Die Behauptung

„Der Feinstaubgrenzwert ist eigentlich völlig widersinnig: Was wir mit den Messgeräten messen, ist zu 90 % natürlicher Feinstaub, und an diesem Feinstaub ist niemand gestorben bisher – der ist seit Jahrmillionen in der Luft. Der Anteil der Diesel-Pkw daran ist so marginal, dass man ihn eigentlich gar nicht messen kann.“

Unser Fazit

Die Annahme, dass 90% des gemessenen Feinstaubs aus natürlichen Quellen stammen und völlig harmlos sind, ignoriert die nachgewiesenen gesundheitlichen Auswirkungen des Feinstaubs insgesamt. Zudem unterschätzt sie den messbaren Beitrag von Diesel-Pkw zur Feinstaubbelastung. Es ist wichtig, die gesamten Daten und den Kontext zu betrachten, anstatt sich auf einzelne, potenziell irreführende Statistiken zu stützen.

Im Internet kursiert ein Zitat des Verkehrswissenschaftlers Matthias Klingner. Darin bezeichnet er den Feinstaub-Grenzwert als unsinnig. Was die Messgeräte messen, sei zu 90 Prozent natürlicher Feinstaub. Daran sei noch niemand gestorben. Der Feinstaub von Dieselautos sei gar nicht messbar.

Es ist dieses Bild, das jetzt (2023) wieder die Runde macht. Es ist aber schon mindestens seit 2019 im Umlauf!

Screenshot: facebook / "Was mit Messgeräten gemessen werde, sei zu 90 Prozent natürlicher Feinstaub."
Screenshot: facebook / „Was mit Messgeräten gemessen werde, sei zu 90 Prozent natürlicher Feinstaub.“

Der Nebel um den Feinstaub lichtet sich

Haben Sie schon einmal an einem verkehrsreichen Morgen tief durchgeatmet und sich gefragt, was da eigentlich in Ihrer Lunge landet? Zwischen aufgewirbelten Staubpartikeln, Abgaswolken und dem Duft von frischem Kaffee aus dem Straßencafé könnte die Antwort komplexer sein, als man denkt. Die aktuelle Debatte über Feinstaub und seine Quellen hat nicht nur Umweltschützer, sondern auch Wissenschaftler und Skeptiker in ihren Bann gezogen. Wir bringen Licht in den Nebel der Unwissenheit und untersuchen, welche Feinstaubquellen wirklich dominieren und wie sie sich auf unsere Gesundheit auswirken.

Natürlicher Feinstaub: Ein Wolf im Schafspelz?

Während viele Menschen davon ausgehen, dass die größte Bedrohung durch vom Menschen verursachten Feinstaub ausgeht, wird behauptet, dass bis zu 90% des in der Luft gemessenen Feinstaubs natürlichen Ursprungs sind. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter dieser Zahl?

Feinstaub aus natürlichen Quellen wie Vulkanen und Bodenerosion ist sicherlich in unserer Atmosphäre vorhanden. Aber die Annahme, dass er 90% des gesamten Feinstaubs ausmacht, ist einfach nicht richtig. Die Ballungsräume, in denen die meisten von uns leben und arbeiten, sind besonders stark von menschlichen Aktivitäten beeinflusst, von Autos über Industrieprozesse bis hin zu Heizungsanlagen. Hier dominiert der vom Menschen verursachte Feinstaub.

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Der Dieselskandal: Mehr als nur Stickoxide

Dieselabgase sind nicht nur für ihre Stickoxidemissionen bekannt, sondern tragen auch zur Feinstaubbelastung bei. Auch wenn der Anteil des Feinstaubs aus Dieselfahrzeugen im Vergleich zu anderen Quellen gering erscheinen mag, ist er keineswegs vernachlässigbar. Gerade in dicht besiedelten Gebieten kommt es auf jedes Quäntchen an.

Gesundheitsrisiken: Nicht alles, was natürlich ist, ist gut für uns

Nur weil etwas natürlich ist, ist es noch lange nicht harmlos. Denken Sie an Schlangengift oder giftige Pflanzen! Auch natürlicher Feinstaub kann gesundheitliche Risiken bergen. Das eigentliche Problem liegt aber in der kumulativen Wirkung von natürlichem und anthropogenem Feinstaub. Denn Feinstaub kann unabhängig von seiner Herkunft gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Faktencheck:

BehauptungenFaktencheck
90% des gemessenen Feinstaubs sind natürlichFalsch. Der Großteil des Feinstaubs in Ballungsräumen stammt aus menschlichen Aktivitäten.
Kein Mensch ist bisher an natürlichem Feinstaub gestorbenIrreführend. Menschen sterben nicht direkt an Feinstaub, sondern an den Folgen seiner Einwirkung.
Diesel-Autos verursachen keinen messbaren FeinstaubFalsch. Diesel-Autos tragen zur Feinstaubbelastung bei, auch wenn es andere dominierende Quellen gibt.

Die Wissenschaft schlägt zurück

Experten aus verschiedenen Bereichen haben klargestellt, dass Feinstaub, unabhängig von seiner Herkunft, das Potenzial hat, unsere Gesundheit negativ zu beeinflussen. Ein eingeatmetes Partikel ist ein eingeatmetes Partikel, unabhängig davon, ob es aus einem Vulkan, einem Fahrzeugauspuff oder einem anderen Prozess stammt.

Fazit: Die Feinstaubdebatte mag kontrovers sein, aber die Wissenschaft ist eindeutig: Feinstaub, ob natürlich oder künstlich erzeugt, kann gesundheitliche Auswirkungen haben. Es ist wichtig, dass wir uns von Mythen und Halbwahrheiten distanzieren und uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt – die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Gemeinschaften und unserer Umwelt.

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