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Feuerwehr warnt: Teelichtöfen sind brandgefährlich

In der Öffentlichkeit kursieren immer Anleitungen, um Räume kostengünstig aufheizen zu können. Ein vermeintlicher Geheimtipp: Teelichtöfen.

Tom Wannenmacher,

Feuerwehr warnt: Teelichtöfen sind brandgefährlich (Artikelbild: Screenshots Video Feuerwehr Braunschweig)
Feuerwehr warnt: Teelichtöfen sind brandgefährlich (Artikelbild: Screenshots Video Feuerwehr Braunschweig)

Teelichtöfen sind im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich.

+++UPDATE: Bitte lesen Sie zu diesem Thema unseren aktuellen Artikel HIER+++

Das sagen nicht nur wir bereit seit Juli 2022 (HIER und HIER), sondern nun mittlerweile auch bereits die Feuerwehr, denn die Temperatur im Innern eines einzelnen Teelichts kann bis auf 250 Grad ansteigen. Stehen jetzt mehrere Teelichter – wie in einem Teelichtofen – nah beieinander und wird die Wärme darüber hinaus gestaut, kann es innerhalb von Sekunden zu einem Wachsbrand kommen. Dies berichtet die Feuerwehr Laboe auf Ihrer Facebookseite.

Kerzenwachs beginnt je nach Zusammensetzung bereits ab 280 Grad zu brennen. Dabei kann schlagartig eine bis zu 1 m hohe Flamme entstehen – ein Teelichtofen wird hier eher dazu führen, dass die Flammenbildung in die Breite geht. Falls es zu einem Wachsbrand kommt, gilt dasselbe, wie beim bekannten Fettbrand: KEINESFALLS MIT WASSER LÖSCHEN!

Die Folgen können verheerend sein. Deshalb unsere dringende Bitte:

  • Verzichtet auf Teelichtöfen und stellt Teelichter grundsätzlich nicht nah beieinander auf.
  • Bitte auch keine Grills in Innenräumen nutzen – völlig egal ob Holzkohle, Grillbriketts oder Gas.
  • Auch gasbetriebene Heizgeräte wie etwa Geräte für Terrassen oder Katalytöfen sind NICHT für den Innenbereich geeignet.

Feuerwehr Kremperheide

Die Feuerwehr Kremperheide hat zu Ihrem Beitrag auch noch ein Warnimage gepostet und schreibt so auch wie die anderen Feuerwehren:

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Freiwillige Feuerwehr Fleckeby

Auch die Freiwillige Feuerwehr Fleckeby schreibt zu diesem Thema auf Facebook: Es wird neuerdings für Teelichtöfen geworben. Diese können sehr gefährlich werden. Ein Teelicht erreicht eine Temperatur von 250° Celsius. Durch den Aufbau eines Teelichtofens stehen nun mehrere Teelichter dicht zusammen und werden unter einen Blumentopf gestellt. Dieser soll sich dadurch aufwärmen und diese Wärme an die Umgebung abgeben.

Unter dem Blumentopf staut sich allerdings die Wärme. Diese kann das Wachs entzünden und zu einer ca. 1 Meter hohen Stichflamme führen. Durch den Aufbau des Teelichtofens breitet diese sich allerdings zu den Seiten aus. Dieses kann zu schweren Verletzungen und zu einem Wohnungsbrand führen. Bei einem Wachsbrand gilt das Gleiche wie für einen Fettbrand.

Feuerwehr Eschborn-Niederhöchstadt

Oder Erwin Mark von der Feuerwehr Eschborn-Niederhöchstadt in der h3-Morningshow: Teelicht-Öfen sind gerade voll im Trend – kein Wunder: Heizen ist teuer, die Öfchen sind hübsch anzuschauen und bringen eine angenehme Strahlungswärme. Allerdings sorgen sie nicht für mehr Wärme, als die Teelichter auch so abgeben würden. Gerade mit selbst gebauten Öfchen kann es schnell gefährlich werden – besonders dann, wenn sich zu viele Kerzen unter den Tontöpfen befinden.

Video der Feuerwehr Braunschweig

Die Feuerwehr Braunschweig hat dazu nun sogar ein Video veröffentlicht, indem man erkennen kann, wie gefährlich so ein Teelichtofen sein kann!

