oder kontaminiertem Futter Cantharidin-Vergiftungen erleiden.
✅ Richtig: Tiere wie Pferde und Rinder können durch den Verzehr von Ölkäfern oder Futter, das mit Cantharidin kontaminiert ist, Vergiftungserscheinungen erleiden. Daher ist es wichtig, dass Landwirte und Tierhalter ihre Weideflächen überwachen.


Fakt 5: Direkter Hautkontakt mit Ölkäfern sollte vermieden werden.
✅ Richtig: Um Hautirritationen oder Schlimmeres zu vermeiden, sollte direkter Hautkontakt mit Ölkäfern vermieden werden.


Fakt 6: Cantharidin findet in der Medizin keine Anwendung.
❌ Falsch: Cantharidin hat tatsächlich einige medizinische Anwendungen, einschließlich der Behandlung von Warzen und Hautkrankheiten. Forscher untersuchen auch die möglichen Anwendungen von Cantharidin in der Krebstherapie. Dennoch sollte Cantharidin nur unter strenger medizinischer Aufsicht und in kontrollierten Dosen verwendet werden.


Fakt 7: Invasive Ölkäfer-Arten können einheimische Pflanzen und Tiere gefährden.
✅ Richtig: In einigen Regionen besteht die Sorge, dass invasive Ölkäfer-Arten einheimische Pflanzen und Tiere schädigen könnten. Umweltschützer und Behörden müssen wachsam sein, um die Ausbreitung invasiver Ölkäfer-Arten zu überwachen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen.


Fakt 8: Ölkäfer sind in vielen Teilen der Welt geschützte Arten.
✅ Richtig: In einigen Ländern und Regionen stehen Ölkäfer unter Artenschutz, um ihre Populationen zu erhalten und die biologische Vielfalt zu schützen. Es ist wichtig, die Gesetze und Vorschriften zum Schutz von Ölkäfern in Ihrem Land oder Ihrer Region zu kennen und einzuhalten.


Fakt 9: Cantharidin kann auch bei anderen Insektenarten vorkommen.
✅ Richtig: Obwohl Ölkäfer die bekanntesten Produzenten von Cantharidin sind, kommt diese Substanz auch bei einigen anderen Insektenarten, insbesondere bei anderen Mitgliedern der Familie der Blisterkäfer, vor.


Fakt 10: Ölkäfer spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem.
✅ Richtig: Ölkäfer sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, da sie sowohl Pflanzenfresser als auch Beute für andere Tiere sind. Sie sind auch wichtige Bestäuber für einige Pflanzenarten.


Fazit: Ölkäfer sind eine faszinierende, aber potenziell gefährliche Insektengruppe, die sowohl Menschen als auch Tiere betreffen kann. Durch Aufklärung, Forschung und Zusammenarbeit können wir sicherstellen, dass wir die Risiken minimieren und gleichzeitig die Vielfalt und Schönheit unserer natürlichen Umwelt schätzen und schützen.

Quellen:

Lesen Sie auch:

Artikelbild: Schwarzblauer Ölkäfer (Meloe proscarabaeus), bekannt auch als Schwarzer Maiwurm. Fotograf: ArtMechanic, Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)