Hoppla! Da haben wir sie – die Frage, die sich mit den Grenzen der künstlichen Intelligenz und ihrer Rolle im Gesundheitswesen und in der Medizin beschäftigt. Das ist keine Kleinigkeit. Künstliche Intelligenz hat unser tägliches Leben bereits in vielen Bereichen verändert. Das reicht von automatisierten Prozessen in der Produktion über die Vorhersage von Verkehrsmustern bis hin zur Spracherkennung.

Im Bereich der Medizin hat die Künstliche Intelligenz jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Warum ist das so? Warum sollten wir nicht in Erwägung ziehen, ChatGPT – den fähigsten aller Sprach-Bots – für die medizinische Beratung zu nutzen? Gehen wir der Sache auf den Grund.

Der Zauber und die Gefahren der großen Sprachmodelle

Was sind große Sprachmodelle?
Um zu verstehen, warum wir vorsichtig sein müssen, müssen wir zunächst verstehen, was es mit den großen Sprachmodellen auf sich hat. Es handelt sich dabei um tiefgreifende neuronale Netze, die darauf abzielen, menschenähnliche Fähigkeiten zur Konversation zu erzeugen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um fantastische Textgeneratoren, die auf der Grundlage einer Vielzahl von Texten aus dem Internet trainiert wurden.

Überzeugend, aber nicht immer korrekt
Große Sprachmodelle wie z.B. ChatGPT sind bewundernswert gut in der Erzeugung von menschenähnlichen Texten. Sie können Fragen beantworten, scherzen und sogar Geschichten erzählen, die so aussehen, als ob sie von einem Menschen geschrieben wurden. Doch so beeindruckend diese Fähigkeiten auch sind, ihre Schwäche ist die Fähigkeit zur Erzeugung überzeugender Aussagen, die manchmal falsch oder unangemessen sind. Und genau das ist es, was sie in der medizinischen Beratung so gefährlich macht.

Wenn Dr. ChatGPT die Kontrolle übernimmt

Qualität und Zuverlässigkeit werden nicht überprüft
Das Hauptproblem bei der Verwendung von ChatGPT oder ähnlichen Bots für die medizinische Beratung ist das Fehlen einer Möglichkeit zur Überprüfung der Qualität, Relevanz oder Zuverlässigkeit der von ihnen gegebenen Antworten. Auch wenn sie oft sehr überzeugende und detaillierte Antworten geben, kann es sein, dass diese Antworten falsch oder irreführend sind.

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Das Fehlen von Empathie und ethischen Überlegungen
KI-Modelle wie ChatGPT können weder Empathie zeigen noch ethische Überlegungen anstellen. Sie haben weder ein Gespür für die emotionale Situation eines Menschen noch für die Konsequenzen, die ihre Antworten nach sich ziehen. Sie können nicht einschätzen, ob eine Information für einen Patienten zu belastend sein könnte oder ob sie ethisch korrekt ist.

KI als Werkzeug, nicht als Arzt

Risiko für die Patientensicherheit
Chatbots können in einigen Bereichen sehr nützlich sein. In der medizinischen Beratung stellen sie jedoch eine potenzielle Gefahr für die Patientensicherheit dar. Falsche oder ungenaue medizinische Informationen können dazu führen, dass falsche Diagnosen gestellt werden, unnötige Ängste ausgelöst werden oder sogar gefährliche medizinische Entscheidungen getroffen werden.

Notwendigkeit neuer Rahmenbedingungen
Es liegt auf der Hand, dass wir neue Rahmenbedingungen brauchen, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Wir müssen prüfen, wie und wo KI in der Medizin genutzt wird oder werden kann, und sicherstellen, dass dies in sicheren und kontrollierten Umgebungen geschieht.

Das Schicksal in die Hände von Dr. Chatbot legen: Das Risiko von Fehldiagnosen und Fehlinformationen

Falsche Diagnosen durch KI-Bots
Es mag verlockend sein, Gesundheitsfragen einfach in einen Chatbot einzugeben und sofort eine Antwort zu erhalten. Diese Bequemlichkeit ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Der entscheidende Punkt ist, dass ein Modell wie ChatGPT zwar sehr gut darin ist, menschliche Konversation zu imitieren, aber dennoch Fehler machen kann. Dies gilt insbesondere für komplexe und sensible Themen wie Gesundheit und Medizin.

