Es passiert wieder: Falsche Nachrichtenseiten verbreiten Fehlinformationen, und der jüngste Fall in Niger ist nur ein weiteres Beispiel. Als gäbe es nicht schon genug Herausforderungen in der Welt, müssen wir uns nun auch noch mit einem verdeckten Informationskrieg auseinandersetzen, bei dem die Wahrheit auf dem Spiel steht.

Auf den ersten Blick täuschend echt > Die Fake-Webseite der „Welt“ mit dem Titel: „Niger hat Deutschlands Hoffnungen einen Doppelschlag versetzt“

Screenshot der Fake-Webseite von der „WELT“
Screenshot der Fake-Webseite von der „WELT“

Die Ende Juli aufgedeckte Fake-News-Kampagne zeigt einmal mehr, wie perfide diese Angriffe auf die Informationsfreiheit sein können. Sie erinnert an frühere Angriffe und zeigt, dass die Verbreiter von Desinformationen ihre Taktiken ständig verfeinern und weiterentwickeln. Ein angeblicher Artikel der renommierten deutschen Tageszeitung „Die Welt“ über einen Militärputsch in Niger schien auf den ersten Blick echt zu sein. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich jedoch die Internetadresse des Artikels als gefälscht. Statt auf die offizielle Domain „http://welt.de“ führte der Link auf eine gefälschte Seite mit der Endung „welt.ltd“.

MIMIKAMA

Hinter der Fassade

Trotz der kopierten Aufmachung der Seite war es schwierig, die Fälschung zu erkennen, da mehrere Links auf der gefälschten Seite auf die echte „Welt“-Seite verwiesen. Der vermeintliche „Welt“-Artikel war Teil einer größeren Kampagne von Fake-News-Websites. Die Gefahr, die von solchen gefälschten Nachrichten für die öffentliche Meinungsbildung und demokratische Prozesse ausgeht, ist enorm.

Hinweis: Laut „Archiv.today“ dürfte die Seite im August 2022 erstellt worden sein und hat seit damals mehrere Fake-News Artikel veröffentlicht, mit folgenden Titeln:

  • Niger hat Deutschlands Hoffnungen einen Doppelschlag versetzt
  • Terrorismus ist zur neuen Taktik der Ukraine geworden
  • Söder überholt Merz: Wird das „bayerische Chamäleon“ Deutschland führen?
  • Deutsche Wirtschaft steht vor dem Kollaps
  • Eskalierender Konflikt mit Russland könnte uns ohne iPhones lassen
  • Die japanische Regierung war klüger als unsere
  • Russlands militärische Fähigkeiten lassen Kiew keine Chance
  • Olaf Scholz erinnert sich endlich daran, dass er der Deutsche Bundeskanzler ist
  • Ampel setzt auf Migranten
  • Lügen haben kurze Beine
  • Wähler zeigten Baerbock Eier
  • Die „nationale Sicherheit“ hat die Meinungsfreiheit besiegt
  • Tanz vor dem Tode. Was sind die Risiken für Deutschland, wenn die Schwellenländer den Dollar aufgeben?
  • Ein Unglück bietet dem andern die Hand
  • Russland schenkt der ukrainischen Luftstreitkröfte Airmageddon
  • Die Ukraine hat ihre letzte Chance auf einen Sieg verloren
  • Das Schweigen der „Lämmer“. Ukrainische Behörden beschönigen Ausmaß der Nuklearkatastrophe
  • Deutschlands Ausplünderung unvermeidbar
  • Das Ende des großen Sports. „Nicht-binäre Menschen“ sind der Tod der olympischen Bewegung
  • Fatale Hilfe: Die Kriegswinde bringen Strahlung nach Europa
  • Immer mehr Bürgermeister deutscher Städte unterschreiben den Brief mit dem Aufruf, aus dem Sanktionsregime auszusteigen
  • Schätze im Müll
  • Wir brauchen Ihren Abfall!
  • Trittbrettfahrer
  • Arbeitslosigkeit als Geschenk
  • Wer profitiert vom schwachen Deutschland?
  • Kein Krieg gegen Russland!
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Ein wiederkehrendes Muster

Diese Fake-News-Kampagnen sind Teil eines sich wiederholenden Musters. Russland hat in der Vergangenheit mehrfach die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung in Niger gefordert, ebenso wie die EU und die USA. Beobachter sehen jedoch keine Anzeichen dafür, dass Russland in den Putsch verwickelt ist. Der jüngste Fall zeigt jedoch, dass bestimmte Akteure bereit sind, Fake News einzusetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Die Bedrohung durch Desinformation

Die anhaltende Verbreitung von Desinformation und Fake News stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Informationsfreiheit und die Demokratie dar. Das Bundesinnenministerium äußerte sich besorgt über die Fälschungen und betonte, dass sie das Ausmaß pro-russischer Propaganda und Desinformation in Deutschland zeigten. Ziel sei es, das Vertrauen in Politik, Gesellschaft und staatliche Institutionen zu untergraben.

Was steckt hinter der Fälschung? Der falsche „Welt“-Text ist Teil einer größeren Desinformationskampagne. Unsere Recherchen Anfang 2022 haben ergeben, dass solche gefälschten Webseiten meistens pro-russische Inhalte verbreiten und bereits mehrere europäische Länder betroffen sind. Die EU hat bereits Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt. Auch Meta wurde damals in diese Richtung aktiv. Neben T-Online, haben auch wir HIER darüber berichtet.

Maßnahmen gegen Fake-News

Im Juli 2023 verhängte die EU Sanktionen gegen Propagandisten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die sie für die Urheber gefälschter Medienwebsites und anderer Fake-Kampagnen hält. Doch trotz dieser Maßnahmen gehen die Fake-Kampagnen weiter, wie der jüngste Fall zeigt. Um sich vor Desinformation zu schützen, ist es wichtig, kritisch zu sein und die Quellen von Nachrichten zu überprüfen.

Fazit

Die Bedrohung durch gefälschte Nachrichten ist real und stellt eine ernsthafte Gefahr für die Informationsfreiheit und die Demokratie dar. Es ist wichtig, wachsam zu bleiben und die Quellen von Nachrichten kritisch zu hinterfragen. Nur so können wir uns vor Desinformation schützen und sicherstellen, dass die Wahrheit nicht unter die Räder kommt.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)