Die Behauptung

Ein im Oktober 2023 geteiltes Bild zeigt angeblich eine tote Person, die während eines israelischen Angriffs auf Gaza aus einem Leichensack heraus Nachrichten auf ihrem Handy tippt.

Unser Fazit

Das Foto wurde tatsächlich im Oktober 2022 in Thailand aufgenommen und zeigt ein Kind, das an einem Halloween-Kostümwettbewerb in einem Einkaufszentrum teilnimmt.

Tote Person auf Foto aus Gaza? Die skurrile Reise eines Memes und die gefährliche Kraft von Fehlinformationen

Behauptung: Ein im Oktober 2023 geteiltes Bild zeigt angeblich eine tote Person, die während eines israelischen Angriffs auf Gaza aus einem Leichensack heraus Nachrichten auf ihrem Handy tippt.

Antwort: Das Foto wurde tatsächlich im Oktober 2022 in Thailand aufgenommen und zeigt ein Kind, das an einem Halloween-Kostümwettbewerb in einem Einkaufszentrum teilnimmt

Der Ursprung eines viralen Bildes

Im Oktober 2023 tauchte ein Bild in den sozialen Netzwerken auf, das eine angeblich tote Person zeigt, der aus einem Leichensack heraus Nachrichten auf seinem Handy tippt. Das Foto wurde im Kontext des israelischen Angriffs auf Gaza geteilt, und einige Nutzer behaupteten, es beweise die „Pallywood“-Verschwörungstheorie, welche die Authentizität der Berichte über die Gewalt in Palästina infrage stellt. Doch was steckt wirklich hinter diesem mysteriösen Foto?

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Screenshot des Videos von Inbar Cohen auf X (vormals Twitter)

Die Reise des Fotos einer vermeintlich toten Person: Von Thailand nach Gaza

Eine umfassende Bildrückwärtssuche ergab, dass das Foto ursprünglich im Oktober 2022 aufgenommen wurde. Es handelte sich um ein Kind, das an einem Halloween-Kostümwettbewerb in einem Einkaufszentrum in Thailand teilnahm.

Hier das Originalvideo aus Thailand:

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Quelle: YouTube / AMARINTV

Das Bild wurde später zu einem Meme und zirkulierte online in verschiedenen Sprachen, darunter Deutsch, Italienisch, Niederländisch und Spanisch. Die Texte, die das Bild begleiteten, suggerierten, dass es in Gaza aufgenommen wurde und die Gewaltbilder aus Israel inszeniert seien.

Die Macht der Fehlinformation

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie leicht Bilder aus dem Kontext gerissen und für politische oder ideologische Zwecke missbraucht werden können. Die rasante Verbreitung des Bildes und die falsche Zuschreibung des Kontexts können ernsthafte Missverständnisse und weitere Polarisierung in einem ohnehin schon sehr sensiblen Thema fördern.

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Schlussfolgerung

Die Geschichte dieses Fotos unterstreicht die Notwendigkeit, Informationen kritisch zu hinterfragen und auf vertrauenswürdige Quellen zurückzugreifen, um Fehlinformationen zu vermeiden. Es ist unerlässlich, dass wir alle unsere Rolle bei der Bekämpfung von Fehlinformationen erkennen und aktiv daran arbeiten, besser informiert zu sein.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)