Digitale Unsterblichkeit: Segen oder Fluch?

Risiken der „Grief Tech“ für Trauernde

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Autor: Sonja Bart

Es ist nahezu schon normal für uns, dass die Grenzen zwischen dem Digitalen und dem Realen zunehmend verschwimmen, bietet doch die Technologie Lösungen für fast jedes menschliche Bedürfnis – auch für den Umgang mit Trauer.

Die Vorstellung, mit einem verstorbenen Angehörigen mittels künstlicher Intelligenz (KI) kommunizieren zu können, klingt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film. Doch was auf den ersten Blick als tröstliche Innovation erscheint, birgt bei näherer Betrachtung gravierende ethische, psychologische und gesellschaftliche Herausforderungen.

Faszination von digitaler Wiedergeburt und Unsterblichkeit

Technologien wie „Here After“ oder “Replika” erwecken verstorbene Angehörige zum digitalen Leben, indem sie Chatbots mit den digitalen Fußabdrücken der Verstorbenen trainieren. Diese modernen „generativen Geister“ bieten Hinterbliebenen die Möglichkeit, über den Tod hinaus in Kontakt zu bleiben, was zunächst als wertvoller Service für Trauernde erscheint. Doch Forscher warnen vor den unabsehbaren Folgen dieser Praxis.

Die dunkle Seite der Trauer-KI

Während die Anbieter solcher Dienste die Vorteile betonen, weisen Experten wie Jed Brubaker und Meredith Morris von Googles Deepmind auf mögliche Gefahren hin. Die Nutzung dieser Technologie könne nicht nur zu einer ungesunden Abhängigkeit führen, sondern auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen und den Trauerprozess stören.

Der Trauerprozess ist ein wichtiger und individueller Weg, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten und schließlich zu einem Punkt der Akzeptanz zu gelangen. Dieser Prozess umfasst verschiedene Phasen, darunter Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz. Eine künstliche Aufrechterhaltung der Präsenz Verstorbener kann Trauernde in den frühen Phasen der Trauer festhalten, indem sie die Illusion einer fortbestehenden Beziehung fördert. Dies kann es den Hinterbliebenen erschweren, den Verlust zu akzeptieren und weiterzugehen. Auch kann die ständige Verfügbarkeit des digitalen Abbilds zu einer Abhängigkeit führen, die die emotionale Heilung verzögert und die psychische Gesundheit beeinträchtigt. Ein gesunder Trauerprozess beinhaltet, den Verlust zu akzeptieren und Wege zu finden, das Andenken des Verstorbenen zu ehren, ohne dass eine permanente digitale Interaktion erforderlich ist.

Zudem bestehe die Gefahr, dass verstorbene Angehörige idealisiert und mit einem gottähnlichen Status der Unsterblichkeit verehrt würden, was die Realität verzerre und den Nutzern schade.

Ethik und Missbrauchspotenzial

Das Phänomen der „Deathbots“ wirft auch ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die Einwilligung und den Missbrauch von Daten Verstorbener. Hollywoods Einsatz von KI, um verstorbene Schauspieler in Filmen „weiterleben“ zu lassen, ist ein Beispiel für die problematische Seite dieser Technologie. Es besteht auch die Gefahr, dass unbefugte Dritte solche Technologien missbrauchen, um Hinterbliebene zu schädigen oder zu betrügen.

Regulierung und Haftung

Angesichts dieser Herausforderungen fordern Experten wie Mhairi Aitken vom Alan Turing Institute eine Regulierung der „Grief Tech“, um Missbrauch zu verhindern und die Rechte der Verstorbenen zu schützen. Eine solche Regulierung könnte sicherstellen, dass die Technologie ethisch vertretbar eingesetzt wird und nicht zu weiterem Leid der Hinterbliebenen führt.

Fragen und Antworten

Frage 1: Ist die digitale Unsterblichkeit verstorbener Angehöriger ethisch vertretbar?
Antwort 1: Die ethische Vertretbarkeit hängt von der Zustimmung der Betroffenen und den Auswirkungen auf die Hinterbliebenen ab. Ohne klare Richtlinien und Schutzmaßnahmen birgt sie erhebliche Risiken.

Frage 2: Wie wirkt sich die Kommunikation mit einem digitalen Abbild eines Verstorbenen auf Trauernde aus?
Antwort 2: Experten warnen davor, dass dies zu einer ungesunden Abhängigkeit führen und den natürlichen Trauerprozess stören kann.

Frage 3: Was sind die Hauptbedenken in Bezug auf „Deathbots“?
Antwort 3: Die Hauptbedenken beziehen sich auf ethische Fragen, Datenschutz, psychische Gesundheit und die Gefahr des Missbrauchs.

Frage 4: Wie kann der Einsatz von „Grief Tech“ reguliert werden?
Antwort 4: Durch Gesetze, die die Zustimmung der Verstorbenen und den Datenschutz sicherstellen, sowie durch ethische Richtlinien für den Einsatz dieser Technologien.

Frage 5: Kann die digitale Unsterblichkeit zu neuen religiösen Bewegungen führen?
Antwort 5: Forscher wie Jed Brubaker sehen das Potenzial für solche Entwicklungen, was die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs unterstreicht.

Fazit

Die Möglichkeit, verstorbene Angehörige durch KI „wiederzubeleben“, wirft tiefgreifende ethische und psychologische Fragen auf. Während die Technologie einen gewissen Trost bieten kann, müssen die Risiken sorgfältig abgewogen und durch entsprechende Regulierungen und ethische Richtlinien gemildert werden.

Es liegt in der Verantwortung der Entwickler, Forscher und der Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass die Fortschritte der KI nicht auf Kosten der menschlichen Würde und des psychischen Wohlbefindens gehen.

Quelle: derStandard

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