Faktencheck: Erderwärmung 1904? Das Elbe-Niedrigwasser 1904 und seine Bedeutung in der Klimawandel-Debatte

Faktencheck: Elbe 1904 und Klimawandel? Mimikama klärt auf: Niedrigwasser ist ein natürliches Wetterphänomen, kein Beweis gegen die Erderwärmung

Die Behauptung

Ein historisches Foto zeigt eine ausgetrocknete Elbe im Jahr 1904. Klimaskeptiker behaupten: Wenn es damals schon solche Niedrigwasser gab, kann die heutige Klimaerwärmung nicht vom Menschen verursacht sein – es sei eben „nur Wetter“.

Aufgestellt von: Unbekannt

Falsch

Falsch. Einzelne Wetterereignisse wie das Elbe-Niedrigwasser 1904 widerlegen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zum menschengemachten Klimawandel. Historische Extremwetterlagen sind real – doch sie ändern nichts an den heute gemessenen, systematisch dokumentierten Langzeittrends. Der Versuch, mit einem Einzelereignis die Klimaerwärmung zu relativieren, ist wissenschaftlich unhaltbar und politisch gefährlich.

Kurze Faktenübersicht:

Das Foto aus dem Jahr 1904 ist echt, doch es wird heute manipulativ eingesetzt. Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Das Niedrigwasser 1904 war ein historisches Extrem, kein Beleg gegen den Klimawandel

  • Wetter ist nicht gleich Klima: Einzelereignisse sagen nichts über Langzeittrends

  • Der menschengemachte Klimawandel zeigt sich in Häufung und Intensivierung solcher Ereignisse

  • Klimaskeptische Argumentationen ignorieren systematisch den Unterschied zwischen Wetter und Klima

📖Welche Falschinformationen gibt es zum Klimawandel? Antworten finden Sie im Leitfaden Klima-Desinformation.

„Erderwärmung 1904? Die Elbe ausgetrocknet, vom Menschen gemacht oder einfach nur Wetter?“ Unter diesem Motto ist ein historisches Foto aus Dresden, das die ausgetrocknete Elbe im Jahr 1904 zeigt, zum viralen Internetphänomen geworden. Klimaskeptiker nutzen das Bild als vermeintlichen Beweis gegen den menschengemachten Klimawandel. Doch wie stichhaltig ist diese Argumentation?

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Erderwärmung 1904?

Das ist das Sharepic, das gerade wieder die Runde macht. Die Aufschrift: „Erderwärmung 1904? Die Elbe ausgetrocknet, vom Menschen gemacht oder einfach nur Wetter?“

Wir selbst haben bereits vor einem Jahr schon einmal berichtet!

Faktencheck: Erderwärmung 1904? Das Elbe-Niedrigwasser 1904 und seine Bedeutung in der Klimawandel-Debatte
Screenshot: Facebook
BehauptungenFaktencheck
Das Foto der ausgetrockneten Elbe 1904 widerlegt die Klimaerwärmung.Falsch. Einzelne Wetterereignisse, wie das Niedrigwasser der Elbe 1904, können nicht dazu genutzt werden, um langfristige Klimatrends und -veränderungen zu widerlegen.
Niedrigwasserereignisse sind ausschließlich natürliche Phänomene und stehen in keinem Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten.Teilweise richtig, teilweise falsch. Während Niedrigwasserereignisse tatsächlich natürliche Ereignisse sind, die auf Wetter und Jahreszeit zurückzuführen sind, zeigen Prognosen, dass ihre Häufigkeit und Intensität durch den von Menschen verursachten Klimawandel beeinflusst werden könnte.
Extreme Wetterereignisse sind ein Beweis gegen den Klimawandel.Falsch. Einzelne Extremwetterereignisse können natürliche Ursachen haben, aber die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse sind ein Anzeichen für eine Klimaveränderung.
Das Foto der ausgetrockneten Elbe 1904 ist gefälscht.Falsch. Das Foto ist authentisch und zeigt die ausgetrocknete Elbe im Sommer 1904.
Die Erderwärmung führt zu mehr Niedrigwasserereignissen.Richtig. Der Klimawandel, insbesondere die Erderwärmung, beeinflusst die Wasserkreisläufe und kann dazu führen, dass Niedrigwasserereignisse häufiger und intensiver auftreten.

