Eine irreführende Artikelüberschrift eines Online-Magazins erweckt den Eindruck, die Polizei hätte im spanischen Valencia gegen das Tragen von Masken demonstriert. Nun protestiert auch das Magazin, jedoch gegen die Richtigstellung.

Wie ein dpa-Faktencheck bereits ergab, ging der Protest in Valencia viel mehr von einer Bewegung namens „Policias por la libertad“ aus – also einer Gruppierung, die das Wort Polizei im Namen trägt, jedoch nicht für die gesamte Polizei steht. Das Online-Magazin kritisierte nun aber selbst den dpa-Faktencheck für seine Richtigstellung

Ausgangspunkt war eine Demonstration vom 28.11 in Valencia, zu der unter anderem „Policias por la libertad“ aufgerufen hatte. Diese fand auch tatsächlich statt, wie es auch der Artikel, in dem Online-Magazin richtig darstellt. Auch wird hier darauf hingewiesen, dass der Protest von den sogenannten „Polizisten für die Freiheit“ ausgerufen wurde. Als Beleg wird hierfür zusätzlich ein Video einer englisch-sprechenden Coronamaßnahmen-Kritikerin eingebettet, die den Protest begleitete.

Überschrift zu Protest in Valencia lässt falsche Schlussfolgerung zu

Dennoch ist die dort gewählte Überschrift „Die Polizei demonstriert in Valencia für die Freiheit und gegen das Tragen von Masken“, irreführend. Denn die Überschrift kann zu der falschen Annahme führen, dass die komplette Polizei in Valencia gegen das Maskentragen auf die Straße ging. Doch das ist nicht der Fall, wie es auch seitens des dpa-Faktencheck heißt.

Auch weist die dpa daraufhin, dass das eingebettet Foto nicht von der Demo am 28.11, sondern bereits von einer anderen Protestaktion am  7. November in Madrid stammt. Es wurde von „Policias por la libertad“ selbst zu diesem Zeitpunkt auf Twitter gepostet. Einen Fehler, den das Online-Magazin bereits einräumte.

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Wer sind die „Polizisten für die Freiheit“?

„Policias por la libertad“  ist eine spanische Protestbewegung, die speziell Polizist*Innen dazu aufruft Corona-Maßnahmen der Regierung gegenüber kritisch zu sein und sich mit anderen Protestierenden solidarisch zu zeigen. Die Vereinigung leugnet das Corona-Virus zwar nicht grundsätzlich, aber ist dennoch dem Maskentragen gegenüber kritisch eingestellt, wie eines der Gesichter der Bewegung Sonia Vescovacci, eine laut El Pais zurzeit unbezahlt freigestellte Polizistin, erklärte.

Bei der Protestbewegung handelt es sich jedoch nicht um eine staatlich institutionelle Gruppierung. Laut El Pais seien bei der von der Bewegung aufgerufenen Protest am 7. November in Madrid unter den Protestierenden, der spanischen Nachrichtenagentur EFE waren es hunderte, nicht mehr als zehn offizielle Polizist*Innen gewesen.

Online-Magazin kritisiert den dpa-Faktencheck immens – allerdings ohne standfeste Argumente

Das Online-Magazin, das die irreführende Überschrift herausbrachte, beschwerte sich in einer Aktualisierung des Artikels über den dpa-Faktencheck und brachte ihn mit „Realitäts Verweigerern“ in Verbindung. Die Anschuldigungen sind jedoch haltlos.

Vor allem, weil sich das Magazin über Dinge beschwert, die so nicht im Faktencheck der dpa stehen: Das Magazin behauptet nämlich, dass der Faktencheck ihnen unterstellt hätte, dass sie Vescovacci mit der Produzentin des von ihnen eingebetteten Videos gleichgesetzt hätten und vergleicht hierzu die Bilder beider Frauen. Vollkommen richtig stellen sie heraus, dass keine Ähnlichkeit besteht.

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Doch der dpa-Faktencheck hat nie behauptet, dass das Video von Vescovacci produziert wurde, sondern sagt deutlich, dass es sich um ein Video einer Corona-Kritikerin mit Hang zur Esoterik handele, die mit einem anderem Video Spanien bereits als Diktatur bezeichnete.

Damit ist auch die Kritik des Magazins grundlos, die dpa hätte behauptet, das Video stamme ebenfalls von der Demo am 7. November. Dabei sagt der Faktencheck der dpa wörtlich das „eingebettete Video wiederum entstand tatsächlich in Valencia. Bei der Kundgebung ist klar der Platz vor dem Rathaus (Plaça de l’Ajuntament) zu erkennen.“

Außerdem richtig bleibt:

Die Bewertung des dpa-Faktenchecks: „Falsch, das ist nicht «die Polizei». Das Video zeigt lediglich Aktivisten, die sich selbst so bezeichnen.“ Es handelt sich nicht um die Polizei und die gewählte Überschrift des Online-Magazins bleibt somit irreführend.

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