Wer hat nicht schon einmal einen Link angeklickt, der eine emotionale Reaktion hervorruft? Der Mensch ist neugierig, und genau diese Neugier nutzen Betrüger aus, um ahnungslose Internetnutzer in ihre Falle zu locken. Es geht nicht nur um ein Video – es geht um viel mehr.

Emotionen auf Facebook als Lockmittel

Wir scrollen durch unsere Facebook-Timeline, und plötzlich taucht er auf: Ein Post von einem Freund oder einer Gruppe, der von einem traurigen Vorfall berichtet. Zu sehen ein schrecklicher Autounfall mit dem Titel:„Er fuhr unter Alkoholeinfluss. Alles sehr traurig“.

Facebook: Betrug hinter dem Schockvideo
Screenshot: Facebook mit „Er fuhr unter Alkoholeinfluss. Alles sehr traurig“.

Wer möchte da nicht wissen, was passiert ist? Doch das Video existiert nicht. Das wahre Ziel dieser Nachricht ist es, Ihre persönlichen Daten abzugreifen.

Die täuschende Maske: Eine Fake-Webseite von Facebook

Einmal geklickt, und man findet sich auf einer Seite wieder, die verdächtig vertraut aussieht. Das klassische Facebook-Design, die Farben, die Schriftarten – alles scheint echt. Man wird dazu aufgefordert, sich einzuloggen, um das Video sehen zu können. Der Haken? Es ist nicht Facebook.

Screenshot der Fake-Login-Seite von Facebook! Auch sofort erkennbar an der URL!
Screenshot der Fake-Login-Seite von Facebook! Auch sofort erkennbar an der URL!

Datenraub im digitalen Dschungel

Gibt man seine Login-Daten ein, sind diese im Handumdrehen in den falschen Händen. Die Betrüger können nun nicht nur Ihr privates Konto übernehmen, sondern auch alle Gruppen und Seiten, bei denen Sie Admin sind. Stellen Sie sich vor, sie könnten in Ihrem Namen posten, private Nachrichten lesen und sogar andere Konten manipulieren.

Was noch alles passieren kann

Es bleibt nicht nur beim Account-Diebstahl. Mit Ihren Daten können Betrüger Online-Einkäufe tätigen, Spam-Nachrichten versenden und sogar Identitätsdiebstahl begehen. Ihre Online-Identität wird zum Spielball für kriminelle Aktivitäten.

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Woher stammte das Vorschaubild des Unfalls auf Facebook?

Zusätzlich haben wir uns auf die Suche nach dem echten Foto gemacht, das in der Vorschau des Fakes auf Facebook angezeigt wird. Wir sind fündig geworden: „Hawaii News Now berichtete im März 2023 über einen Unfall, bei dem Rettungsdienste zu einem Zusammenstoß mehrerer Fahrzeuge auf der H-1 Autobahn in Aiea gerufen wurden. Am Dienstagmorgen reagierten die Einsatzkräfte auf einen Unfall mit mehreren Fahrzeugen auf der H-1 Autobahn in Aiea. Die Polizei von Honolulu, die Feuerwehr von Honolulu und der Rettungsdienst wurden gegen 7:15 Uhr zum Unfallort gerufen. Beamte gaben an, dass vier Fahrzeuge an dem Unfall beteiligt waren. Drei linke Fahrspuren wurden blockiert, was zu starkem Verkehr in Richtung Stadt führte. Der Unfall wurde inzwischen beseitigt.“ (Quelle)

Dies wurde auch am 21.3.2023 auf Instagram veröffentlicht. Der Fotograf des Unfalls und des Bildes war: Ryan Uehara

Wie man sich schützen kann

  1. Skeptizismus ist Ihr Freund. Erscheint ein Link zu verführerisch, nehmen Sie ihn genauer unter die Lupe.
  2. URLs überprüfen. Stimmt die Webadresse nicht mit der offiziellen Seite überein, Finger weg!
  3. Zweifaktorauthentifizierung aktivieren. Dieser zusätzliche Sicherheitsschritt kann den Unterschied ausmachen und Ihr Konto selbst dann schützen, wenn Ihre Daten bereits in den falschen Händen sind.
  4. Bleiben Sie informiert. Im Netz kursieren ständig neue Betrugsmaschen. Informieren Sie sich regelmäßig und seien Sie stets auf der Hut.

Fazit

Das Internet ist ein mächtiges Werkzeug, doch wie jedes Werkzeug kann es gegen uns verwendet werden. Es liegt an uns, informiert, wachsam und sicher zu bleiben. Indem wir unsere Emotionen in Schach halten, kritisch über die Links und Nachrichten nachdenken, die wir sehen, und unsere Daten schützen, können wir den Betrügern einen Schritt voraus sein.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)