Vermisstenmeldungen – eine trügerische Angelegenheit: Stellen Sie sich vor, Sie scrollen durch Facebook und plötzlich erscheint ein Beitrag über ein vermisstes Kind aus Ihrem Wohnort. Ihr erster Instinkt ist es vielleicht, zu helfen und den Beitrag zu teilen – doch was, wenn gerade dies Teil eines raffinierten Betrugs ist?

Genau dieses Szenario ist keine Seltenheit mehr auf Facebook. Diese Betrugsmasche nutzt die Anteilnahme und das Vertrauen von Nutzern aus, um kriminelle Aktivitäten zu entfalten. In diesem Artikel beleuchten wir, wie diese Betrüger vorgehen, was die Konsequenzen sein können und wie man sich schützen kann.

Das Prinzip der gefälschten Vermisstenmeldungen

Die Betrugsmasche beginnt meist mit einem Statusbeitrag über ein angeblich vermisstes Kind. (Wir haben HIER ausführlich berichtet)
Der Name des Kindes und der Ort sind spezifisch genug, um glaubwürdig zu wirken und gleichzeitig vage genug, um nicht sofort verifizierbar zu sein. Die emotionale Reaktion auf ein solches Posting ist vorhersehbar: Viele Nutzer wollen helfen und klicken auf den Beitrag, um mehr zu erfahren.

Hier ein Beispiel mit den Ortsnamen:

MIMIKAMA
Screenshot Facebook

Der Klick führt jedoch nicht zu weiteren Informationen, sondern zu einer gefälschten Facebook-Seite. Diese Seite sieht der echten zum Verwechseln ähnlich und fordert die Nutzer auf, ihre Login-Daten einzugeben, um mehr über den Vermisstenfall zu erfahren. An diesem Punkt sind die persönlichen Daten der Nutzer bereits in Gefahr.

MIMIKAMA
Screenshot Facebook

Die Weiterverbreitung durch gehackte Konten

Sobald die Login-Daten eingegeben sind, fällt das Facebook-Konto den Betrügern in die Hände. Ein automatisiertes Script beginnt daraufhin, im Namen des Nutzers ähnliche Vermisstenmeldungen zu posten. Der Clou dabei: Die Posts werden so manipuliert, dass sie den Anschein erwecken, das vermisste Kind käme aus dem Wohnort des gehackten Accounts. Für die Freunde des Opfers wirkt es daher, als würde der betroffene Nutzer selbst nach dem Kind suchen.

MIMIKAMA
Screenshot Facebook

Wenn die Fake-Meldung virale Züge annimmt

Die Tragweite dieser Masche wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass solche Posts eine enorme Reichweite erzielen können. Nicht selten werden sie tausendfach geteilt, was die Desinformation verstärkt und die Polizei zu einer Stellungnahme zwingt. Ein realer Fall aus Ludwigshafen Mundenheim macht dies deutlich: Dort kursierte das Gerücht einer Kindesentführung, die nie stattgefunden hatte. Die Polizei musste daraufhin klarstellen, dass es sich um Fake News handelte und mahnte die Öffentlichkeit, nur vertrauenswürdigen Quellen Glauben zu schenken.

Wie man sich vor dieser Art von Betrug schützen kann

Der beste Schutz gegen solche Betrügereien ist ein gesundes Misstrauen und die kritische Überprüfung von Informationen. Verdächtige Posts sollten nicht durch Klicks oder Teilen unterstützt werden. Zudem ist es ratsam, seine Login-Daten niemals auf anderen Seiten als der offiziellen Facebook-Seite einzugeben. Wer dennoch Opfer wird, sollte umgehend sein Passwort ändern und seine Kontakte über den Vorfall informieren.

Fazit: Bewusstsein schärfen und Verantwortung übernehmen

Diese Betrugsmasche auf Facebook nutzt die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl von Menschen aus, um Daten zu stehlen und Desinformation zu verbreiten. Die Fälle von gefälschten Vermisstenmeldungen sind eine Warnung, dass nicht jeder Hilferuf im Netz authentisch ist. Es ist entscheidend, wachsam zu bleiben, Informationen zu hinterfragen und sich bei Zweifeln an offizielle Stellen zu wenden. Indem wir Verantwortung für unsere Online-Interaktionen übernehmen, können wir uns selbst und andere vor den Folgen solcher betrügerischen Aktivitäten schützen.

Quelle: presseportal

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)