Faktencheck: Die Evakuierung des Kayapó-Stammes

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Seit Jahren kursiert das Bild eines indigenen Mannes im Schwitzkasten eines Soldaten im Internet. Und schon wieder soll das Bild aktuell sein, es soll die Evakuierung des Kayapó-Stammes zeigen.

Derzeit findet man das Bild mal wieder auf Facebook:

Screenshot mimikama.org
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„Dieses Bild soll um die Welt gehen.
Die Evakuierung des Kayapó-Stammes – einem Indianervolk des Amazonasgebiets im brasilianischen Mato Grosso hat begonnen.

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Der Bau des hydroelektrischen Staudamms von Belo Monte ist freigegeben, trotz zahlreicher Proteste, sowie über 600.000 Unterschriften die gesammelt wurden.“

In dem Beitrag wird auch noch auf ein weiteres Bild verwiesen, welches den Stammeshäuptling nach der Verkündung des Beschlusses zeigen soll:

Screenshot mimikama.org
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Faktencheck 1: Die Bilder

Screenshot mimikama.org
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Das erste Bild stammt aus dem Jahr 2008, der Fotograf war Luiz Vasconcelos.
Im März 2008 besetzten etwa 100 Personen verschiedener indigener Völker ein Grundstück an der Autobahn zwischen Manaus und Itacoatiara im Amazonas-Gebiet Brasiliens. Sie protestieren damit gegen die Wegnahme ihres Landes durch die Regierung.
Am 11. März 2008 räumte die Polizei das Gebiet gewaltsam, nachdem sie von den Indigenen mit Stöcken, Steinen und Pfeilen attackiert wurden.

Screenshot mimikama.org
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Das zweite Bild stammt aus dem Jahr 2011. Wir berichteten bereits 2014 über dieses Bild. Es steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Bau des Staudammes, sondern mit einer Familienzusammenführung in Washington.

Faktencheck 2: Der Staudamm

Gegen den Belo Monte Staudamm gab es schon seit Jahren große Proteste, seit der Bau 2011 begann. Seit 2016 ist der Staudamm jedoch bereits im Betrieb. Somit bringt es herzlich wenig, jetzt noch gegen den Bau zu demonstrieren.

Nachdem die Regierung feststellte, dass die Kosten der Staudämme weitaus höher liege, als vermutet, wurde Anfang 2018 beschlossen, keine weiteren Staudämme mehr in diesem Gebiet zu errichten.

Fazit

Die angeblich aktuellen Bilder sind von 2008 und 2011.
Das erste Bild zeigt keine Festnahmen aus dem Gebiet des künftigen Staudammes, sondern die Räumung eines besetzten Grundstücks.
Das zweite Bild zeigt einen Häuptling, der aufgrund einer Familienzusammenführung weint, ohne jeglichen Zusammenhang mit dem Staudamm.
Proteste und Petitionen gegen den Belo Monte Staudamm sind nutzlos, da dieser bereits seit 2016 in Betrieb ist.
Weitere Staudämme werden aufgrund der Kosten und der Proteste nicht errichtet.

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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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