„Ihre Identität wurde kompromisiert“ (sic!)

Auch, wenn in der Schweiz oftmals Begriffe anderslautend sind als im deutschen oder österreichischen Sprachgebrauch, gibt es das Wort „kompromisiert“ schlicht nicht, richtig ist nach wie vor „kompromittiert“. – Hier sollte man bereits misstrauisch werden. Offizielle Mails von Behörden sollten derartige Fehler nicht enthalten.

Screenshot E-Mail
Screenshot E-Mail

Inhalt der E-Mail

„Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie Opfer von Internetbetrug/Identitätsdiebstahl geworden sind.
Ihre Identitäts- und Verbraucherkreditdateien wurden während einer Datenpanne kompromittiert, bei der Millionen von Steuerzahlerinformationen Hackern ausgesetzt und in einem gefälschten Erbschafts-Identitätsdiebstahlsystem verwendet wurden, das jetzt von Bundesbehörden aufgedeckt wurde.“ Weiters wird von einem Fall berichtet, bei dem zwei Betrüger verhaftet wurden, Mailprotokolle gesichtet wurden und man schließlich festgestellt hätte, dass der Empfänger des Mails unter den Opfern wäre. Nun würde ihm eine Rückerstattung des verursachten Schadens in Höhe von 921.911,00 GBP zustünden.

Um diese Summe anzufordern, solle man mit seinem Namen und dem Aktenzeichen an eine Mail-Adresse antworten.

Absender der E-Mail

Als Absender wird im Mail das Bezirksgericht Entremont in der Rue du College 2, 1933 Sembrancher, Schweiz, genannt. – „In einer Beziehung mit Beschwerdestelle für Internetkriminalität Finanzüberwachungsabteilung – UK Nationales Zentrum für Wirtschaftskriminalität (NW3C)“. Die Absenderadresse lautet „Tribunal du District (District Court)“ und wird mit der E-Mail Adresse info@swissdistrictcourt.net angeführt.

Seine Antwort zur Anforderung der Schadenssumme solle man an inquiry@baseldistrictcourt.com senden. Die Domain baseldistrictcourt.com wurde in Denver registriert, swissdistrictcourt.net in Kalifornien.

Die Domains offizieller Behörden sind für gewöhnlich im jeweiligen Land registriert. Die Seite des Bezirksgerichts Entremont – Tribunal du district d’Entremont – lautet vs.ch und ist auch in der Schweiz registriert.

Höchst unseriös – nicht antworten!

Diese Benachrichtigung über den angeblichen Identitätsdiebstahl ist als höchst unseriös zu betrachten. Keine offizielle Behörde würde ein solches Mail versenden. Damit reiht sich dieses Mail in ähnliche Fälle, in denen Nutzer Benachrichtigungen zu Straftaten von Europol, Interpol oder der Polizei erhalten, ein.

Beantwortet man das Mail, bestätigt man den Betrügern in erster Linie, dass die Mail-Adresse existiert. Erfahrungsgemäß werden dann wohl diverse Zahlungen gefordert, die für die angebliche Abwicklung der Rückerstattung nötig wären. Möglich ist auch, dass hier der eigentliche Identitätsdiebstahl beginnt, indem Ausweiskopien gefordert werden, um sich als „die richtige Person“ zu identifizieren.

Keine offizielle Behörde versendet derartige E-Mails!

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