Das Videoportal TikTok bietet US-Usern jetzt eine Shopping-Funktion an. Dadurch können Firmen ihre Produkte direkt über die App verkaufen. Während die Plattform in den Handel einsteigt, stampft Konkurrent Instagram zunehmend sein Live-Shopping-Feature ein. Über die Meta-Tochter konnten Nutzer bereits seit 2018 Produkte anbieten. Jetzt werden sogar die Angestellten über eine Interessenverschiebung, weg vom Shopping, hin zur Werbung, informiert.

Markt mit Potenzial

„Für kleine Unternehmen, die nicht über ausreichend finanzielle Mittel für Werbekampagnen oder eigene Online-Shops verfügen, bietet ein Shopping-Modus viele Vorteile. Gleichzeitig begeben sie sich dadurch in eine große Abhängigkeit. Schon oft haben große Unternehmen Geschäftsmodelle kopiert und so kleinere Betriebe aus dem Rennen gedrängt.“

Marketing-Experte Bernd Pfeiffer von LimeSoda gegenüber pressetext

Zwei Drittel aller TikTok-User wurden via E-Commerce zu einem Kauf inspiriert, den sie nicht geplant hatten, wie eine Studie von Walnut Unlimited aus dem Jahr 2020 zeigt. Bei durchschnittlich einer Mrd. Nutzer pro Monat ergibt das demnach 670 Mio. potenzielle Kunden für die Anbieter. Aus diesem Grund verkaufen Influencer wie Kylie Jenner ihre Produkte schon lange über ihre Social-Media-Kanäle.

Gefahr für Jugendliche

Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für Schleichwerbung und Spontankäufe. Das Alter der meisten TikTok-Nutzer liegt zwischen 18 und 24 Jahren. Ebenso wird die App, trotz vorgeschriebenem Mindestalter von 13 Jahren, gerade von jüngeren Generationen häufig besucht.

„TikTok und ähnliche Apps stehen schon lange in der Kritik. Bei Einführung eines Shopping-Modells rückt das Thema Jugendschutz zunehmend in den Vordergrund. Es droht die Schuldenfalle.“

Marketing-Experte Bernd Pfeiffer von LimeSoda im pressetext-Gespräch

Quelle:

Pressetext
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