Anna Muzychuk: Faktencheck rund um die Schachgroßmeisterin

Klarstellung zu Anna Muzychuk und dem Schachboykott!

Autor: Hildegard O.

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Die Behauptung

Die Weigerung von Anna Muzychuk, 2017 in Saudi-Arabien aufzutreten, wird fälschlicherweise als aktuelles Ereignis aus dem Jahr 2023 dargestellt; ein damit in Zusammenhang stehendes Bild wird zudem fälschlicherweise als von KI erstellt angesehen.

Unser Fazit

Die Entscheidung Muzychuks wurde nicht 2023, sondern 2017 getroffen und das umstrittene Bild ist echt, stammt von einem authentischen Foto und wurde lediglich bearbeitet.

Wer ist Anna Muzychuk?

Anna Muzychuk, geboren am 28. Februar 1990 in Lviv, Ukraine, ist eine anerkannte ukrainische Schachspielerin, die den Titel eines Großmeisters trägt. In ihrer Karriere spielte sie auch für den slowenischen Schachverband, dem sie von Juni 2004 bis Mai 2014 angehörte. In Schachkreisen und beim Weltschachbund FIDE ist sie unter dem Namen Anna Muzychuk bekannt.

Diese Aussage und dieses Bild werden derzeit geteilt. Es sieht so aus, als ob es sich um einen aktuellen Fall handelt. Das ist aber nicht der Fall, denn dieser Vorfall ereignete sich bereits 2017!

Die Behauptung:

Schachgroßmeisterin Anna Muzychuk über die Weigerung, in Saudi-Arabien zu spielen Wir sollten alle mehr wie Anna sein.

„In wenigen Tagen verliere ich zwei Welttitel, einer nach dem anderen. Weil ich beschlossen habe, nicht nach Saudi-Arabien zu gehen. Ich weigere mich, nach besonderen Regeln zu spielen, Abaya zu tragen, von einem Mann begleitet zu werden, damit ich aus dem Hotel rauskomme, damit ich mich nicht wie eine zweitklassige Person fühle.

„Ich werde meinen Prinzipien folgen und nicht an der schnellen Schach- und Blitz-Weltmeisterschaft teilnehmen, bei der ich in nur 5 Tagen mehr Geld hätte verdienen können als mit Dutzenden anderer kombinierter Turniere. Das ist alles sehr unangenehm, aber das traurige daran ist, dass es niemanden interessiert scheint. Bittere Gefühle, aber ich kann nicht zurück. „

Anna Muzychuk”

MIMIKAMA
Screenshot Facebook aus dem Jahr 2023

Original:

Chess Grandmaster Anna Muzychuk, on refusing to play in Saudi Arabia. We should all be more like Anna.

‚In a few days, I’ll lose two world titles, one after another. Because I decided not to go to Saudi Arabia. I refuse to play by special rules, wear abaya, be accompanied by a man so I can get out of the hotel, so I don’t feel like a second-class person.

‚I will follow my principles and not compete in the fast chess and blitz world championship where in just 5 days I could have made more money than with dozens of other combined tournaments. This is all very unpleasant but the sad part is that no one seems to care. Bitter feelings, but I can’t go back.‘

Anna Muzychuk

Der Boykott von 2017

Anna Muzychuk zog Ende 2017 weltweite Aufmerksamkeit auf sich, als sie bekannt gab, dass sie aus Protest gegen die Unterdrückung von Frauenrechten in Saudi-Arabien nicht an der Weltmeisterschaft im Schnell- und Blitzschach teilnehmen würde. Ihre Ablehnung, nach den dortigen Regeln zu spielen und sich als „zweitklassige Person“ zu fühlen, betonte ihre Prinzipienfestigkeit und ihren Mut.

Anna Muzychuk veröffentlichte am 23.12.2017 diesen Beitrag auf Facebook:

“In wenigen Tagen verliere ich zwei Weltmeistertitel – einen nach dem anderen. Nur weil ich beschlossen habe, nicht nach Saudi-Arabien zu gehen. Nicht nach jemandes Regeln zu spielen, keine Abaya zu tragen, nicht nach draußen begleitet zu werden, und überhaupt nicht, mich als zweitrangige Kreatur zu fühlen. Vor genau einem Jahr habe ich diese beiden Titel gewonnen und war so ungefähr der glücklichste Mensch in der Schachwelt, aber diesmal fühle ich mich wirklich schlecht. Ich bin bereit, für meine Prinzipien zu stehen und die Veranstaltung zu überspringen, bei der ich in fünf Tagen mehr verdienen sollte als in einem Dutzend von Veranstaltungen zusammen. Das ist alles nervig, aber am meisten beunruhigend ist, dass es fast niemanden wirklich interessiert. Das ist ein wirklich bitteres Gefühl, immer noch nicht das, was meine Meinung und meine Prinzipien ändert. Das gleiche gilt für meine Schwester Mariya – und ich freue mich wirklich, dass wir diese Sichtweise teilen. Und ja, für die wenigen, die sich kümmern – wir kommen wieder!”

MIMIKAMA
Screenshot Facebook aus dem Jahr 2017

Die Realität hinter dem Bild

Das Foto von Anna Muzychuk hat in der Facebook-Gruppe „Um, isn’t that AI?“ Fragen aufgeworfen. Einige Mitglieder der Gruppe vermuteten, dass das Bild künstlich erzeugt wurde, zumal die Unschärfe der Finger oft ein Indiz für eine KI-Erstellung ist.

MIMIKAMA
Screenshot Facebook

Tatsächlich ist das Bild jedoch authentisch; es wurde lediglich digital bearbeitet, was zu der weichen Darstellung führte. Die Originalaufnahme des Fotos ist auf der Webseite https://en.chessbase.com/post/an-interview-with-anna-muzychuk zu finden, wo Muzychuk in einem geführten Interview erscheint.

Auf dem Originalbild sind diese Verzerrungen nicht zu erkennen.

MIMIKAMA
Originalfoto auf der Webseite

Die Implikationen für die öffentliche Meinung

Die falsche Darstellung des Boykotts von Muzychuk als aktuelles Ereignis und die fälschliche Annahme, dass das dazugehörige Bild von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde, zeigen, wie schnell sich Fehlinformationen verbreiten können. Solche Falschmeldungen haben das Potenzial, die öffentliche Wahrnehmung zu verzerren und die tatsächlichen Ereignisse zu verschleiern.

Fazit:

Die Aussage stammt nicht aus dem Jahr 2023, sondern aus dem Jahr 2017. Die Weigerung der Schachgroßmeisterin Anna Muzychuk, 2017 in Saudi-Arabien anzutreten, war eine Entscheidung gegen die Einschränkung von Frauenrechten. Das in diesem Zusammenhang diskutierte Bild ist kein KI-Produkt, sondern ein echtes, wenn auch digital bearbeitetes Foto.

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Quellen: wikipedia , facebook

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