Eine Meldung ohne echte Quelle, aber geglaubt wird sie trotzdem: Am Flughafen Berlin sollen wegen der Ausgangssperre 650 Menschen in der Nacht festgesessen haben.
Verbreitet wurde die Behauptung auf Telegram, Twitter und Facebook: 650 Menschen durften am vergangenen Wochenende (24. und 25. April) bis 5 Uhr morgens nicht den Flughafen Berlin verlassen, da aufgrund der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre gilt.
Da die Behauptung von einer Seite namens „MMNews“ stammt, wird sie anscheinend von vielen geglaubt: Es steht „News“ im Namen, also muss es wohl richtig sein.

650 Menschen, ganze Hundertschaften der Bundespolizei… aber niemand bekam davon etwas mit? Niemand machte Fotos oder Videos, niemand postete darüber in sozialen Medien?
Es gibt Fotos… aber nicht wie erwartet!
Festsitzende Menschen am Flughafen, von Hundertschaften der Polizei überwacht, das klingt nach einer richtig guten Story! Deswegen telefonierte der Journalist Alexander Dinger mit einem Fotografen, der sich sofort auf den Weg zum Flughafen Berlin machte.
Doch leider schienen sich alle Polizisten und die 650 Passagiere schnell in den Toiletten und hinter den Bänken zu verstecken:
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Dementi
Die Bundespolizei wusste auch nichts davon, dass sie eigentlich am Samstagabend mit Hundertschaften (Mehrzahl!) vor dem Flughafen Berlin standen, um Reisende am Verlassen des Flughafens zu hindern.
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Zwar gelten die Ausgangsbeschränkungen auch für Urlaubsreisende (nicht für Geschäftsreisende), wie der Flughafen Berlin klarstellt (siehe HIER), ein Sprecher der Bundespolizei sagte jedoch gegenüber der „Welt“ (siehe HIER), dass es für Reisende einen Ermessensspielraum gebe:
So gelte jener Ermessensspielraum beispielsweise dann, wenn ein Flug schon vor längerer Zeit gebucht wurde oder ein Flug Verspätung habe. Die Fahrt nach Hause sei dann Teil der Reise.
Fazit
Mal abgesehen davon, dass die Bundespolizei wahrscheinlich einen guten Corona-Hotspot geschaffen hätte, wenn sie tatsächlich 650 Passagiere am Flughafen Berlin quasi festgehalten hätten, gibt es für die Behauptung keinerlei Beweise. Sogar ein Fotograf, der sicherlich gerne gute Fotos für einen Artikel geschossen hätte, traf nur auf leere Hallen.
Weitere Quellen: dpa Factchecking, Correctiv
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Weil sie für eine bundesweite „Notbremse“ gestimmt haben, stehen die Namen vieler Abgeordneter auf einer „Todesliste für Politiker“. Diese kursiert bei Telegram.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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