1904: Ein Blick zurück

Im Sommer 1904 war die Elbe in Dresden tatsächlich trocken. Dürre und der damals fehlende Wassereinfluss von Talsperren führten zu einem Niedrigwasser, das das Herzstück Sachsens in eine staubige Ebene verwandelte. Das Foto, das in sozialen Medien geteilt wird, ist echt und zeigt die berühmte Augustusbrücke, die damals ein Panorama einer ausgetrockneten Elbe bot. Das Bild, das aktuell in den sozialen Medien die Runde macht, stammte aus einem Artikel der „Sächsischen“-Zeitung, vom 5. August 2015 und zwar aus der © Sammlung H. Naumann!

Wetter vs. Klima: ein grundlegender Unterschied

Bevor wir tiefer in die Diskussion einsteigen, müssen wir einen elementaren Unterschied klären: den zwischen Wetter und Klima.

Wetter ist das, was wir Tag für Tag erleben – Sonne, Regen, Schnee, Hitze, Kälte. Klima hingegen ist der langfristige Trend dieser Wetterphänomene.

Niedrigwasserereignisse wie 1904 an der Elbe sind das Produkt verschiedener regionaler Faktoren und Wetterereignisse. Sie als Beweis gegen die Klimaerwärmung heranzuziehen, ist wie einen warmen Wintertag als Beweis gegen die Jahreszeiten heranzuziehen.

Einzelereignisse und Langzeittrends

Einzelne extreme Wetterereignisse können natürliche Ursachen haben. Ein heißer Sommer oder ein heftiger Sturm sind nicht automatisch ein Hinweis auf den Klimawandel. Treten solche Ereignisse aber immer häufiger und intensiver auf, deutet dies auf eine Veränderung der langfristigen Wettertrends und damit auf eine Klimaänderung hin.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Flüsse

Niedrigwasser ist eine natürliche Folge von Trockenperioden und schwankt je nach Witterung und Jahreszeit. Der vom Menschen verursachte Klimawandel beeinflusst diese natürlichen Zyklen. Die globale Erwärmung führt zu einer erhöhten Verdunstung von Wasser, was wiederum die Trockenperioden verstärkt und die Niedrigwasserperioden verlängert.

Prognosen des Umweltbundesamtes und des Bundesverkehrsministeriums gehen davon aus, dass sich diese Trends in Zukunft noch verstärken werden. Die Niedrigwasserperioden werden nicht nur häufiger, sondern auch intensiver, insbesondere in Regionen, die bereits heute im Sommer und Herbst von Niedrigwasser betroffen sind.

Fazit

Ein historisches Foto der Elbe von 1904 ist kein ausreichender Beweis gegen den Klimawandel. Es zeigt ein extremes Wetterereignis in der Vergangenheit, aber nicht die langfristigen Klimatrends. Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist ein komplexes Phänomen, das nicht nur an einzelnen Wetterereignissen, sondern an den sich ändernden langfristigen Mustern des globalen Klimasystems gemessen werden kann. Die Wissenschaft ist sich einig, dass sich das Klima verändert – und menschliche Aktivitäten einen erheblichen Einfluss darauf haben.

Das Elbe-Niedrigwasser von 1904 ist ein faszinierendes historisches Ereignis. Aber es sollte nicht als Vorwand dienen, die ernsthafte und dringende Herausforderung des Klimawandels zu ignorieren. Die Elbe von 1904 ist ein Mahnmal, kein Argument. Es erinnert uns daran, dass wir unsere Flüsse und unser Klima schätzen und schützen müssen, bevor es zu spät ist.

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

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