Datenschutz zu Höchstpreisen: Metas Neue Gebührenpolitik

Datenschutz oder Geldbeutel: Das neue Dilemma der Social-Media-Nutzer

Autor: Sonja Bart

Stellen Sie sich vor, Sie müssten plötzlich für Ihr Grundrecht auf Datenschutz bezahlen – und das nicht zu knapp. Genau das könnte bald Realität werden, denn der US-Konzern Meta hat kürzlich ein umstrittenes Abo-Modell, wie haben HIER darüber berichtet, für Facebook und Instagram vorgestellt. Demnach sollen Nutzer entweder einer umfassenden Datensammlung für personalisierte Werbung zustimmen oder eine jährliche Gebühr von bis zu 251,88 Euro zahlen.

Meta unter Beschuss von Datenschützern

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Datenschützer und Aktivisten, darunter Max Schrems von der Organisation „None Of Your Business“ (NOYB), haben bereits Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde eingelegt. Sie argumentieren, dass das Gebührenmodell von Meta nicht nur EU-Datenschutzrecht umgeht, sondern die Nutzer vor eine unfaire Wahl stellt: Bezahlen oder überwacht werden.

Die Kosten des Datenschutzes

Interessanterweise zeigen Branchenzahlen, dass nur etwa drei Prozent der Menschen tatsächlich getrackt werden wollen. Vor die Wahl zwischen Tracking und einer „Datenschutzgebühr“ gestellt, entscheiden sich jedoch über 99 Prozent der Nutzer gegen die Zahlung. Die Kosten für eine Einzelperson, die sowohl Instagram als auch Facebook nutzt, belaufen sich auf 251,88 Euro pro Jahr – ein Betrag, der im krassen Gegensatz zum durchschnittlichen Jahresumsatz von Meta pro Nutzer steht.

Die rechtliche Perspektive

Felix Mikolasch, Datenschutzjurist bei NOYB, betont, dass die Einwilligung in Online-Tracking und personalisierte Werbung nach EU-Recht nur dann gültig ist, wenn sie freiwillig erfolgt. Die neue Gebührenpolitik von Meta stellt diese Freiwilligkeit in Frage. Die Nutzer werden vor die Wahl gestellt: Entweder sie akzeptieren das Tracking oder sie zahlen eine hohe Gebühr für ihre Privatsphäre.

Ein Dominoeffekt in der digitalen Welt?

Die Folgen dieser Politik könnten weitreichend sein. Max Schrems warnt vor einem Dominoeffekt, sollte Meta mit diesem Ansatz Erfolg haben. Andere App-Anbieter könnten folgen, was die Kosten für Datenschutz im Netz in astronomische Höhen treiben würde. Schrems zieht Parallelen zu einer Zeit, in der Grundrechte ein Privileg der Reichen waren und warnt davor, dass sich diese Geschichte wiederholen könnte.

Fazit: Datenschutz in der Klemme

Die neue Gebührenpolitik von Meta wirft grundlegende Fragen über den Wert und die Zugänglichkeit von Datenschutz auf. Während das Unternehmen versucht, seine Geschäftsmodelle anzupassen, stehen die Nutzer vor einer beunruhigenden Wahl: Ihre Privatsphäre aufzugeben oder dafür zu bezahlen. Die Debatte zeigt, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und die Rechte im digitalen Raum zu verteidigen.

Quelle: noyb.eu; Beschwerde gegen Meta (DE)

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