Während der Pandemie hat sich der Nachrichtendienst Telegram, nicht zuletzt wegen seiner fehlenden Moderation und seiner Zurückhaltung, was das Teilen von Informationen mit den Behörden betrifft, zu einem beliebten Sammelbecken für Fake News und Verschwörungstheorien entwickelt.
Nutzer sollen abstimmen
Obwohl damit zu rechnen ist, dass sich daran wenig ändern wird, führt Telegram aktuell eine Umfrage unter deutschen Nutzern durch, in denen diese darüber abstimmen sollen, in welchem Ausmaß das Unternehmen zukünftig Informationen mit Behörden, wie etwa der deutschen Polizei, teilen soll.

Wer sich der Umfrage nicht entziehen, sondern daran teilnehmen möchte, kann zwischen drei möglichen Antworten wählen:
- Es dürfen weiterhin IP-Adressen und Telefonnummern von Terrorverdächtigen im Falle eines vorliegenden Gerichtsbeschlusses an die Behörden weitergegeben werden
- Es dürfen IP-Adressen und Telefonnummern von Verdächtigen schwerer Straftaten auch ohne vorliegenden Gerichtsbeschluss an die Behörden weitergegeben werden
- Es dürfen niemals Daten an die Behörden weitergegeben werden, unabhängig davon, ob ein Gerichtsbeschluss vorliegt, oder nicht

Kopf an Kopf-Rennen
Mittlerweile haben mehr als 1,9 Millionen Nutzer an der anonymen Umfrage teilgenommen und ihre Stimme abgegeben. Mit etwa 40 % liegt aktuell die erste Option, welche seit 2018 ohnehin bereits in den Datenschutzbestimmungen von Telegram definiert ist, nur knapp vor der Option, gar keine Daten mehr mit den Behörden zu teilen.

Telegram kooperationsbereit?
Laut der deutschen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte es Anfang dieses Jahres, ein Gespräch mit der Konzernspitze bezüglich des fehlenden Rechtsvertreters, der für Behördenanfragen innerhalb der EU zuständig sei, gegeben. Unklar bleibt jedoch, ob dieser Austausch auch tatsächlich angebrachte Veränderungen mit sich bringen wird.
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Quelle: derStandard, netzpolitik
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