Die Behauptung

Vorsicht vor Rapsfeldern ist geboten. Diese können schwere Verbrennungen bei Hunden, Säugetieren und sogar Menschen auslösen. Außerdem sind sie bei Verzehr giftig.

Unser Fazit

Der Verzehr von Raps kann bei Hunden zu leichten Magen-Darm-Beschwerden führen. Um schwerwiegendere Symptome zu verursachen, wie sie in verschiedenen sozialen Medien zu lesen sind, müsste eine sehr große Menge gefressen werden.

Aktuell kursieren vermehrt Warnungen für Hundebesitzer:innen, in denen auf die Gefahren von Raps hingewiesen wird. Angeblich kann es zu Verbrennungen kommen, der Verzehr soll zu Anämie, Sehstörungen, Atembeschwerden oder Verdauungsproblemen führen können.

Screenshot Facebook
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⚠️ ACHTUNG ⚠️
Bald ist es wieder soweit:
Goldene, wundervoll duftende Rapsfelder werden in Kürze wieder das Gesicht unserer Landschaft prägen.

Aber Vorsicht ist geboten, sie können schwere Verbrennungen bei Hunden, Säugetieren und sogar Menschen auslösen.
Außerdem sind sie bei Verzehr giftig.

Die Landschaft verwandelt sich bald wieder in einen farbigen Flickenteppich, wobei die goldgelben Rapsfelder die hellsten Flecken darstellen.

Obwohl dies den Beginn des Sommers ankündigt und für viele von uns ein sehr willkommener Anblick ist, kann es auch eine Gefahrenquelle für unsere Haustiere sein, insbesondere für Hunde, die das Gefühl zu genießen scheinen, durch die Ernte zu rennen.

Wenn es in ausreichenden Mengen verzehrt wird, kann es zu schweren Erkrankungen wie Anämie, Sehstörungen, Atembeschwerden und Verdauungsproblemen führen. Und obwohl es unwahrscheinlich ist, dass unsere Haustiere große Mengen der Pflanze aufnehmen, kann es auch zu Verbrennungen und Wunden kommen, insbesondere um die Augen, Ohren und Pfoten.

Raps enthält spezielle Zellen, die giftige Chemikalien produzieren. Diese sind Teil des natürlichen Abwehrsystems der Pflanze und werden in bestimmten Situationen aktiviert, z. B. wenn ein Insekt beginnt, sich von einem Blatt zu ernähren.

Die freigesetzte Substanz brennt wie heißer Senf und bewirkt, dass sich die Insekten entfernen.

Es kann jedoch auch Hautläsionen bei Tieren verursachen – einschließlich unserer eigenen Haustiere, sowie wilder Tiere wie Hirsche und Kaninchen.

Darf oder sollte gerne geteilt werden….☝️😎❤️


Auch auf der Webseite smartpaws.de wurde bereits 2021 mit demselben Text gewarnt.

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Ist Raps also giftig oder gefährlich für Hunde?

Auf der Seite botanikus.de werden giftige Pflanzen für Hunde aufgelistet. Hier ist Raps (Brassica napus) nicht angeführt.
Das Veterinary Poisons Information Service (VPIS) (Tiergift-Informationsdienst) nimmt Bezug auf die in sozialen Medien kursierenden Warnungen und schreibt dazu:

„In den sozialen Medien kursierten verschiedene Beiträge über Raps, die ausgiebig geteilt wurden und verständlicherweise viele Hundebesitzer beunruhigten. In den Beiträgen wird behauptet, dass Raps für Hunde extrem giftig ist und Anzeichen wie hämolytische Anämie, Blindheit, Schädigung des Nervensystems, Verdauungsstörungen und Atemprobleme verursachen kann.

