Zu einem Bild, auf dem vor der Parovirose in Bottrop-Welheim gewarnt wird, bekommen wie im Moment viel Anfragen. Was ist da dran?

Um dieses Bild geht es:

MIMIKAMAAuch in der lokalen Presse wird darüber berichtet. Wir werden einmal darlegen, was an der Sache dran ist, und wie gefährlich die Parovirose wirklich ist.

Die Parovirose

Die Parvovirose, Panleukopenie oder auch Hundeseuche ist eine Erkrankung des Hundes, die durch das Canine Parvovirus (CPV-2) ausgelöst wird. Das Schnüffeln und Belecken von infiziertem Kot reicht zur Infektion völlig aus.

Die Erkrankung tritt weltweit auf und ist auch in Deutschland nach wie vor gefährlich. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme des Virus mit Mund und Nase des Hundes.

Die Viren vermehren sich in besonders schnell teilenden Zellen, wie dem Epithel im Magen-Darm-Trakt, Knochenmark und dem lymphatischen System. Auch der Herzmuskel kann betroffen sein.

Die Inkubationszeit beträgt von 2 bis zu 10 Tagen, normalerweise 4 bis 7 Tage.

Besonders betroffen sind Welpen und Junghunde unter einem Jahr. Vor allem in der Zeit, in der die mütterlichen (maternalen) Antikörper abfallen und sich noch keine eigenen Antikörper durch Impfung gebildet haben.

Die Hunde zeigen nach der Inkubationszeit starkes Erbrechen und hohes Fieber, bald darauf setzt ein wässriger, oft blutiger Durchfall ein. Die Tiere sind matt, teilnahmslos und zeigen keinen Appetit.

Das Fieber kann bis auf 41°C steigen, aber auch in eine Untertemperatur umschlagen, da der Körper es nicht mehr schafft, Wärme zu entwickeln.

Mit den Durchfällen sieht man auch eine stark verminderte Zahl weisser Blutkörperchen (Leukopenie), die den eh schon sehr geschwächten Körper in seiner Abwehr herabsetzen und ihn anfällig für bakterielle Erkrankungen machen.

Die Behandlung der Erkrankung erfolgt zum einem symptomatisch mit Infusionen, Antibiotika und Antiemetika, aber auch mit Interferonen und speziellen Antikörper-Seren.

Das wichtigste sind jedoch strenge Hygienemassnahmen um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, denn dies kann auch durch den Menschen an Kleidung, Händen, Schuhen etc. an den nächsten Hund weitergegeben werden!

Auch Hunde, die nicht selber erkranken, müssen getestet werden um eine Ausbreitung zu stoppen, denn diese Hunde scheiden auch ohne Symptome das Virus bis zu 14 Tage lang aus.

Ein Hund, der die akute Form überlebt hat, kann aber jederzeit durch die erlittene Schädigung des Herzmuskels an einem plötzlichen Herztod sterben.

Besonders betroffen sind die Rassen Rottweiler, Dobermann, Deutscher Schäferhund und Pinscher.

Siehe auch: https://www.thieme.de/de/tiermedizin/parvovirose-beim-hund-92975.htm

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Ganz einfach indem man seinen Hund gegen die Parvovirose impft. Diese Impfung ist ein Teil der notwendigen Impfungen, die auch von der ständigen Impfkommission der Tierärzte empfohlen wird.

Durch die Impfmüdigkeit der vergangenen Jahre habe auch ich leider immer wieder junge Hunde in der Praxis, die an der Parvovirose sterben. Dieser Tod ist wirklich erbärmlich mit anzusehen, besonders, wenn man dies durch ein gutes Impfmanagement verhindern könnte.

Kleinere Ausbrüche, wie der nun in Bottrop lassen sich genau durch jene Impfmüdigkeit und nicht einsehen wollen der Notwendigkeit einer Impfung erklären.

Bei Impfungen sollte stets gelten: So viel, wie nötig und so wenig wie möglich!

Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat dazu einen Impfplan für den Hund online gestellt, an den auch ich mich halte.

Zusammengefasst

Ja, diese Meldung stimmt leider, aber Panik ist unnötig, wenn der Hund ausreichend geimpft ist.

Hygiene ist stets notwendig, und dazu gehört auch die Hundehaufen stets zu entfernen, damit sich solche Krankheiten nicht weiter verbreiten, denn 60% der infizierten Hunde sind symptomlos, scheiden aber den Erreger über den Kot aus.

Dies gilt nicht nur für die Parvovirose, sondern für jeden Haufen meines Hundes, denn mein eigener Hund könnte der nächste sein, der sich an solchen Haufen mit allen möglichen Krankheiten infiziert.

Autorin: Anke M, mimikama.org

Quellen

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