Die Behauptung

In einem Videoclip krachen ein Polizei- und Feuerwehrtrupp zusammen. Schlagstöcke und Tränengasgranaten fliegen. Der Kommentar dazu suggeriert, das passiert gerade jetzt in Frankreich.

Unser Fazit

Fehlender Kontext: Das Video stammt aus dem Januar 2020, als die Berufsfeuerwehr in Paris für bessere Bedingungen und finanzielle Sicherheit in der Rente demonstrierte. Am Rande eines Schulhofes drängte die Bereitschaftspolizei CRS die Feuerwehrleute zurück. Kinder kamen durch das Tränengas zum Glück nicht zu schaden.

In der letzten Woche wurde sehr häufig ein Video geteilt, in dem man sieht, wie Feuerwehrleute in Uniform und Polizisten in Riot Gear aufeinanderprallen. Eine Version, die sehr häufig weiter verbreitet wurde, trägt den Kommentar: „Ich liebe den französischen Widerstand von jedermann, aber vor allem die Feuerwehrleute, die angesichts eines Polizeisturms nicht nachlassen“. Den genauen Ort, den Zeitpunkt und den Grund des Zusammenstoßes bleibt uns diese Information allerdings schuldig.

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Proteste der Berufsfeuerwehr im Jahr 2020

Der Originalclip stammt vom anonymen Medienkanal Hors-Zone Press und wurde in dieser Form am 28. Januar 2020 auf Twitter geteilt. Eine längere Version mit 18 Minuten ist auf ihrem YouTube-Kanal zu finden. Der Zusammenprall der beiden Gruppen findet etwa ab Minute 14:12 statt:

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Hors-Zone Press beschreibt die Szene wie folgt: Am Ende der Demonstration am 28. Januar hätten etwa 100 Feuerwehrleute versucht, vom Cours de Vincennes auf den Boulevard Périphérique gelangen, um diese wichtige Ringstraße in Paris zu blockieren. Im Jardin Debergue – Rendez-Vous werden sie allerdings von einem Trupp der Bereitschaftspolizei CRS aufgehalten. Die Polizisten möchten, dass die Feuerwehrleute umkehren. Es fliegen Tränengasgranaten. Die Polizisten greifen schließlich an, es kommt zu einer gewalttätigen Konfrontation. Nach dem Einsatz von weiterem Tränengas gaben die Feuerwehrleute letztlich nach.

Tränengas im Schulhof

Die Tageszeitung Le Parisien hat noch weitere Details des Vorfalls: Die Berufsfeuerwehr demonstrierte an diesem Tag, „um die mangelnde Personalausstattung und Anerkennung ihres Berufsstandes anzuprangern und Garantien für ihre Rente zu fordern“. Der gefilmte Zusammenstoß zwischen Polizei und Feuerwehr ereignete sich direkt neben dem Hof einer Schule und eines Kindergartens, in den auch der Rauch der Tränengasgraten geweht wurde. Ein Vater, der gerade seinen Sohn von der Schule abholen wollte, berichtete auf Twitter über die Ereignisse.

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Die Kinder wären zum Zeitpunkt des Ereignisses um etwa 16:40 Uhr noch in der Schule gewesen und hätten sich alle auf der Straßenseite des Gebäudes in der Kantine aufgehalten. Das Tränengas habe bis dort nicht eindringen können. Lehrer und Betreuer hätten die Kinder gut geschützt, niemand hätte Angst gehabt. Der Zeitpunkt war allerdings sehr glücklich, wäre es etwas früher oder später passiert, hätten sich wohl Kindern in der unmittelbaren Nähe des Zusammenstoßes aufgehalten.

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Fazit: Das Video ist alt und wird ohne Kontext verbreitet. Es stammt aus dem Januar 2020, als die Berufsfeuerwehr in Paris für bessere Bedingungen und finanzielle Sicherheit in der Rente demonstrierte. Am Rande eines Schulhofes drängte die Bereitschaftspolizei CRS die Feuerwehrleute mit Schlagstock und Tränengas zurück. Kinder kamen zum Glück nicht zu schaden.

Mimikama-Bewertung: FEHLENDER-KONTEXT

Quellen: Hors-Zone Press (Twitter, YouTube), Le Parisien, Facebook, Twitter
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.