Diese Beiträge sind Fehlinformationen. Die genannten Symptome treten nur bei Weidetieren auf, und die meisten Hunde bleiben nach dem Kontakt mit Raps symptomlos. Hunde können Magen-Darm-Beschwerden entwickeln, wenn sie etwas von der Pflanze aufgenommen haben, und es gibt Berichte über Hautreaktionen, die Verbrennungen ähneln, aber das ist extrem selten und passiert nicht bei jedem Hund, der damit in Kontakt kommt.

Wir haben einige der Administratoren dieser Beiträge kontaktiert. Es ist wichtig, wachsam zu bleiben und das Praxispersonal und die Kunden über die Fehlinformationen in diesen Beiträgen zu informieren.“

Diese Information hat das VPIS auch auf Facebook geteilt:

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Petfixclub.com veröffentlicht zu diesem Thema eine Stellungnahme von Dr. Nicola Robinson, Dienststellenleiterin des Veterinary Poison Information Service (VPIS) und der Animal Poison Line:

„Den meisten Hunden geht es gut, nachdem sie mit Raps in Berührung gekommen sind, obwohl der Verzehr zu leichten Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Um schwerwiegendere Symptome zu verursachen, wie sie in verschiedenen sozialen Medien zu sehen sind, müsste eine sehr große Menge gefressen werden. Unseren Daten zufolge treten Vergiftungen durch Raps hauptsächlich bei Weidetieren (insbesondere Wiederkäuern) auf, die über mehrere Tage oder Wochen Zugang zu der Pflanze hatten.

Bei Hunden können verbrennungsähnliche Hautreaktionen auftreten, die jedoch selten sind und nicht jeden Hund betreffen, der Raps frisst. Es ist sehr wichtig, dies in die richtige Perspektive zu rücken, und die Besitzer sollten sich keine übermäßigen Sorgen machen, nachdem sie Beiträge in den sozialen Medien gelesen haben, die nicht evidenzbasiert sind und deren Behauptungen nicht durch Daten gestützt werden.“

Auch auf der Seite vethelpdirect.com findet sich ebenfalls ein Bezug zu den Warnungen:

„In den sozialen Medien kursieren in letzter Zeit einige ziemlich erschreckende Symptome. Bei Weidetieren können wir schwere Anzeichen wie hämolytische Anämie, Blindheit, geschädigte Nervensysteme, Verdauungsstörungen und Atemprobleme beobachten – bei unseren Haustieren ist dies nicht allgemein bekannt.“

Vethelpdirect und auch VPIS erwähnt hier Weidetiere. Und ja, für Kühe kann Raps durchaus gefährlich werden. Unsere Hunde sind jedoch keine Wiederkäuer.

Fazit

Mimikama-Bewertung: UNBEWIESEN

Wie Dr. Nicola Robinson sagt, sind die Beiträge in den sozialen Medien nicht evidenzbasiert.

Wenn Hautverletzungen auftreten, dann sind diese vermutlich mechanischer Natur. Rapspflanzen sind durchaus robust und hart. Laufen Hunde also durch ein Rapsfeld und kollidieren mit den Pflanzen, kann dies zu Hautirritationen führen.

In den Warnungsmeldungen wird geschrieben „Wenn es in ausreichenden Mengen verzehrt wird, …“ – Laut Experten müsste eine sehr große Menge von Raps gefressen werden, um die beschriebenen Symptome auszulösen.

Generell sollte man seinen Hund nicht auf bestellten Feldern frei laufen lassen. Abgesehen davon, dass dies von keinem Landwirt gerne gesehen wird, sollte man auch bedenken, dass man hier das „Wohnzimmer“ von Wildtieren betritt. Auch nicht zu verachten ist, wenn man Sorge um seinen Vierbeiner hat, dass verschiedene Felder mit Düngemitteln oder Pestiziden besprüht werden, die sehr wohl verantwortlich für Vergiftungen sein können.

Quelle:

botanikus.de, Veterinary Poisions Information Service (VPIS), vethelpdirect.com, petfixclub.com
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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