Es gibt Momente, da glaubt man einfach alles, was man sieht – besonders in der Welt der Social Media. Ein erschreckendes Video macht die Runde: Menschen prügeln sich heftig in einem Wohnviertel. Schnell kursiert das Gerücht, es sei in Würzburg.

Ein Video, viele Behauptungen: „Würzburg“

Dieses Video ging viral, und das rasend schnell. Die Szene: Ein heftiger Schlagabtausch mitten auf der Straße.

Die Frage, die viele bewegt: Wo zum Teufel ist das passiert? Mit Würzburg in den Schlagzeilen war es nur allzu einfach für viele, den Faden aufzunehmen und zu behaupten: „Das ist doch Würzburg!“

Das Video lügt nicht – nur die Leute

Wie so oft gibt es einen Twist. Die Szenen im Video spielten sich nicht in Würzburg ab, sondern weit weg in Stuttgart. Fünf Tage bevor es viral ging, wurde das Video in einer Straße aufgenommen, die leicht über Google Maps identifiziert werden kann.

Eritreische Konflikte in Deutschland?

Ja, richtig gelesen. Der Konflikt, der im Video so explosiv aussieht, hat tatsächlich seine Wurzeln in Eritrea. Doch was tun eritreische politische Konflikte mitten in Stuttgart? Es ist ein Spiegelbild eines tieferen Problems, das auch schon in Gießen seinen Ausdruck fand.

„Alle Verdächtigen haben die eritreische Staatsangehörigkeit oder sind Deutsche mit eritreischen Wurzeln. Gegen 228 Verdächtige werden Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, schweren Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs, Sachbeschädigung und Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl eingeleitet. Die Polizei Stuttgart hat zur Aufklärung der Straftaten die Ermittlungsgruppe Asmara eingerichtet.“

Quelle: Presseportal

„Insgesamt wurden 26 Polizeibeamte, vier Veranstaltungsteilnehmer und zwei der Oppositionellen bei den Ausschreitungen verletzt. Sechs Beamte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Fünf Polizisten konnten ihren Dienst nicht weiter ausführen.“

Quelle: Presseportal

Warum es uns alle betrifft

Falschmeldungen sind mehr als nur virale Hits. Sie können Communities auseinanderreißen, falsche Vorstellungen schüren und letztlich auch zu realer Gewalt führen. Es ist unerlässlich, genau hinzuschauen und sich mit den Fakten vertraut zu machen, bevor man auf den Teilen-Button klickt.

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Fazit

In einer Zeit, in der Informationen mit Lichtgeschwindigkeit zirkulieren, ist es unsere Pflicht, wachsam zu bleiben. Das Video aus Stuttgart zeigt nicht nur einen Konflikt, der Tausende von Kilometern entfernt begann, sondern auch die Gefahren von Falschinformationen in unserer vernetzten Welt. Bevor wir teilen, müssen wir hinterfragen. Denn am Ende sind es nicht die Videos oder Fotos, die täuschen – sondern die Geschichten, die wir um sie herum spinnen.

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