Die Ära der kostenlosen sozialen Medien könnte bald ein Ende haben, zumindest in Europa. Meta, das Unternehmen hinter Facebook und Instagram, erwägt ernsthaft die Einführung eines kostenpflichtigen Abonnementdienstes, der Werbefreiheit verspricht. Diese drastische Wendung in ihrer Geschäftsstrategie wird durch die sich verändernde Datenschutzlandschaft in Europa motiviert.

Europas Datenschutzvorschriften fordern Veränderung

Die Datenschutzgesetze in Europa haben sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Nach zahlreichen Gerichtsurteilen und regulatorischen Entscheidungen ist es nun erforderlich, dass Nutzer ausdrücklich ihre Zustimmung zur Verwendung ihrer Daten für personalisierte Werbung geben. Darüber hinaus dürfen Daten aus verschiedenen Diensten innerhalb eines Konzerns nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Nutzer kombiniert werden.

Meta reagiert auf diese Veränderungen, indem es ein Abonnementmodell für werbefreie Dienste in Betracht zieht. Es wird berichtet, dass Meta einen monatlichen Preis von zehn Euro für die Nutzung von Facebook und Instagram ohne Werbung in der Europäischen Union vorschlägt. Wenn Nutzer zusätzlich einen verknüpften Account, beispielsweise auf Instagram, wünschen, werden weitere sechs Euro fällig. Auf Mobilgeräten könnte das Abo sogar 13 Euro kosten, um die Gebühren von Apple und Google für die Nutzung ihrer App-Stores zu decken.

Ein Umdenken bei Meta

Dieser Schritt markiert eine erhebliche Abkehr von Metas bisheriger Politik, kostenlose Dienste anzubieten, um so viele Nutzer wie möglich anzuziehen. Bisher wurden kostenpflichtige Abonnements abgelehnt, da das Unternehmen seine Dienste für alle zugänglich machen wollte. Die Einführung von kostenpflichtigen Abos zeigt, wie sehr sich die Prioritäten in der digitalen Welt geändert haben.

Metas Preisvorstellungen

Laut dem „Wall Street Journal“ glaubt Meta, dass die Einführung einer werbefreien Version Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Privatsphäre mildern könnte. Im letzten Quartal erzielte allein Facebook in Europa einen Umsatz von durchschnittlich 17,88 US-Dollar pro Nutzer, hauptsächlich durch Werbeeinnahmen. Dies entspricht weniger als sechs Euro pro Monat. Allerdings umfasst diese Durchschnittszahl auch Länder außerhalb der EU, in denen die Werbeeinnahmen pro Nutzer niedriger sind als in der Union.

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Ob die Behörden in Brüssel und am europäischen Meta-Sitz in Irland den Vorschlag akzeptieren werden, bleibt abzuwarten. Möglicherweise werden sie auch einen kostenlosen Zugang zu den Diensten für Nutzer verlangen, die keine Zustimmung zur Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Anzeigen geben.

Fazit

Meta steht vor einem Wendepunkt in seiner Geschäftsstrategie. Die Einführung von kostenpflichtigen Abonnements für werbefreie Dienste in Europa ist eine Reaktion auf die strengeren Datenschutzvorschriften und die veränderten Prioritäten in der digitalen Welt. Es bleibt spannend zu sehen, wie die Nutzer und die Behörden auf diese drastische Veränderung reagieren werden und ob sie bereit sind, für werbefreie soziale Medien zu zahlen.

Quelle: Wall Street Journal

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