„Gableaks“: Sensible Nutzerdaten von rechtsextremer Plattform gestohlen

Sensible Nutzerdaten von der rechtsextremen Plattform Gab wurden gestohlen. Mimikama informiert über die Hintergründe und die Auswirkungen dieses Leaks

→Welche Codes und Symbole werden in extremistischen Inhalten genutzt? Antworten finden Sie im Leitfaden Rechtsextremismus im Internet.

Journalisten und Wissenschaftlern werden Daten zur Verfügung gestellt, die ein Hacker von der Plattform „Gab“ gestohlen hat.

Plattformen fern von Facebook und Twitter für Rechtsextreme attraktiver: Die Plattform Parler fand in der Vergangenheit insbesondere durch Rechtsextremen immer größeren Zuwachs, nachdem Facebook und Twitter Inhalte mit rechtsextremem Gedankengut auf ihren Seiten begannen zu sperren. Eine weitere Seite namens „Gab“, die sich selbst als Verfechter freier Meinungsäußerung sieht, baute ihr Angebot kürzlich aus, um für einen erhofften Nutzerzuwachs gerüstet zu sein. Zu den neuen Funktionen gehörte unter anderem eine eigene Videoplattform.

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Kaum Einschränkungen des Inhalts

Auf Gab umfasst das Recht zur freien Meinungsäußerung beinahe alles. Auch konspirative, hetzerische und herabwürdigende Inhalte werden hier geduldet. Genutzt wird die Plattform unter anderem von der amerikanischen Neo-Abgeordneten aus Georgia, Majorie Tylor Greene, die für ihre Nähe zu QAnon bekannt ist und in der Vergangenheit beispielsweise Schulmassaker als Inszenierung für die Abschaffung des Rechts auf Waffenbesitz bezeichnete. Auch ÖVP-Mandatar Marcus Franz war zeitweise auf Gab vertreten.

Leak umfasst rund 70 Gigabyte

Doch nach dem Aufschwung der Plattform folgte nun der Rückschlag: Laut eines „Wired“-Berichts konnte Hacker mit dem Namen „Jaxparo“ nun die Gab-Datenbanken knacken und insgesamt 70 Gigabyte an Daten stehlen. Die entwendeten Daten, darunter öffentliche Postings und Profilinformationen, Inhalte privater Chats und Gruppen und Passwörter zu Nutzerkonten und Gruppen wurden der Plattform „Distributed Denial of Secrets“ von Emma Best zur Verfügung gestellt. Die „Gableaks“ sollen von DdoSecrets ausschließlich Journalisten und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden, um Gab-Nutzer zu schützen.

Daten helfen bei Analyse von rechtsextremistischer Szene, QAnon und Co.

Wie weit die Analyse der gestohlenen Daten gehen könne, hänge auch davon ab, ob die mit „Hash“ gesicherten Passwörter noch entschlüsselt werden können. Dennoch seien die Daten hilfreich, um mehr Informationen über QAnon, die rechtsextreme Szene und den Sturm auf das US-Kapitol im Januar zu erhalten. Bislang wurde der Datenklau seitens Gab noch nicht bestätigt. CEO Andrew Torba gibt allerdings an, dass die von Nutzern anzugebenden Informationen auf der Seite so gering seien, dass Urheber von Nachrichten oder Posts ohnehin nicht identifiziert werden könnten.

Quelle:
Rechtsextreme Plattform Gab gehackt, sensible Nutzerdaten gestohlen – Netzpolitik – derStandard.at › Web
Donald-Trump-Anhängerin fliegt aus zwei Kongress-Ausschüssen – trotz Reue-Rede | Politik (merkur.de)
Gastautorin: Annika Hommer von “Irgendwas Mit Schreiben„
Artikelbild: gab.com


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