Betrachten wir ein hypothetisches Beispiel: Ein Benutzer stellt ChatGPT die Frage: „Ich habe seit einigen Tagen einen hartnäckigen Husten und fühle mich müde. Was könnte das sein?“ ChatGPT könnte antworten: „Das könnte ein Anzeichen für eine Erkältung sein. Ruhen Sie sich aus und trinken Sie viel. Auch wenn diese Antwort auf den ersten Blick harmlos und vernünftig erscheint, könnte sie sich in Wirklichkeit als gefährlich erweisen. Was, wenn die Symptome in Wirklichkeit Anzeichen für eine ernstere Erkrankung sind, wie z.B. Lungenkrebs oder COVID-19? Eine solche Fehldiagnose hätte zur Folge, dass der Nutzer erst spät oder gar nicht die notwendige medizinische Hilfe in Anspruch nimmt.

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Ein ähnliches Risiko besteht, wenn Menschen selbstständig medizinische Informationen im Internet suchen. Die Tatsache, dass fast jede Art von Information im wahrsten Sinne des Wortes in Sekundenschnelle zur Verfügung steht, kann dazu verleiten, „Dr. Google“ zu konsultieren, anstatt sich an einen echten Arzt zu wenden. Aber nicht alle Informationen im Internet sind zuverlässig oder genau.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Ein Nutzer, der unter Kopfschmerzen leidet, sucht im Internet nach möglichen Ursachen und stößt auf eine Website, die behauptet, dass Kopfschmerzen ein Anzeichen für einen Gehirntumor sein könnten. Diese Information könnte beim Nutzer unnötige Angst und Panik auslösen. Dabei sind Kopfschmerzen sehr häufig und haben doch oft harmlosere Ursachen.

Informationen über die Gesundheit: Ein sensibler Bereich, in dem Sorgfalt geboten ist

Medizinische Fehlinformationen und ihre Folgen
Die Gefahren, die von falschen medizinischen Informationen ausgehen, sollten nicht unterschätzt werden. Sie können nicht nur dazu führen, dass Menschen die notwendige medizinische Versorgung nicht in Anspruch nehmen. Sie können auch unnötige Ängste und Stress auslösen. In manchen Fällen können sie sogar zu unsicheren oder gefährlichen Selbstbehandlungsmethoden führen.

Genaue und zuverlässige medizinische Informationen sind gefragt
Aus den Beispielen wird deutlich, wie wichtig der Zugang zu genauen und zuverlässigen medizinischen Informationen ist. Sie sind auch ein Hinweis auf die Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von KI-Bots oder Internetrecherchen für die medizinische Beratung. Diagnosen und medizinischer Rat sollten daher immer von einer medizinischen Fachkraft erteilt werden. KI kann in vielen Bereichen ein nützliches Werkzeug sein. Wenn es jedoch um unsere Gesundheit geht, müssen wir vorsichtig sein und sicherstellen, dass wir genaue und zuverlässige Informationen erhalten.

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Fazit

Die Fortschritte in der KI haben uns Werkzeuge an die Hand gegeben, die es ermöglichen, Informationen in nie dagewesener Geschwindigkeit und Bequemlichkeit zu finden und zu nutzen. Sprachmodelle wie ChatGPT haben eine beeindruckende Fähigkeit, Konversationen zu erzeugen, die denen von Menschen ähneln, und auf Anfrage eine Fülle von Informationen zur Verfügung zu stellen. Doch wenn es um unsere Gesundheit geht, ist Vorsicht geboten.

Die diskutierten Beispiele zeigen die Risiken beim Einsatz dieser KI-Modelle für die medizinische Beratung. Eine falsche Diagnose oder ungenaue medizinische Informationen können schwerwiegende Folgen haben. Sie reichen von verspäteter medizinischer Versorgung über unnötige Ängste bis hin zu unsicheren oder sogar gefährlichen Selbstbehandlungsmethoden.

In ähnlicher Weise kann die Selbstsuche im Internet zu einer Flut von ungenauen oder irreführenden Informationen führen, die mehr schaden als nützen können. Es mag verlockend sein, „Dr. Google“ zu konsultieren, aber die Risiken sind real und müssen in Betracht gezogen werden.

KI-Modelle wie ChatGPT sind Werkzeuge, nichts weiter. Sie sind kein Ersatz für den menschlichen Kontakt, das klinische Urteilsvermögen und die individuelle Betreuung durch Ärztinnen und Ärzte und medizinisches Fachpersonal. In unserer zunehmend digitalisierten Welt ist ein verantwortungsvoller Umgang mit KI und ein klares Verständnis ihrer Grenzen wichtiger denn je. Nur so können wir die Vorteile der KI nutzen und gleichzeitig Gesundheit und Wohlergehen schützen.

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