Die Feuerwehr Braunschweig schreibt dazu:

Teelichtofen! Mit Sorge beobachten wir die aktuelle Situation. Wir wollen euch zeigen was passiert, wenn der Ofen länger als 1 Stunde betrieben wird und zu viele Teelichter benutzt werden. Es entsteht ein Wachsbrand. Ein Wachsbrand ist nicht mehr mit Wasser löschbar! Er ähnelt der gleichen Reaktion wie bei einem Fettbrand in der Küche: es folgen große Stichflammen, welche zu schwersten Verbrennungen und einem Wohnungsbrand führen können. Hier darf nur eine Löschdecke, ein Löschspray oder ein für Flüssigkeitsbrände zugelassener Feuerlöscher zum Einsatz kommen. 

Teelichtofen: Hot or not?

Auch unser Kooperationspartner von Checked4you hat sich dem Thema angenommen und schreibt, dass die Idee recht simpel sei und dass dieses Produkt schnell gebaut werden kann: Zwei unterschiedlich große Tontöpfe ineinander auf einer Stange verschraubt, darunter ein paar Teelichter: Fertig ist eine kleine Heizung. Denn zwischen den Töpfen soll warme Luft gespeichert und langsam abgegeben werden.

  • Um einen ganzen Raum mit Teelichtern warmzuhalten, bräuchtet ihr viele davon.
  • Gefahren dabei: Sauerstoff wird knapp und es werden Gase freigesetzt, die sich entzünden können.
  • Als Bastelfreude und Händewärmer kann so ein Selfmade-Ofen aber eine nette Idee sein.

DIY-Clips sind bei Instagram, TikTok, YouTube und anderen Netzwerken zu finden. Das hat auch schon dazu geführt, dass Tontöpfe in manchen Bau- und Gartenmärkten vorübergehend ausverkauft sind.

Klar, der Winter kommt und heizen ist dieses Jahr teuer. Radiatoren sind keine gute Alternative, weil sie mit Strom laufen und auch der teurer wird und außerdem befürchtet wird, dass der Strom ausfällt, wenn zu viele Menschen eine Stromheizung anmachen. Da kommen manche auf kreative Ideen, um Wärme zu erzeugen.

Aber sind Teelichter stark genug, um einen ganzen Raum warmzuhalten? Nein!

Da haben eine Strickjacke oder eine Wärmflasche noch stärkere gefühlte Wärmeeffekte auf den eigenen Körper. Ein Teelicht kann vielleicht einen Quadratmeter leicht erwärmen. Um die Bude also wirklich aufzuheizen, bräuchtet ihr ziemlich viele Lichter. Und das wiederum könnte ziemlich gefährlich werden. Denn Flammen brauchen den Sauerstoff der Luft, um bestehen zu können. So wie wir Menschen. Bei zu vielen Kerzen kann es also stickig im Raum werden.

Zudem enthält das Wachs in der Regel Paraffin. Ist es billig, rußt es stärker als zum Beispiel Stearin. Paraffin stammt aus Erdöl. Wenn es brennt, kann es nicht mit Wasser gelöscht werden. Und wenn die Kerzen zu nah beieinander stehen, können Gase entstehen, die sich schlagartig entzünden. Da ist dann nichts mehr mit auspusten. Sofern ihr die Flammen nicht mit einer feuerfesten Decke ersticken könnt, braucht ihr Löschschaum! Und das Aluminium um ein Teelicht herum ist auch nicht gerade umweltfreundlich.

Also: So ein Teelichtofen kann auf jeden Fall ein schöner Bastelspaß sein und ihr könnt auch eure Hände am Tisch ein wenig wärmen. Als Heizung für einen ganzen Raum ist die Konstruktion aber nicht geeignet. Das gilt im übrigen auch für Kohle- oder Gasgrill, die niemals im Zimmer genutzt werden sollten!

Geht es euch um stimmungsvolles Kerzenlicht, könnt ihr zum Beispiel Kerzen mit RAL-Gütezeichen kaufen. Das Label haben Kerzen, wenn sie nicht tropfen, ruß- und raucharm brennen und aus Rohstoffen bestehen, die keine gesundheitsschädlichen Grenzwerte überschreiten.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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