Erst gestern berichteten wir über den angeblichen Tod von Angelo Kelly. Doch nicht nur ihn betrifft das Gerücht, es finden sich massenhaft andere Meldungen zu Todesfällen von Prominenten.

Die Meldungen haben ihren Ursprung auf YouTube, wo aktuell eine Menge derartiger Videos kursieren. Und natürlich dauert es nicht lange, bis diese dann auch auf Facebook und Co. geteilt werden. Fans zeigen sich besorgt, andere verstehen nicht, woher die Meldung kommt. Man hätte ja schließlich nichts in den Nachrichten gehört.

Angebliche Todesfälle

Diverse Facebook-Seiten, die beispielsweise mit dem Namen „R.I.P Report“, „Report R.I.P“ oder „News Hott“ auftreten, verteilen die Videos auf der Plattform. Diese werden von Nutzern natürlich aufgegriffen und weiter verteilt.

Wie wir gestern im Fall von Angelo Kelly erst vermuteten, hat sich eine Phishing-Falle bis dato nicht bestätigen lassen. Dahinter dürfte etwas viel Einfacheres stecken: Eine Art Maschinerie, die die Zugriffe auf die „Sensations-Videos“ mit Meldungen zu Todesfällen von Promis ankurbeln soll.

Denn auch in den Videos wird lediglich ein Bild gezeigt, das mit einem Todesfall in Verbindung gebracht werden könnte. Der Inhalt selbst ist ein mäßig interessantes Blabla mit Informationen zur jeweiligen prominenten Person.

Wer ist denn laut YouTube-Videos nun verstorben?

Die Facebook-Beiträge, über die Nutzer derzeit am häufigsten stolpern, betreffen Angelo Kelly, seine Schwester Maite Kelly, Kerstin Ott, Jürgen Drews und auch Michael Schumacher.

Wie auch bereits bei der Falschmeldung zum Tod von Angelo Kelly führen viele der Links auf ein- und dieselbe Webseite: todaynews88.com, die einfach nur anführt, „Just another WordPress site“ bzw. „nur eine weitere WordPress Seite“ zu sein.

Hier finden wir auch noch Einträge zu Chuck Norris (an dieser Stelle fragen wir uns, ob Chuck Norris tatsächlich sterblich ist?), Alan Jackson, Peter Maffay, Andrea Berg, Thomas Gottschalk, Gladys Knight, Céline Dion, Clint Eastwood, … – insgesamt sind hier 343 Seiten gefüllt mit Humbug, Falschmeldungen zu Prominenten, die angeblich verstorben sind. Diese werden auf den zahlreichen Seiten immer und immer wiederholt. Auf den Detailseiten kann man keine nähere Information lesen. Hier wird lediglich die Überschrift und ein kurzer schockierender Text angeführt. Und letztendlich landen wir auf der zugehörigen YouTube-Seite.

Nun mischt sich eine weitere Webseite hinzu, die nach demselben Schema arbeitet: alnews6.com. – Ebenfalls „Just another WordPress site“

Kurzer Check

Nur, um sicherzugehen:

Auch auf Nachrichtenseiten ist keine Meldung zu finden, die einen der angeblichen Todes-Meldungen bestätigt. Es handelt sich also um Falschmeldungen. Und wozu das Ganze?

Clickbait!

Wie erreicht man Menschen? Mit Emotionen. Mit Schocknachrichten. Mit Überraschungen – ob positiv oder negativ. Die Neugier siegt dann allzu oft, man klickt Links mit Sensations-Meldungen an.

So, wie diese Beiträge und zugehörigen YouTube-Videos aufgebaut sind, gibt es noch zahlreiche andere Arten. Wer kennt sie nicht, die Sensations-Nachrichten à la „Du wirst es nicht glauben, schau doch mal, wie XY nun aussieht“ oder „Was XY passiert ist, hast du nicht erwartet“ – bestenfalls wird „XY“ durch den Namen eines Prominenten ersetzt, dann ist es umso verlockender. Und schon findet man sich auf Seiten wieder, die prall gefüllt mit Werbung sind, auf denen man sich einem endlos scheinenden Klick-Marathon hingeben muss, um doch endlich zur gewünschten Info zu gelangen, die allerdings nie erscheint.

Genauso sind die YouTube-Videos gestaltet. Einzig die Überschrift oder das Titelbild sprechen vom Tod. Im Video selbst: Nichts zu sehen, nichts zu hören. Aber die Ersteller und Betreiber haben bereits gewonnen. Die Seite oder das Video wurde geöffnet, die Werbung eingeblendet. Die Werbeeinnahmen rieseln bereits auf deren Konto.

Daher: Finger weg von derartigen Sensations-Meldungen. Besser zuerst mal googlen, ob sich irgendeine der Meldungen auf einer offiziellen Nachrichtenseite oder der Webseite der betreffenden Prominenten finden lässt. Wenn nicht, dann einfach gut sein lassen oder – noch besser – diejenigen, die die Meldung verbreiten, darüber in Kenntnis setzen, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Gerne mit einem Link zu uns 😉


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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)